Bis zu 1500 zusätzliche Fachkräfte

Mehr Kita-Personal für bessere Integration

Hannover - Für die bessere Integration von Flüchtlingskindern will Niedersachsen bis zu 1500 zusätzliche Fachkräfte in Kindertagesstätten einstellen.

Das Land stelle den örtlichen Trägern der Kitas in den Jahren 2017 und 2018 jeweils rund 60 Millionen Euro für weiteres Personal und Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am Freitag. "Je früher die Integration von Kindern mit Migrationsgeschichte ansetzt, desto erfolgreicher verläuft sie", sagte die SPD-Politikerin. Etwa 1000 bis 1500 Pädagogenstellen könnten so finanziert werden.

Ähnlich wie zuvor beim Schuldienst soll der gestiegene Bedarf an Kindergartenpädagogen teils durch Quereinsteiger gedeckt werden. Sie können künftig als Zusatzkräfte eingestellt und dann nachqualifiziert werden. "Dies kommt beispielsweise für Tagesmütter infrage, die eine Ausbildung im Umfang von 400 Stunden absolviert haben und mindestens ein Jahr Praxis als Tagesmutter mitbringen", sagte Heiligenstadt. Die zusätzlichen Fachkräfte kämen allen Kindergartengruppen zugute, nicht nur den Flüchtligen, sagte die Ministerin. "Dies ist praktisch schon der Einstieg in die dritte Fachkraft für die Gruppen der Drei- bis Sechsjährigen."

Gewerkschaft Verdi begrüßte die Entscheidung

Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Entscheidung der Landesregierung. Sie kritisierte aber, die Begrenzung der Mittel auf zwei Jahre bedeute für die Kitas und die einzustellenden Fachkräfte, dass sie keine Planungssicherheit hätten.

Insgesamt investiert das Land in den kommenden zwei Jahren 180 Millionen Euro in die Sprachförderung von Kindern und Erwachsenen. Die Mittel sind Bestandteil der zwischen Bund und Ländern vereinbarten Integrationspauschale. Zusätzlich zu den 120 Millionen Euro für die Kita-Betreuung sollen pro Jahr jeweils 30 Millionen Euro in den Ausbau von Sprachkursen und Berufsberatungsangebote für erwachsene Flüchtlinge fließen.

Insgesamt würden inklusive der zusätzlichen Mittel jährlich rund 30 000 Basis-Sprachkursplätze geschaffen, sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). Die Zahl der Unterrichtsstunden in den Basis-Sprachkursen werde von 200 auf 300 angehoben. Zusätzlich sollten die sprachlichen und beruflichen Fähigkeiten von Flüchtlingen möglichst frühzeitig in einer Kompetenzfeststellung erfasst werden. Dann könne auch eine Kombination von Sprachvermittlung und ersten beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden.

dpa

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