LKA warnt vor Betrug mit manipulierten Telefonnummern

Hannover - Im Telefondisplay erscheint die Nummer von Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft. Doch manchmal ist die Nummer nur vorgetäuscht. Statt eines seriösen Gesprächspartners sind Gauner in der Leitung.

Das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) warnt vor einer Betrugsmasche mit vorgetäuschten Telefonnummern. Dabei gaukeln Unbekannte ihren Opfern mit technischer Hilfe vor, sie seien Polizisten, Staatsanwälte oder Mitarbeiter von Gerichten oder seriösen Firmen. Ziel der Betrüger sei es, die Opfer unter den unterschiedlichsten Vorwänden zu Geldzahlungen oder zur Preisgabe von Kontodaten zu bewegen, sagte LKA-Sprecher Armin Zieseniß.

Das Besondere der Masche: Um glaubwürdig zu wirken, sorgen die Täter mit Hilfe von Computerprogrammen dafür, dass auf dem Telefondisplay der Angerufenen die Nummern der entsprechenden Ämter, Behörden oder Firmen angezeigt werden. Zuletzt haben Unbekannte mit der Call ID Spoofing genannten Betrugsmasche einen 85-Jährigen aus dem Landkreis Schaumburg ausgenommen. Der Mann meinte, er telefoniere mit einem Gericht in Berlin. Am Ende büßte er fast 30 000 Euro ein.

Der 85-Jährige sei von dem vermeintlichen Mitarbeiter des Gerichts unter Vorwänden wiederholt angerufen worden, sagt Axel Bergmann von der Polizei Stadthagen. Im Display sei stets die Telefonnummer des Gerichts aufgetaucht, weshalb der Rentner nicht misstrauisch wurde. Der Mann habe sich schließlich dazu bewegen lassen, insgesamt knapp 30 000 Euro in die Türkei zu transferieren. Das Geld sei weg.

In anderen Fällen meldeten sich Betrüger mit manipulierter Anrufer-Nummer bei Bürgern unter anderem in den Landkreisen Gifhorn, Osnabrück, Göttingen und Hildesheim sowie in der Region Hannover und in Bremen. Die Unbekannten gaben sich zumeist als Angehörige örtlicher Polizeidienststellen oder als Mitarbeiter von Rechtsanwaltskanzleien, als Staatsanwälte oder Richter aus. Im Telefondisplay der Angerufenen erschien stets die entsprechende Nummer der Dienststelle.

Die Betrüger fragten nach Bargeld oder Schmuck, erbaten Kontodaten oder Gebühren, um vermeintliche Gewinne auszahlen zu können. Oder sie verlangten Geld, damit angebliche Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden könnten. Wie oft die Gauner mit ihrer Masche erfolgreich waren, ist der Polizei nicht bekannt - auch weil es vermutlich eine hohe Dunkelziffer gibt.
dpa

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