Eingeschränkte Maskenpflicht

Schulstart in Niedersachsen und Bremen: Schule in Bremervörde wegen Corona-Fall geschlossen

Bremen und Niedersachsen sind ins neue Schuljahr gestartet. Beide Bundesländer setzen auf Maskenpflicht im Gebäude. In Bremervörde musste nun wegen des Coronavirus eine Schule geschlossen werden.

  • Niedersachsens Erstklässler starten am 31. August mit Corona-Regeln ins Schuljahr.
  • Lehrer in Niedersachsen könne sich bald auf das Coronavirus testen lassen.
  • Schule in Bremervörde bleibt wegen Corona-Fall geschlossen.

Update, 31. August, 15.45 Uhr: In Niedersachsen hat eine Schule coronabedingt schließen müssen. Wegen eines bestätigten Falls im Lehrerkollegium blieben Haupt- und Realschule im Schulzentrum Bremervörde (Landkreis Rotenburg) am Montag und Dienstag geschlossen, teilte das Kultusministerium am Montag auf Anfrage mit. An weiteren sieben Schulen werde der Unterricht wegen bestätigter Infektionen oder Verdachtsfällen teilweise digital erteilt. So werden Schüler der Oberstufe einer Wilhelmshavener Gesamtschule von zu Hause aus unterrichtet. An einem Gymnasium in Schöningen (Landkreis Helmstedt) werde der 11. Jahrgang digital unterrichtet.

Ohne Präsenzunterricht ist je eine Lerngruppe einer Gesamtschule und eines Gymnasiums in Wedemark (Region Hannover), einer Oberschule in Hohenkirchen und Jever (Landkreis Friesland) sowie eines Gymnasiums in Seelze (Region Hannover), wie das Ministerium weiter mitteilte. Der Schulunterricht war vergangenen Donnerstag wieder in voller Klassenstärke gestartet.

Update, 31. August: Mehr als 70.000 Erstklässler aus Niedersachsen haben ihre Einschulung gefeiert und starten heute, am letzten Tag des Augusts, in den neuen Schulalltag. Bereits die Einschulungsfeiern fielen geringer aus, als in den vergangene Jahren und auch die vielerorts üblichen Schnuppertage fielen weg. Dadurch haben viele Erstklässler am Tag der Einschulung zum ersten Mal ihre neue Schule betreten. Andreas Herbig von der niedersächsischen Landesschulbehörde sagte der Deutschen Presseagentur (DPA), dass dadurch mit mehr Unsicherheit gerechnet werden kann.

Für Kinder aus bildungsferneren Schichten seien die Anregungen im letzten Kita-Jahr wichtig, wie die Vorsitzende des Grundschulverbandes in Niedersachsen, Eva-Maria Osterhues-Bruns, erklärt. Dass die Kindergärten in den vergangenen Monaten nur eingeschränkt geöffnet waren, könne daher auch Folgen haben. Viele Kinder hatten keine Schuleingangsuntersuchung, den Schulleitungen lägen demnach weniger Informationen über das Kind vor“, erklärt Herbig. Das erschwere in manchen Fällen die Entscheidung, ob ein Kind schon reif für die Schule ist.

Die Einschulungsfeiern fanden in diesem Jahr in kleinerem Umfang ab, als in den vergangenen Jahren.

Lehrer stehen vor der neuen Herausforderung, das Ansteckungsrisiko stets zu minimieren, das Einhalten der Regeln müsse eingeübt werden, sagt Herbig. Insbesondere, da es zu Beginn des Schuljahres für die Erstklässler schwierig sein werde, alle Regeln ausnahmslos einzuhalten. Auch der Aufwand von Organisation und Koordination des Unterrichts und des Kollegiums sei höher, heißt es von der Landesschulbehörde.

Prämie für Eltern-Taxis während der Corona-Krise

Update, 28. August: Die sogenannten Eltern-Taxis können für Chaos vor Schulen sorgen und sind daher oft unerwünscht: Angesichts der Corona-Pandemie geht der Landkreis Peine aber einen neuen Weg und bietet Eltern für das Bringen der Kinder eine Pauschale von 30 Cent pro Kilometer an. „Es geht darum, die Busunternehmen zu entlasten“, sagte Landkreissprecher Fabian Laaß. Zunächst hatte „NDR 1 Niedersachsen“ darüber berichtet. Den Eltern solle damit vor allem mehr Flexibilität gegeben werden.

