„Schritt in die richtige Richtung“

Windkraft in Niedersachsen: Ausbau legt wieder zu

Der Ausbau der Windkraft in Niedersachsen legt wieder zu. 2021 sind deutlich mehr Anlagen in Betrieb gegangen als noch ein Jahr zuvor. Doch reicht das?

Hannover – Jahrelang war der Ausbau neuer Windenergieanlagen in Niedersachsen auf niedrigem Niveau, aber das vergangene Jahr macht wieder etwas Hoffnung. Demnach seien 2021 von Januar bis Dezember 104 neue Windkrafträder in Niedersachsen in Betrieb gegangen. 22 Anlagen seien hingegen stillgelegt worden. Im Vorjahr seien gerade einmal 48 neue Anlagen in Niedersachsen dazugekommen. Das teilte der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) in Hannover in Bezug auf Zahlen der Fachagentur Windenergie an Land mit.

LandNiedersachsen
Einwohner7,982 Millionen
Fläche47.614 km²
HauptstadtHannover

Windenergie in Niedersachsen: 82 Anlagen in Betrieb genommen

Netto habe Niedersachsen also 82 Windkraftanlagen dazugewonnen – die Energieversorgung mit Windenergie wächst also wieder. Zudem sei die Leistung der neuen Anlagen deutlich stärker als die alte Generation Windkrafträder. Zum Vergleich: Die 104 neuen Anlagen haben laut Landesverband Erneuerbare Energien eine Leistung von 421 Megawatt. Pro Anlage sind das rund 4 Megawatt pro Windkraftanlage. Die 22 alten Anlagen kommen mit einer Leistung von 19,5 Megawatt nicht mal auf einen Megawatt pro Anlage. Die „Neuen“ sind also rund viermal so stark wie die „Alten“. Derweil wurde in Niedersachsen ein Atomkraftwerk vom Netz genommen.

Vergangenes Jahr hat Niedersachsen 104 Windkrafträder in Betrieb genommen.

Insgesamt bedeutet der Ausbau ein Energiegewinn von 401,5 Megawatt für Niedersachsen. Doch vergleicht man die Zahlen mit den Hochzeiten des Windkraftausbaus in Niedersachsen, scheint das Niveau weiterhin äußert schwach zu sein. Alleine im Jahr 2017 hatten 485 Windkraftanlage ihren Betrieb aufgenommen. Für 178 Windräder, die in Niedersachsen bereits vergangenen Jahr gebaut werden sollten, lag jedoch laut Landesverband Erneuerbare Energien noch keine umgesetzte Genehmigung vor.

Landesverband Erneuerbare Energien: Ausbau für Klimaziele nicht genug

Bärbel Heidebroek, Chefin des Landesverband Erneuerbare Energien, bezeichnete diese Entwicklung als „einen Schritt in die richtig Richtung“. Doch angesichts der Klima- und Energieziele der Ampelkoalition im Deutschen Bundestag, sei der Ausbau deutlich zu langsam. Man wolle bis 2030 die gesamte Stromproduktion aus erneuerbaren Energien gewinnen. Heidebroek fordert daher einen Paradigmenwechsel in der Energiepolitik. Zudem ist Energie teuer: Noch nie lagen Strom- und Gaspreise für Verbraucher so hoch wie 2022.

Ob grün oder nicht, alleine für den deutschen Strombedarf sei der Netzausbau generell zu langsam, deshalb könnte Elektroautos bald auch der Strom ausgehen. Aus Angst vor einem Blackout hat beispielsweise Großbritannien deswegen ein Energie-Gesetz erlassen, dass Stromautos bei Energiemangel als erstes vom Netz gehen müssen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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