Für 200.000 herrenlose Tiere

Niedersachsen startet Projekt zur Kastration von Katzen

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Die Silhouette einer Katze, die über einen Weidenzaun klettert.

Hannover - Die Landestierschutzbeauftragte will das Elend der verwilderten Streuner eindämmen und auch die Vogelwelt vor den Räubern schützen. Deshalb können herrenlose Katzen zwei Monate lang beim Tierarzt kostenlos kastriert und registriert werden.

Angesichts von etwa 200.000 herrenlosen Katzen in Niedersachsen startet das Land in der kommenden Woche ein besonderes Tierschutzprojekt. Jeder Finder kann freilebende, verwilderte Katzen dann bis zum 15. März kostenlos zum Kastrieren und Registrieren zu Tierärzten bringen. 

An diesem Mittwoch (14.00 Uhr) wollen Niedersachsens Tierschutzbeauftragte Michaela Dämmrich und der Präsident der Tierärztekammer Niedersachsen, Uwe Tiedemann, das vom Land geförderte Projekt vorstellen. Die Tierheime im Land stellt es vor große Probleme, dass sich die Streuner seit Jahren unkontrolliert vermehren.

Wilde Katzen großes Problem für Vogelwelt 

Darüber hinaus sind wildernde Katzen ein großes Problem für die heimische Vogelwelt mit ihren gefährdeten Arten. Bundesweit werden rund 13 Millionen Katzen gehalten, der Deutsche Tierschutzbund geht von etwa zwei Millionen herrenlosen Tieren aus. 

Dämmrich sieht auch die Besitzer in der Pflicht. „Indem Katzenbesitzer ihre Tiere per Mikrochip durch den Tierarzt kennzeichnen lassen und ihre Kater und Katzen rechtzeitig vor dem ersten Freigang kastrieren, können sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die freilebende Katzenpopulation zu regulieren“, sagte die Landestierschutzbeauftragte anlässlich des Weltkatzentages am 8. August.

Kastrationspflicht im Landkreis Diepholz

Das Land stellte Dämmrich zufolge 2016 den Tierheimen rund 100.000 Euro zur Verfügung, um Katzen kastrieren zu lassen. Für die Pflege von Fundtieren müssen die Kommunen aufkommen. Daher haben bereits zahlreiche Städte und Gemeinden Katzenschutzverordnungen mit einer Kastrationspflicht erlassen. Teilweise gilt diese bereits für den kompletten Landkreis, laut Tierschutzbund etwa im Landkreis Leer, Cloppenburg oder Diepholz.

dpa

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