Auch die Monatsprämie von zehn Euro für radfahrende Schüler gebe es weiter. Wenn Eltern ihre Kinder nicht in den Bus setzen wollen und lieber selbst fahren, sollten sie sie aber nicht direkt vor der Schule aussteigen lassen, um ein Verkehrschaos zu verhindern. Wie sie die Pauschale erhalten, erfahren die Eltern in den Schulen oder beim Landkreis Peine, wie Fabian Laaß sagte.

Schulstart in Niedersachsen mit Coronavirus-Problemen

Update, 27. August, 17.20 Uhr: In Wilhelmshaven kehrte ein Schüler der IGS von einer Reise in ein Risikogebiet zurück und begab sich nach Angaben der Stadt nicht wie angeordnet in Quarantäne, bis er sein Testergebnis hatte. Stattdessen traf er Freunde - die Konsequenz: Der Unterricht an der Oberstufe der Schule fällt noch bis einschließlich Freitag aus. Die Stadt kündigte an, es werde wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung entsprechende Verfahren eingeleitet. „Offensichtlich haben sich auch weitere Mitreisende nicht an die Regeln gehalten“, teilte Stadtsprecherin Julia Muth mit.

In Hildesheim sind eine Grundschule mit über 30 Lehrern und rund 300 Schülern und eine Förderschule betroffen, weil eine Lehrkraft positiv auf das Coronavirus getestet wurde, die am Montag noch mit zwölf Kollegen Kontakt hatte. Von ihnen darf zunächst keiner unterrichten. Da damit mehr als ein Drittel der Lehrkräfte ausfiel, fand am Donnerstag kein Unterricht statt. Ob am Freitag unterricht wird, war zunächst nicht bekannt.

In dem Klassenzimmer wurden verschiedene Maßnahmen zur Umsetzung der Hygiene- und Abstandsregeln getroffen.

In der Südheide sind rund 1400 Schüler der Gesamtschule in Schwarmstedt betroffen, die Schule blieb am Donnerstag zu, auch Freitag wird dort noch nicht unterrichtet. Ehemalige Schüler waren gemeinsam in Ungarn im Urlaub, unter ihnen gab es mehrere Corona-Fälle - weil die Betroffenen Geschwister an der Schule haben, wurde entschieden, den Betrieb erst später aufzunehmen.

In Salzgitter startete das Gymnasium in Salzgitter-Bad zunächst wie vor den Ferien - in einem Wechsel aus Präsenzunterricht mit halben Klassen und Homeschooling. Zunächst soll das zwei Wochen so weiterlaufen. Hintergrund sind große Sorgen von Lehrern sowie Eltern- und Schülervertreter vor den Gefahren einer Covid-19-Infektionswelle an der Schule. Das Gesundheitsamt genehmigte diese Ausnahme.

Update 27. August, 8.45 Uhr: Wegen eines Corona-Falls an einer Gesamtschule in Wilhelmshaven fällt der Unterricht teilweise aus. Betroffen sei die Oberstufe, teilte eine Sprecherin der Stadt am Donnerstag mit. Dem Gesundheitsamt sei am späten Mittwochabend die Covid-19-Erkrankung eines Schülers gemeldet worden. Dieser sei von einer Reise zurückgekehrt und habe bevor sein Testergebnis vorlag Kontakt zu anderen Schülern gehabt. Der Unterricht in der Mittelstufe findet nach Angaben der Sprecherin statt.

Update, 26. August: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne will Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit geben, sich auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen. „Es wird Angebote für freiwillige Testungen geben“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Hannover. Priorität hätten im Moment allerdings die Corona-Tests für Reiserückkehrer. Wer Urlaub in einem Risikogebiet gemacht habe, dürfe ohne den Nachweis eines negativen Corona-Tests nicht die Schule betreten, betonte der Minister.

Vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft sind unter anderem Spanien mit Ausnahme der Kanaren sowie die Türkei. Die Schulleitungen hätten jedoch nicht die Verantwortung und die rechtliche Handhabe, Reiserückkehrer zu kontrollieren, sagte Tonne. Allerdings könnten sie bei Verdachtsfällen die zuständigen Gesundheitsämter informieren.

Schule in Niedersachsen und Bremen: Maskenpflicht ab

Update 25. August: Auch in Bremen wird ab Donnerstag, mit dem Beginn des neuen Schuljahres, eine Maskenpflicht im Gebäude in allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen gelten, teilte die Bremer Bildungssenatorin in einer Pressekonferenz mit. Die Maskenpflicht gilt in allen Räume mit Ausnahme der Klassen- und Fachräume. „Dabei geht es um Begegnungen auf dem Gang, die wir im Nachhinein nicht zurückverfolgen können", sagt die Senatorin am Dienstag.

Mit dem Schulstart in Niedersachsen und Bremen am Donnerstag plädiert nun Thomas Buck, Kinder- und Jugendmediziner sowie Vorstand der Ärztekammer Niedersachsen für eine zeitlich beschränkte Maskenpflicht für Schüler und Lehrer ab der Grundschule. „Am gefährlichsten sind die ersten zwei bis vier Wochen nach den Ferien“, sagt Buck. Dies beobachte man auch bei anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe.  Es sei eine Illusion zu glauben, dass nur gesunde Kinder zur Schule gehen. „Die meisten Kinder und Jugendlichen werden symptomfrei sein, aber sie können Überträger sein.“

Update 24. August: Die Schulen in Niedersachsen starten nach den Sommerferien wieder in voller Klassenstärke. Am Donnerstag, 27. August geht der eingeschränkte Regelbetrieb los. Was bedeutet das für den Alltag von Schülern? Die gute Nachricht für alle Schüler: Unterricht an Sonnabenden oder verkürzte Herbstferien sind nicht geplant, schreibt das Kultusministerium. Eine Übersicht der Regeln

  • Eine Maskenpflicht gibt es nur außerhalb der Klassenräume, wenn der Abstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Das kann zum Beispiel in engen Fluren der Fall sein, aber auch außerhalb des Schulgebäudes.
  • Vorrang hat der Pflichtunterricht. Ganztagsangebote sind aber möglich. Auf einen Mindestabstand im Unterricht wird verzichtet, dafür soll es feste Lern- und Bezugsgruppen geben - das Ministerium bezeichnet das als „Kohortenprinzip“.
  • Mit Kohorte ist ein Jahrgang und im Idealfall eine Klasse gemeint. Schülergruppen sollen sich „nicht wild mischen“. Kohorten sollen möglichst klein gehalten werden, damit im Falle des Auftretens von Infektionen möglichst wenig Personen von Quarantänemaßnahmen betroffen sind.
  • Jahrgangs- oder schulübergreifende Angebote sind möglich, wenn 1,50 Meter Abstand zwischen den Gruppen eingehalten wird.
  • Erst wenn die Stundentafel abgedeckt ist, sollen Lehrkräfte und Stunden für Zusatzangebote wie AGs oder Ganztagsaktivitäten eingeplant werden. Der Grund: Coronabedingte Lernlücken seien zu schließen und Schulabschlüsse zu sichern.
  • Sportunterricht findet mit maximal 30 Schülern statt. Im Klassen- oder Kursverband gilt für den Sportunterricht kein Abstandsgebot. Sportarten, die sehr engen Körperkontakt erfordern (z. B. Judo, Wasserball), bleiben weiter untersagt. 
  • In Innenräumen bleiben Gesangs- und Orchesterproben verboten. Proben und Auftritte im Freien sind mit ausreichend Abstand erlaubt. Bei Gesangsaufführungen gilt ein Abstand von zwei Metern, bei Blasinstrumenten 1,50 Meter. 
  • Von Klassenfahrten rät das Kultusministerium aktuell ab. Eintägige Schulausflüge, etwa Wandertage, sind zulässig. Betriebspraktika dürfen Schüler machen. Hier sei eine Absprache mit den Unternehmen nötig. 
  • Beim Mittagessen sollen die verschiedenen Gruppen räumlich getrennt werden oder zeitlich versetzt essen.
  • Sollten zu wenig Lehrer zurückkehren, können höheren Jahrgänge (Klasse 7 bis 13) dann an maximal einem Tag pro Woche zu Hause unterrichtet werden. Bei den Stufen 1 bis 6 soll das Lernen von zu Hause vermieden werden.
  • Schüler, die zu einer Risikogruppe gehören, dürfen von zu Hause lernen. Sie müssen allerdings eine ärztliche Bescheinigung vorlegen.

