Auswirkungen der Pandemie

Coronavirus in Niedersachsen: Die Entwicklung und wichtige Regeln der Krise

Das Coronavirus beschäftigt auch Niedersachsen bereits seit März 2020. Mit den sich ändernden Infektionszahlen ändern sich auch die Regeln oder es kommen neue hinzu. Zuletzt mit dem Ende der Sommerferien Ende August.

  • Niedersachsen legt Bußgeld von bis zu 150 Euro für Maskenverweigerer fest.
  • Eine Schule in Niedersachsen musste durch bestätigten Fall im Kollegium zwei Tage schließen.
  • Coronavirus-Neuinfektionen in Niedersachsen steigen weiter.

Niedersachsen - Das Coronavirus begleitet den Alltag in Deutschland nun schon seit Monaten. Auch in Niedersachsen und Umgebung sind dadurch Maßnahmen und Regeln eingeführt, gelockert und doch wieder verschärft worden. Lange Zeit sind die Zahlen der Neuinfektionen gesunken, dann wieder gestiegen. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres Ende August kam nun ein weiterer Alltagsbereich hinzu, in dem es Maßnahmen zu beachten gilt. Was ist bisher geschehen, welche Auswirkungen sind bereits sichtbar und welche Regeln sind gerade eigentlich aktuell?

1. Aktuelles Infektionsgeschehen im Norden - Update vom 6. September

Update 6. September: Die Zahl der bestätigten Infektionen erhöht sich auch am Sonntag in Niedersachsen erneut um 48 auf 17.266 Fälle seit Beginn der Epidemie. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag landesweit bei 6,4, am höchsten fiel der Wert im Landkreis Celle mit 13,4 aus.

Nachdem die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen die Grenze von 14.000 am 21. Juli überschritten hatte, appellierte rund eine Woche (28. Juli) später das Robert-Koch-Institut (RKI) zum Einhalten der Regeln. RKI-Präsident Lothar Wieler machte deutlich, dass die Entwicklung der Zahlen besorgniserregend sei. Dies unterstützend, wird am letzten Julitag von den deutschen Gesundheitsämtern der höchste Wert der Corona-Neuinfektionen seit Mai an das RKI gemeldet. Lothar Wieler nennt auch hier die Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Corona-Regeln als Ursache.

Zwischenzeitlich galten verschärfte Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht im Kreis Dithmarschen. Unter anderem auch im Bereich der Fußgängerzone Büsums.

Auch in Schleswig-Holstein steigen die Zahlen im Juli und August an. Besonders betroffen ist der Kreis Dithmarschen. In Heide werden daraufhin zum August die Schutzmaßnahmen, in Form von Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht wieder strenger. Auch der Tourismusort Büsum zieht Konsequenzen: Die Maske muss im Bereich der Fußgängerzone und beim Besuch des Wochenmarkts getragen werden. Die Regeln sollen vorerst bis zum 7. August gelten.

2. Masken- und Abstandsverweigerer - Update vom 12. September

Schon Ende Juli stellte Bremen fest, dass jeder fünfte Fahrgast in Bremer Bussen und Bahnen es mit der Mund-Nasen-Bedeckung nicht so genau nimmt. Insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Corona-Infektionszahlen kündigte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) gemeinsame Kontrollen des Ordnungsamtes und der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) in öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Durch den Schulbeginn sind die Bahnen und Busse wieder voller, wer sich weigert eine Maske in den Fahrzeugen zu tragen, muss nun mit einer höheren Strafe rechnen.

Niedersachsen hingegen kündigte zu Beginn des Augusts an, dass bisherige Bußgeld für Maskenverweigerer von 20 Euro zu erhöhen. Nachdem sich die Bundesländer Ende des Monats darauf geeinigt haben, dass in Bussen und Bahnen, in allen Ländern, eine Mindeststrafe von 50 Euro für Verstöße gegen die Maskenpflicht gibt, droht auch in Niedersachsen eine höhere Summe. Diese liegt nun zwischen 100 und 150 Euro. Wichtig ist auch, dass diejenigen, die aus Gesundheitsgründen in Bussen und Bahnen, in Geschäften oder anderswo auf eine Maske verzichten müssen, dafür künftig einen ärztlichen Nachweis brauchen. Durch den Schulstart ist der Nahverkehr nun auch wieder stärker belastet.

Personen wiederum, die in Niedersachsen den Mindestabstand nicht einhalten, können mit einer Summe von 400 Euro bestraft werden. Kontrolliert wird die Einhaltung der Corona-Regeln von den Kommunen und der Polizei. Wer wiederholt gegen die Regeln verstößt, sollte wissen, dass sogar Strafzahlungen von bis zu 25.000 Euro möglich sind.

