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Niedersachsen-Studie: Corona erhöht Risiko von Cyberangriffen auf Betriebe

Schon vor der Corona-Krise war es um die IT-Sicherheit in vielen Firmen nicht gut bestellt. Homeoffice und finanzielle Probleme von Unternehmen verstärken das Problem.

Hannover – Die Corona-Krise wirkt sich häufig negativ auf die IT-Sicherheit von Unternehmen aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Montag veröffentlichter Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN).

Arbeit im Homeoffice und die Nutzung privater Hard- und Software erhöhen demnach das Risiko einer Infektion mit Schadenssoftware sowie von Phishing-Attacken. Das sind E-Mails vermeintlich seriöser Absender, mit denen Betrüger zum Beispiel an Passwörter gelangen wollen.

Was dagegen getan werden kann, weiß Stefan Becker, Experte des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Das Risiko für Cyberangriffe hat sich durch Home-Office in der Corona-Pandemie verstärkt.

Cyberangriffe auf Unternehmen: Studie aus Niedersachsen befragte 5000 Unternehmen

Bedroht seien vor allem Firmen mit angespannter wirtschaftlicher Situation, die seltener zusätzliche IT-Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Die Autoren des Berichts hatten in den Jahren 2018/19 insgesamt 5000 Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten befragt.

An einer Folgebefragung zwischen Juli und September 2020 nahmen mehr als 600 Firmen erneut teil. 60 Prozent von ihnen berichteten, dass sie innerhalb eines Jahres mindestens einen Cyberangriff reagieren mussten. Automatisch abgewehrte Angriffe, durch eine Firewall etwa, sind darin nicht enthalten.

Cyberangriffe auf Wirtschaft, Verwaltung und das Gesundheitswesen nehmen wieder zu*. Zuletzt setzten Online-Erpresser etwa Handelsfirmen und Kommunen unter Druck. Eine Absicherung wird immer wichtiger. Auch für Querdenker wie Attila Hildmann. Der Corona-Leugner Hildmann ist jüngst Opfer einer Cyber-Attacke von Anonymous geworden.

Anzeigequote von Cyber-Delikten ist niedrig

In 85 Prozent der Fälle konnten die Cyberkriminellen in einem frühen Versuchsstadium abgewehrt werden. Nach Angaben des KFN wurden in dem Projekt „Cybersicherheit in Unternehmen“ erstmals über einen längeren Zeitraum sogenannten Dunkelfeld-Daten zum Thema Cyberangriffe gegen Unternehmen gesammelt.

Denn die Anzeigequote solcher Delikte ist niedrig: In der ersten Runde lag sie bei 12 und jetzt bei 9 Prozent. Als Gründe wurde hierfür am häufigsten die geringe Schadenshöhe genannt, danach die fehlende Aussicht auf Ermittlungserfolg. Partner in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt „Cyberangriffe gegen Unternehmen“ war die Leibniz Universität Hannover. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/ dpa

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