Weniger Nadelwälder geplant  

Immer mehr Buchen und Eichen

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Für den Wald der Zukunft setzen die Landesforsten verstärkt auf Buche und Eiche.

Braunschweig - Ohne den Menschen wären weite Teile Deutschlands von Buchenwäldern bedeckt, doch noch immer bestimmen meist auch in Niedersachsen Nadelbäume wie Fichten und Kiefern das Bild. Für den Wald der Zukunft setzen die Landesforsten verstärkt auf Buche und Eiche.

Buchen statt Fichten: In den Landesforsten Niedersachsens soll der Anteil der Laub- und Mischwälder weiter ausgebaut werden. "Derzeit liegt der Mischwaldanteil der Landesforsten bereits bei rund 70 Prozent", sagte Sprecher Reiner Baumgart. "In den nächsten Jahrzehnten sollen es 90 Prozent werden." Der Anteil der Laubbäume solle dabei auf 65 Prozent erhöht werden. "Das Ziel sind stabile und artenreiche Wälder", betonte Baumgart. Die früher nicht nur im Bergbau so beliebten Fichten bedeckten vor allem im Harz noch immer große Flächen. "Sie sind aber als Reinbestand anfällig gegen Stürme und Schädlinge", erklärte Baumgart, selbst ausgebildeter Förster. Derzeit setzen die Landesforsten vor allem auf Buchen und Eichen.

Noch überwiegt in Niedersachsen nach Zahlen des Landwirtschaftsministeriums der Anteil der Nadelbäume mit 53 Prozent, im Jahre 2002 waren es noch 57 Prozent. Führende Baumart ist die Kiefer, die 29 Prozent der Waldfläche einnimmt, bei den Landesforsten sind es nur noch 19 Prozent. "Gerade in der Lüneburger Heide wird die anspruchslose Kiefer aber ihre Bedeutung immer behalten", betonte Baumgart. Die schnell wachsende Fichte bedeckt 17 Prozent der Wälder, vor allem in Harz und Solling. Bei den Landesforsten sind es noch etwa 27 Prozent, vor allem aus den ersten Nachkriegsjahren.

"Deutschland wäre ohne den Menschen ein von der Buche bestimmtes Waldland", sagte Baumgart. So solle der Anteil der Buchen in den kommenden Jahrzehnten in den Landesforsten auf mehr als 30 Prozent gesteigert werden. Seit 1991 seien dort deshalb mehr als 70 Millionen Buchen gepflanzt worden. "Wir pflanzen vor allem kleine Laubbäume in die großen, historisch gewachsenen Nadelwaldkomplexe etwa in der Heide oder im Harz", sagte Baumgart. "Dazu kommen die vielen Millionen Buchen, die sich von selber aussäen und dann von den Förstern in ihrer Entwicklung gefördert werden."

Noch bedecken die Buchen landesweit erst wieder etwa 14 Prozent der Fläche, im Gebiet der Landesforsten sind es bereits 21 Prozent. In der laufenden Pflanzsaison wurden seit dem Herbst allein im Nordosten des Landes im Bereich von Heide, Elbe und Weser von den Landesforsten 1,1 Millionen Setzlinge gepflanzt. "Mehr als 765 000 der jungen Bäumchen waren Laubbaumarten, vor allem Buchen und Eichen, aber auch Ahorn, Erlen, Ulmen, Linden, Wildobst und Sträucher."

Niedersachsen hat gut 12.000 Quadratkilometer Wald, nur Bayern und Baden-Württemberg haben mehr. "Wir müssen unseren Nachkommen einen vielfältigen und stabilen Wald hinterlassen, der ihnen alle Möglichkeiten für zukünftige Bedürfnisse offen lässt", erklärte Baumgart. Noch wisse man nicht, welche Ansprüche das seien. So könnte etwa der Klimawandel dazu führen, dass auch Nadelbäume wie Kiefer, Douglasie und Tanne zumindest in Mischwäldern größere Bedeutung bekommen.

doa

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