Wiederholt wurde bereits in verschiedenen Städten gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die Demonstration in Berlin, bei der Ende August nach Schätzungen der Polizei rund 40.000 Menschen - weitgehend friedlich - demonstriert hatten. Etwa 300 bis 400 Demonstranten hatten nach Angabe der Polizei jedoch Absperrungen am Reichstag durchbrochen und kurzzeitig auf den Stufen des Parlamentsgebäudes unter anderem Fahnen des Deutschen Kaiserreichs geschwenkt hatten. In Hannover demonstrieren am 12. September ebenfalls Gegner und Befürworter der Corona-Politik.

3. Kontaktbeschränkungen: Abstand und Haushalte sind entscheidende Stichwörter

Die Zeit, in der sich nur zwei Personen an der frischen Luft mit Abstand treffen durften, sind zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland Vergangenheit. Damit das auch so bleibt und weitere Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen möglich werden, gilt es, die vorgegebenen Corona-Regeln zu beachten. In Niedersachsen bedeutet das konkret, dass unter Beachtung der mittlerweile gewohnten Abstands- und Hygienebestimmungen sich Gruppen von bis zu 10 Personen treffen dürfen. Gehören die Personen zu nur zwei unterschiedlichen Haushalten, dürfen es sogar mehr sein.

Corona-Lockerungen waren ursprünglich zum 1. September in Niedersachsen vorgesehen. Aber bereits Mitte August kündigte die niedersächsische Landesregierung an, diesen Termin um zwei Wochen nach hinten zu verschieben. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erklärte dem Sender Antenne Niedersachsen: „Wir sind derzeit in einer labilen Situation.“ Es werde genau beobachtet, wie sich die Infektionsrate in Niedersachsen entwickle. Wann es nun zu neuen Lockerungen kommen werde, ist Anfang September nicht klar. Vor Oktober dürfte es jedoch keine Veränderungen geben, heißt es aus dem niedersächsischen Gesundheitsministerium Anfang September.

Trotz Lockerung der Corona-Beschränkungen in vielen Bereichen ist die Situation in der deutschen Messebranche weiterhin sehr angespannt.

Messen sind für den Publikumsverkehr geschlossen, in dem Bereich hat sich nicht viel geändert. Die Kontaktbestimmungen für Privatpersonen gelten auch für private Feiern: Finden diese beispielsweise in einem Restaurant statt, gelten die Kontaktbestimmungen mit der Obergrenze von 10 Personen, sofern es sich nicht ausschließlich um Angehörige oder die Mitglieder zweier Haushalte handelt. Feste wie Taufen, Hochzeiten sowie Beerdigungen sind bis zu 50 Personen möglich. Für Veranstaltungen zum Beispiel im Kulturbereich gilt eine Obergrenze von 500 Besuchern.

4. Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten und die viel diskutierte Testpflicht

Kurz nach Beginn der Sommerferien in Niedersachsen werden strenge Regeln für Reise-Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten erlassen. Nach der Reise geht es zunächst in zweiwöchige Quarantäne, die zuständige Behörde muss über die Einreise informiert und wer sich nicht meldet, kann in Niedersachsen eine Strafe von bis zu 2.000 Euro Strafe auferlegt bekommen. Dann folgt die Diskussion über Corona-Tests. Freiwillig oder Pflicht? Kostenlos oder durch den Reisenden zu bezahlen?

Nachdem er einen Tag zuvor noch hatte prüfen lassen, ob die Testpflicht für Reiserückkehrer rechtlich umsetzbar sei, kündigt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Ende Juli an, dass diese voraussichtlich in der darauffolgenden Woche in Kraft trete. Gemeinsam mit den Bundesländern ist beschlossen, dass die Tests für Reisende aus Risikogebieten kostenlos sind. Die Teststationen an den Flughäfen gehen nach und nach an den Start.

Die an den Flughäfen eingerichteten Corona-Testmöglichkeiten sind nun nicht mehr in Betrieb.

Kritik gibt es daran, dass die Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten kostenlos sind. So fordert die niedersächsische Pflegekammer regelmäßige Tests für alle Pflegekräfte. Kammerpräsidentin Nadya Klarmann fragt: „Müssen Pflegebeschäftigte jetzt erst in ein Risikogebiet fliegen, um einen Corona-Test zu bekommen?“ Mitte August schließen sich der Kritik auch niedersächsische Ärzte an. Der Vorstandsvorsitzende Kassenärztlichen Vereinigungen, Mark Barjenbruch, sagt der Nordwest-Zeitung. „Massentests an Urlaubern gehen unserer Auffassung nach in die falsche Richtung.“ Vorrangig getestet werden sollten medizinische Fachkräfte und Pflegepersonal, die besonders engen Kontakt zu Risikopatienten haben.