In Bremen werden ab Montag Tablets an Lehrer verteilt, wie das Bildungsressort mitteilt. Im Anschluss sollen ab September Schüler der öffentlichen Schulen Tablets bekommen. Rund 30.000 Geräte gehen zunächst an Kinder und Jugendliche, die in sozial schwierigen Haushalten leben. Nach und nach sollen auch die übrigen, rund 60.000 Schüler mit einem Tablet ausgestattet werden.

Die Schüler Niedersachsens und Bremens kehren in wenigen Tagen aus den Sommerferien in den neuen Schulalltag zurück.

In den Schulen Niedersachsens wird nach mehr als fünf Monate ab Donnerstag erstmals wieder Unterricht in voller Klassenstärke stattfinden. Kurz vor Ferienende werden nun zunehmend Befürchtungen laut, dass Schulen wegen des Coronavirus wieder geschlossen werden könnten. Verbände wie die Lehrerorganisationen Bildung und Erziehung (VBE) forderten, verschärfte Hygienemaßnahmen und einen verbesserten Infektionsschutz. Der Hygieneplan des Kultusministeriums reiche bei weitem nicht aus, sagte VBE-Landesvorsitzende Franz-Josef Meyer am Wochenende. In Niedersachsen wird eine Maskenpflicht zunächst nur dort Pflicht sein, wo in den Schulen ein Abstand von 1,50 Meter zu anderen nicht möglich ist.

Während sich die Corona-Regeln in den Schulen noch bewähren müssen, sind Hygiene-Regeln in Bussen und Bahnen seit einigen Monaten Realität. Wer sich nicht daran hält, muss nun in Niedersachsen und Hamburg mit empfindlichen Bußgeldern rechnen, berichtet 24hamburg.de*.

Schule in Niedersachsen: Offen für Corona-Tests für Lehrer

Update 23. August: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat sich offen für Corona-Tests für Lehrer gezeigt. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Dabei gehe aber nur um freiwillige Tests, keine verpflichtenden. Der Bildungsverband VBE und der Städtetag hatten die Tests vor dem Hintergrund der steigenden Neuinfektionen gefordert, um das Risiko an Schulen zu verringern. Nun verwies Ministeriumssprecher Sebastian Schumacher auf laufende Gespräche: „Die ganze Corona-Lage lehrt, dass man gut beraten ist, auch immer flexibel und dynamisch zu bleiben“, sagte er.

Update 20. August: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) plant den eingeschränkten Regelbetrieb an Schulen zum 27. August. An seinem Hygienekonzept gibt es Kritik. Der niedersächsische Städtetag fordert eine Verbesserung des Corona-Infektionsschutzes an Schulen. Städtetag-Geschäftsführer Dirk-Ulrich Mende erwähnt zudem die Urlaubsrückkehrer, für die es keine vernünftige Teststrategie gebe, berichtet der NDR.

Auch der Landeselternrat und der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) kritisieren die Pläne von Tonne. Statt Regelbetrieb mit strengem Hygienekonzept wollen die Eltern den Wechselbetrieb, bei dem Schülergruppen abwechselnd in die Schule kommen. Der Lehrerverband fordert so wie der Städterat kostenlose Corona-Tests für das schulische Personal.

Update 19. August: Die Maskenpflicht im Unterricht sieht Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), anders als Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), skeptisch: „Es gibt nach meiner festen Überzeugung sehr seriöse Argumente gegen die Maske im Klassenzimmer.“ An vielen Stellen in der Schule, sei es wichtig, die Mimik des anderen sehen zu können. Weiterhin sieht er das Tragen der Maske im Klassenraum bei sommerlichen Temperaturen als große Herausforderung der Konzentration. Tonne glaube, dass das Lernen mit Maske „schwierig bis unmöglich“ sei. Der Unterricht mit Maskenpflicht könne allenfalls eine „kurzfristige Notlösung“ sein.

