„Tippen tötet“

Smartphone am Steuer hat fatale Folgen

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Hannover - 2015 ist die Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Nach Experteneinschätzung war der Blick aufs Handy eine häufige Unfallursache. Die Landesverkehrswacht will ihre vor zwei Jahren gestartete Aufklärungskampagne deshalb ausweiten.

Wer am Steuer SMS schreibt oder E-Mails checkt, riskiert sein eigenes Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer. Sekunden der Unachtsamkeit können tödliche Unfälle zur Folge haben. Um Auto- sowie Lastwagenfahrer vor den Gefahren der Handynutzung zu warnen, hat die Landesverkehrswacht Niedersachsen vor zwei Jahren die Kampagne „Tippen tötet“ gestartet.

Den Organisatoren zufolge war es die bundesweit erste Kampagne dieser Art. Unter anderem sollen Plakate an Autobahnbrücken Fahrer davon abbringen, am Steuer zu simsen. Die Ablenkung der Verkehrsteilnehmer durch Smartphones hat nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Laut einer kürzlich veröffentlichten US-Studie tragen Ablenkungen zu gut 68 Prozent der Unfälle bei.

Nach Überzeugung der Wissenschaftler steigert der Griff zum Handy die Unfallgefahr etwa um das Fünffache, das Lesen und Schreiben von Nachrichten sogar um das Zehnfache. Zum Start der niedersächsischen Kampagne „Tippen tötet“ hatten die Initiatoren auf Schätzungen der Versicherungsbranche hingewiesen: Demnach sollen 20 Prozent der Unfälle auf das Tippen am Steuer zurückzuführen sein. Exakte Daten sind nicht zu ermitteln. In Niedersachsen kamen im vergangenen Jahr 457 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben.

Die Zahl der Verkehrstoten war nach Jahrzehnten des Rückgangs zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Polizei und Innenministerium sind davon überzeugt, dass immer häufiger Ablenkung als Unfallursache in Frage kommt, etwa wenn der Fahrer statt auf die Straße auf sein Handy schaut. Die Landesverkehrswacht will aus diesem Grund ihre Kampagne „Tippen tötet“ ausweiten.
dpa

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