Die Testpflicht für alle Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten tritt am 8. August in Kraft. Unabhängig von der Pflicht können sich Einreisende innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen. Diese Möglichkeit für Reiserückkehrer führt zur Wiederaufnahme des Betriebs von zwölf erst kürzlich geschlossener Corona-Testzentren in Niedersachsen, wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitteilte. Bis das Ergebnis vorliegt, heißt es Quarantäne für die Reisenden. Seit Mitte August können Reisende in Niedersachsen selbst einen Corona-Test über die Website der  Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) buchen.

5. Kohorte und Masken auf den Fluren: Eingeschränkter Regelbetrieb an Schulen - Update vom 6. September

Update 06. September: Rund eine Woche nach Ende der Sommerferien in Niedersachsen sind landesweit 22 Schulen von Einschränkungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus betroffen. Wegen festgestellter Infektionen seien 43 Klassen und drei Jahrgänge in den Heimunterricht geschickt worden, teilte das Kultusministerium mit. Ganze Schulschließungen gab es nicht. Das Kultusministerium sieht den Schulstart nach den Sommerferien als gelungen an.

Etwa eine Woche nach Beginn der Sommerferien in Niedersachsen kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne an, dass Kitas und Kindergärten in Niedersachsen ab August wieder in den Regelbetrieb übergehen werden, Eltern die Einrichtungen nur noch mit Maske betreten dürfen. Für das neue Schuljahr hat das Land rund einen Monat vorher drei Szenarien ausgearbeitet, die je nach Infektionslage Anwendung finden. Niedersachsens Schüler sind nun also in einen eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt. In festen Lerngruppen wird auf das Abstandsgebot verzichtet, in den Fluren werden allerdings Masken getragen werden.

Der Unterricht in Bremen und Niedersachsen wird in festen Gruppen stattfinden.

Durch den Unterricht in Lerngruppen ist es möglich, selbst wenn es zu bestätigten Infektionen kommt, die Betroffenen in Quarantäne zu schicken, ohne die gesamte Schule schließen zu müssen. Eine Schule in Niedersachsen hat allerdings bereits in der ersten Schulwoche wieder coronabedingt schließen müssen. Wegen eines bestätigten Falls im Lehrerkollegium blieben Haupt- und Realschule im Schulzentrum Bremervörde im Landkreis Rotenburg zwei Tage geschlossen, teilte das Kultusministerium mit. An weiteren sieben Schulen werde der Unterricht wegen bestätigter Infektionen oder Verdachtsfällen teilweise digital erteilt, heißt es kurz nach dem Auftakt des Unterrichts. So werden Schüler der Oberstufe einer Wilhelmshavener Gesamtschule von zu Hause aus unterrichtet.

6. Fehlende Einnahmen in der Steuerkasse durch Corona-Beschränkungen

Kassensturz beim Finanzamt: Niedersachsen stellt gegen Ende Juli für das erste Halbjahr des Jahres 2020 ein Steuergeld-Defizit von rund 1,2 Milliarden Euro fest. Für das gesamte Jahr werde mit einer Summe von rund 3,4 Millionen Euro gerechnet. Während sich die Landeskasse leert, haben andere versucht, die bereitgestellten Soforthilfen zu nutzen, um das eigene Konto unrechtmäßig zu füllen.

In mehreren Städten sahen sich die Staatsanwaltschaften gezwungen, wegen Verdachts auf Betrug bei der Corona-Soforthilfe zu ermitteln. Nach Informationen der „Neue Osnabrücker Zeitung“, die sich auf das Niedersächsische Justizministerium berief, wurde Mitte Juli bereits in rund 570 Fällen wegen Betrugsverdacht ermittelt. Die Schadenssumme solle sich auf fast 5,3 Millionen Euro belaufen. Davon sind nicht nur Gelder des Landes, sondern auch des Bundes betroffen.

Bernhard Zentgraf (l.), Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen, stellt zusammen mit Reinhold Hilbers, Niedersachsens Finanzminister (CDU), die Schuldenuhr um, da sie in der Corona-Krise wieder vorwärts läuft. In den vergangenen Jahren war die Uhr wegen des Schuldenabbaus zurückgestellt worden.

