Töten erleichtern

Niedersachsen stößt nationales Konzept zur Wolfskontrolle an

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Hannover - Niedersachsen will die Diskussion um den Wolf mit einem von Brandenburg und Sachsen unterstützten Entschließungsantrag im Bundesrat versachlichen und das Töten problematischer Tiere erleichtern.

Er wolle deutschlandweit klare Regeln im Umgang mit den Tieren schaffen, erklärte Umweltminister Olaf Lies (SPD). "Der Wolf hat einen sehr hohen Schutzstatus, er ist in Deutschland angekommen und wird auch bleiben", sagte Lies der dpa. "Andererseits dürfen wir die Menschen und gerade die in den ländlichen Regionen, die vor großen Herausforderungen stehen, nicht allein lassen." Ziel sei ein nationales Konzept.

Der Bund soll etwa prüfen, wie weit sich Wölfe menschlichen Einrichtungen nähern dürfen. Auch die Möglichkeit, wolfsfreie Bereiche zu definieren, steht auf der Agenda. Vorbeugemaßnahmen der Tierhalter sollen nach Möglichkeit vollständig gefördert und die Weidetierhaltung per Prämie honoriert werden. "Wir müssen als Staat handlungsfähig bleiben und Lösungen anbieten", betonte Lies. "Bei einem Überhandnehmen von Übergriffen auf geschützte Weidetiere muss es möglich sein, die Tötung eines Wolfs rechtssicher durchzuführen."

Eine angepasste und nachhaltige Entnahme sei notwendig, um die Akzeptanz des Wolfes zu erhalten, meinte Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft und Mitglied im Präsidium des Deutschen Jagdverbands (DJV). Nach Auffassung des DJV solle der Wolf ins Bundesjagdgesetz überführt werden. Es gehe dabei nicht um eine reguläre Bejagung, betonte er. Anders als das Bundesnaturschutzgesetz sei das Jagdrecht aber sowohl Schutzrecht als auch Instrument zur Lösung von Konflikten und zum Ausgleich von Interessen.

dpa

Das Thema: Wölfe in Niedersachsen 

Der Wolf ist seit dem Jahr 2008 wieder in Niedersachsen zu finden. Seitdem hat sich das Wildtier in weiten Teilen des Landes, von der Nordsee bis in den Harz, niedergelassen. So schätzt das Wolfsbüro des Landes Niedersachsen den Wolfsbestand Anfang des Jahres auf etwa 150 Tiere. Insbesondere Tierhalter sind von der Ausbreitung des Raubtiers betroffen und treffen mit der Anschaffung von Schutzzäunen oder Herdenschutzhunden Maßnahmen gegen Tierrisse durch Wölfe. 

In unserem Artikel „Wölfe in Niedersachsen“ geben wir einen Überblick über Daten und Fakten zum Wolf. Wir sprechen mit einem Wolfsberater, Vertretern der Landwirtschaft und der Politik und geben Verhaltenstipps, wenn es zu einer Begegnung mit dem scheuen Raubtier kommt.

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