Mit steigendem Alter machen mehr Männer als Frauen den "Bufdi"

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Bundesfreiwilligendienst Symbolbild

Seit der Bundesfreiwilligendienst den Zivildienst abgelöst hat, arbeiten vor allem Frauen in dem Programm. Doch mit steigendem Alter interessieren sich auch mehr Männer für den "Bufdi", besonders in bestimmten Regionen.

Hannover - Noch immer leisten in Niedersachsen mehr Frauen als Männer Bundesfreiwilligendienst (BFD). Doch die Lücke zwischen den Geschlechtern schließt sich mit steigendem Alter der Teilnehmer. Während in der größten Gruppe der Freiwilligen - den unter 27-Jährigen - die Zahl der Frauen mit rund 2000 fast anderthalbmal so groß ist wie der Männeranteil, stellen männliche Helfer in allen Altersgruppen darüber knapp die Mehrheit.

So waren im Mai in der Gruppe der 51- bis 65-Jährigen beispielsweise 57 Frauen und 94 Männer im BFD-Einsatz. Dies zeigen Zahlen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Insgesamt arbeiten in Niedersachsen jährlich rund 4000 Freiwillige im Rahmen des BFD in sozialen und kulturellen Einrichtungen. An den Zahlen habe sich seit der Einführung des BFD kaum etwas verändert, erklärte BAFzA-Sprecher Peter Schloßmacher. In Bremen engagieren sich derzeit gut 300 Menschen.

Das "Männerphänomen" sei besonders in den ländlichen Regionen deutlich, meint Heino Wolf, der sich beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen um den BFD kümmert. "Ich befürchte, das hat etwas mit der Arbeitsmarktsituation zu tun", so Wolf. Wer in strukturschwachen Gebieten arbeitslos werde, komme oft schwer wieder an einen neuen Job. Für diese Gruppe biete der BFD einen geregelten Tagesablauf und Wertschätzung. Manchmal ergebe sich hinterher zumindest auch ein Minijob.

Der BFD hatte vor fünf Jahren den Zivildienst abgelöst. Doch der auch als "Bufdi" bezeichnete Freiwilligendienst hat die wegbrechenden Zahlen nicht auffangen können. Beim Paritätischen Wohlfahrtsverband sind derzeit mit 470 Freiwilligen dreiviertel weniger Helfer im Einsatz als zu Zivildienstzeiten. Im Schnitt nehmen in Deutschland pro Jahr rund 40 000 Menschen am BFD teil. Der Bedarf sei jedoch größer, meint Wolf.

"Keine Einrichtung hat schließen müssen", betonte er. Besonders in Wohnheimen für Behinderte oder in Altenheimen wirke sich die Entwicklung jedoch auf die Qualität aus, da weniger Personal für Freizeitaktivitäten bereitstehe. "Damit schwindet auch immer ein Stück Lebensqualität."

167 Millionen Euro stehen für das Programm bundesweit zur Verfügung. Mehr Stellen können derzeit deshalb nicht finanziert werden. "Da müssen wir den Interessenten schon mal sagen, dass die Stellen leider begrenzt sind", so Schloßmacher vom zuständigen Bundesamt.

Besonders in Kindergärten, Jugendzentren und Behindertenwerkstätten wollen viele Freiwillige arbeiten. Arbeitsplätze auf dem Land, oft ohne öffentliche Verkehrsanbindungen, und Jobs in der Altenhilfe hätten es dagegen schwerer, fasst Wolf vom Paritätischen Wohlfahrtsverband zusammen.

dpa

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