Mit fehlenden Steuereinnahmen wachsen auch die niedersächsischen Schulden. Bei einem Stand von 65,92 Milliarden Euro mit einem Rekord von 278 Euro - pro Sekunde. Das teilte der Bund der Steuerzahler am 10. August mit. Zum Jahresende werde sich der Schuldenberg auf 69,93 Milliarden Euro erhöhen, ein Plus von 8,79 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahresbeginn. Damit stehe jeder Niedersachse rein rechnerisch mit Landesschulden von 8676 Euro in der Kreide. Neue staatliche Schulden infolge der Coronavirus-Pandemie seien gerechtfertigt, sagte der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen, Bernhard Zentgraf, bei der Umstellung der Schuldenuhr. Zuletzt gab es auf der Schuldenuhr pro Sekunde eine Zunahme um 32 Euro.

7. Wirtschaftliche Folgen der Coronakrise zeigen sich auch in Arbeitslosenzahl

Verlust-Rechnungen und Schließungen durch Insolvenzen zeigen bereits die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Während einige nicht einsehen, warum sie beim Einkauf für eine kurze Zeit eine Maske tragen sollen, geht es bei anderen Beschränkungen für Menschen und Unternehmen um ihre Existenz.

Auch in der Arbeitslosenzahl zeigen sich nun die Folgen der Corona-Pandemie. In Niedersachsen ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum August des Vorjahres um beinahe ein Viertel, 23,4 Prozent, gestiegen. Die starken Umsatzrückgänge in der Krise zwingen viele Unternehmen zu Entlassungen. Es wirkt sich aber auch aus, dass im Sommer vor allem junge Leute nach dem Ende des Schul- oder Ausbildungsjahres nach einer Stelle suchen. Ein positiver Trend sei jedoch laut Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit zu erkennen, da etliche Betriebe wieder nach neuen Mitarbeitern suchen.  „Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich nach dem Corona-Schock“, sagt Regionalgeschäftsführer Dirk Strangfeld. 

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sprach im NDR-Sommerinterview am 20. August über die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. In Niedersachsen rechnet er mit acht bis zehn Prozent weniger Wirtschaftswachstum. Zudem erwartet er bis zu 5.000 Insolvenzen. Große Probleme gäbe es in der Gastronomie, bei den Schaustellern und im Messewesen, da hier keine Umsätze eingefahren werden können. Hoffnung sieht Althusmann bei der Automobilindustrie und beim Bau von Kreuzfahrtschiffen.

Die Schausteller bangen in Bremen noch immer um den Freimarkt. Schon Ende Juli hieß es, dass es Gespräche zwischen Wirtschaftsressort und dem Schaustellerverband gebe. Eine Entscheidung ist noch immer nicht gefallen, ob die Großveranstaltung, die vom 16. Oktober bis 1. November geplant ist, stattfinden kann und wenn ja, in welcher Form.

Niedersachsens Kinos stehen in der Corona-Krise vor großen Problemen.

Der Hauptverband Deutscher Filmtheater warnte ebenfalls Ende Juli vor einem Kinosterben infolge der Corona-Schließungen und Auflagen. Kinounternehmer Hans-Joachim Flebbe ging dabei ins Detail und kritisierte die Abstandsregel in Kinosälen. Diese seien „völlig überzogen“ und kämen einem Berufsverbot gleich.

Die niedersächsischen Verkehrsbetriebe waren auch Ende Juli noch nicht wieder auf dem Vor-Corona-Niveau. Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) spricht von einem zusätzlichen Minus von 15 Millionen Euro. In Göttingen gibt es Einnahmeverluste im ersten Halbjahr von etwa 1,4 Millionen Euro, während Oldenburg die Verluste mit knapp über zwei Millionen Euro beziffert.

Vor allem durch nicht stattfindende Klassenfahrten rechnen die 53 Herbergen in Niedersachsen damit, dass zwei Drittel ihres Umsatzes wegbrechen, wie Mitte August bekannt gegeben wurde. Das Land Niedersachsen wolle den Jugendherbergen daher 29,8 Millionen Euro zur Verfügung stellen, kündigte Sozialministerin Carola Reimann (SPD).

Die Menschen adoptieren zwar mehr Haustiere, die Tierheime haben aber durch den Wegfall von Einnahmen und Spenden große Probleme.

Wenngleich die Deutschen in der Corona-Zeit ihr Interesse für ein Haustier entdeckt haben und die Vermittlung in den Tierheimen zugenommen habe, wie Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ Mitte August sagte, sei die wirtschaftliche Lage der Tierheime selbst aber „vielfach existenzgefährdend“. Durch den Wegfall von Veranstaltungen wie Flohmärkte oder Tage der offenen Tür fehlen die daraus resultierenden Einnahmen und auch Spenden. Der Tierschutzbund-Präsident beziffert den Einnahmenausfall in diesem Jahr mit etwa 65 Millionen Euro und fordert Hilfen für die Einrichtungen.

