Reaktivierungen bleiben selten

Niedersachsen erhöht Bemühungen für den Erhalt alter Bahnstrecken

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Der Kaffkieker ist rund um Hoya auf den Schienen der VGH unterwegs - auf deren Strecken werden allerdings hauptsächlich Güter transportiert.

Alte Bahnstrecken stehen in Niedersachsen immer wieder vor dem kompletten Abbau. Aufgegebene Gleise könnten hingegen wieder in Betrieb genommen werden. Aber dazu ist auch ein politischer Wille nötig - und dieser ist derzeit größer als noch in den Vorjahren.

Hannover - Viele hundert Kilometer Bahnstrecke sind in Niedersachsen über die Jahrzehnte stillgelegt worden, doch in den letzten 20 Jahren hat das Land das Schrumpfen des Netzes gebremst. Außerdem gibt Niedersachsen öffentliche Zuschüsse, um Strecken mit Potenzial für den Güterverkehr zu erhalten, teilte das Verkehrsministerium in Hannover am Mittwoch mit.

Seit 1999 wurden nur noch 52 Kilometer Bahnstrecke in Niedersachsen stillgelegt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. In den fünf vorangehenden Jahren seit 1994 waren dies noch 350 Kilometer Bahnstrecke. Es ging praktisch ausschließlich um Güterzugstrecken.

Generell sei es so, dass stillgelegte Strecken, die alleine für den Güterverkehr genutzt werden, in den letzten 20 Jahren nicht reaktiviert worden seien, erklärte das Verkehrsministerium. Vielmehr verfolge das Ministerium die Strategie, eine Stilllegung von vornherein zu vermeiden - sofern die Strecke noch Nutzungspotenzial habe.

Dies sei erfolgversprechender, als später bereits seit Jahren stillliegende Strecken zu reaktiveren. Solche Pläne brächten häufig große Proteste der Anwohner mit sich - was das Verfahren zusätzlich erschwere. Wenn eine Strecke gar nicht erst stillgelegt werde, könne dieser Aufwand vermieden werden.

Nichtbundeseigene Eisenbahnen werden finanziert

Mit finanzieller Unterstützung des Landes haben nichtbundeseigene Eisenbahnen (NE) in Niedersachsen Strecken von der Deutschen Bahn übernommen und grunderneuert und betreiben sie weiter. Das war der Fall bei den Strecken Ocholt-Sedelsberg (Landkreise Ammerland und Cloppenburg), Cloppenburg-Friesoythe (Landkreis Cloppenburg) sowie Salzderhelden-Einbeck. Sie wurden nicht von der Deutschen Bahn stillgelegt.

Die Strecken Wunstorf West-Bokeloh und Emmerthal-Bodenwerder-Kemnade wurden jeweils von einer nichtbundeseigenen Bahn zur Disposition gestellt und an einen anderen Betreiber abgegeben.

Linken-Politiker: Bemühungen zu zaghaft

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Victor Perli bezeichnete die bisherigen Bemühungen Niedersachsens zum Reaktivieren von Bahnstrecken als zu zaghaft. Die Stilllegungen hätten Regionen abgehängt und ihnen die Entwicklungschancen genommen. Drei Personenzugstrecken wurden bislang reaktiviert.

Das Netz der Deutschen Bahn in Niedersachsen umfasst derzeit rund 3400 Kilometer Strecke. Dazu kommen viele hundert Kilometer an Strecken von nichtbundeseigenen Eisenbahnen, die sich teils in kommunalem Besitz befinden und allesamt nur noch von Güterzügen befahren werden.

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