Zum Ende der Freibad-Saison zogen Ende August nun auch die Freibäder Niedersachsens Bilanz. Diese sei durchwachsen und die Einrichtungen sehen die Saison unter Corona-Beschränkungen mit gemischten Gefühlen, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (DPA) unter mehreren Städten und Freibädern hervorgeht. Nahezu alle Bäder hätten deutlich an Besucherzahen verloren.

8. Lokale Infektions-Häufungen treiben SiebenTage-Inzidenz nach oben - Update vom 6. September

Update 06. September: Alle Beschäftigten eines fleischverarbeitenden Betriebs in Hatten befinden sich in 14-tägiger Quarantäne. Der Landkreis Oldenburg hat diese nach einem Corona-Ausbruch in Quarantäne verhängt. Von insgesamt 113 Tests seien 14 Infektionen mit dem Virus festgestellt worden, teilte der Landkreis mit. „Die Anzahl der Infektionen ist gemessen an der gesamten Belegschaft von rund 140 Personen hoch“, betonte Landrat Carsten Harings.

Nachdem zuvor in Wildeshausen eine Häufung von Infektionen in einem Wiesenhof-Unternehmen festgestellt worden war, bei dem von 1183 Ergebnissen 46 positiv ausfielen, kam es Mitte Juli auch zu einer Häufung in einem Wiesenhof Schlachthof in Lohne im Landkreis Vechta. Von insgesamt 1046 genommenen Abstrichen, lieferten 66 Tests ein positives Ergebnis auf das Coronavirus.

Nach dem Corona-Ausbruch im Wiesenhof-Schachthof Mitte Juli sind die erneuten Reihentests alle negativ.

Damit lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Vechta bei 41,13 pro 100.000 Einwohner. Als Grenzwert für Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Niedersachsen galt zu dem Zeitpunkt der Wert 50, bereits ab einem Wert von 35 gehen bei der Landesregierung die Alarmsignale an. Die Folge der wiederholten Häufungen in Fleischbetrieben, ist die Anordnung durch das niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerium Ende Juli zu regelmäßigen Corona-Tests für Mitarbeiter von Schlachthöfen.

Mitte August tritt ebenfalls eine Häufung von Corona-Infektionen auf. Diesmal allerdings nicht in einem Fleischbetrieb, sondern in einem Logistikzentrum von Ikea in Elsdorf im Kreis Rotenburg. Dort haben sich 20 Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. Das meldet NDR 1 Niedersachsen. Die infizierten Leiharbeiter sind alle bei dem Personaldienstleister Randstad beschäftigt, das insgesamt 64 Mitarbeiter an Ikea „verliehen“ hat.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner / picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Japanische Roadsterträume in Italien

Japanische Roadsterträume in Italien

Playstation 5 und Xbox Series im Überblick

Playstation 5 und Xbox Series im Überblick

Mit Kindern durchs Ruppiner Land

Mit Kindern durchs Ruppiner Land

Federgras in Hülle und Fülle

Federgras in Hülle und Fülle

Meistgelesene Artikel

Niedersachsen plant neue Corona-Lockerungen: „Sind uns der Gefahr sehr bewusst“

Niedersachsen plant neue Corona-Lockerungen: „Sind uns der Gefahr sehr bewusst“

Niedersachsen plant neue Corona-Lockerungen: „Sind uns der Gefahr sehr bewusst“
Corona-Alarm in Cloppenburg: Zahl an Neuinfektionen durchbricht kritische Marke

Corona-Alarm in Cloppenburg: Zahl an Neuinfektionen durchbricht kritische Marke

Corona-Alarm in Cloppenburg: Zahl an Neuinfektionen durchbricht kritische Marke
Wetter heute in Deutschland: Dürre findet auch nach der Hitzewelle kein Ende

Wetter heute in Deutschland: Dürre findet auch nach der Hitzewelle kein Ende

Wetter heute in Deutschland: Dürre findet auch nach der Hitzewelle kein Ende
Hochzeit ja, Party nein – warum Heiraten in Corona-Zeiten oft schwierig ist

Hochzeit ja, Party nein – warum Heiraten in Corona-Zeiten oft schwierig ist

Hochzeit ja, Party nein – warum Heiraten in Corona-Zeiten oft schwierig ist

Kommentare