Außerdem warnt Tonne Lehrer ausdrücklich davor, in Corona-Risikogebiete zu reisen. „Wenn Lehrkräfte sich zu Beginn ihrer Reise wissentlich in ein Risikogebiet begeben, dann tragen sie das Risiko und die Konsequenzen selber“, sagt der SPD-Politiker der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Wie Annette Kemp, Sprecherin der Bremer Bildungsbehörde, Buten un Binnen sagte, sollen Bremer Schüler ab der 5. Klasse im Schulgebäude eine Maske tragen. Im Unterricht soll diese Maskenpflicht aber nicht gelten. Die Entscheidung falle aber erst endgültig am Dienstag vor dem Schulstart am 27. August.

Die Maskenpflicht im Unterricht bleibt weiter umstritten, insbesondere bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen.

Update 18. August: Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hält auch eine Maskenpflicht im Unterricht für möglich. Dies wäre als „zeitlich begrenzte Maßnahme“ in besonders stark vom Coronavirus betroffenen Regionen denkbar. Das verriet Althusmann der Neuen Osnabrücker Zeitung. Bisher ist nur eine Maskenpflicht außerhalb der Klassenräume geplant. Dann allerdings auch nur dort, wo der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann.

Update 14. August: Die Schulen in Niedersachsen starten nach den Sommerferien wieder in voller Klassenstärke. Es werde vom 27. August an einen eingeschränkten Regelbetrieb geben, teilte das Kultusministerium mit. Vorrang hat dabei der Pflichtunterricht. Auf einen Mindestabstand im Unterricht wird verzichtet, dafür soll es feste Lerngruppen geben. Eine Maskenpflicht gibt es nur außerhalb der Klassenräume, wenn der Abstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Sollte es in einzelnen Städten oder Kreisen einen deutlichen Anstieg der Zahl der Coronakranken geben, muss das zuständige Gesundheitsamt entscheiden, ob der Schulbetrieb wieder eingeschränkt wird.

BundeslandSchulferien
Hamburg:25. Juni - 05. August
Schleswig-Holstein:29. Juni - 08. August
Niedersachsen:16. Juli - 26. August
Bremen:16. Juli - 26. August

Dies sei vor dem Hintergrund der derzeitigen Fallzahlen „gut vertretbar“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dem Weser-Kurier. „Zwar haben wir wieder mehr Neuinfektionen. Aber wir sind nach wie vor in einem gut beherrschbaren Bereich unterwegs.“ In Niedersachsen gebe es derzeit 5,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Das sei überschaubar. „Deshalb zögere ich auch, von einer zweiten Welle zu sprechen“, erklärte Weil.

Mit der Rückkehr zum Regelbetrieb sollen Nachteile für Schüler aus sozial schwächeren Familien vermieden werden. Wer zu Hause gefördert werde und eine hohe Motivation mitbringe, der komme mit Unterrichtsformen zu Hause (Home-Schooling) ganz gut zurecht, sagte Stephan Weil. Wo diese Voraussetzungen aber fehlten, werde der Abstand zu anderen Schülern schnell größer.

Wegen Corona: Schul-Quarantäne in Niedersachsen gefordert

Update 12. August: Die niedersächsische FDP fordert: Lehrer und Schüler, die frisch aus dem Urlaub kommen, sollen für 14 Tage zu Hause bleiben. So könne vermieden werden, dass Schulen wegen Corona-Ausbrüchen komplett geschlossen werden müssen, heißt es. Egal ob Risiko-Gebiet oder nicht - die FDP schlägt die 14-tägige „Schul-Quarantäne“ ausdrücklich für alle Urlaubsrückkehrer vor - egal, ob von Mallorca, aus dem Harz oder von der Küste. Das Kultusministerium lehnt eine pauschale „Zu-Hause-Bleiben-Pflicht“ ab, schreibt der NDR.

Update 11. August: Niedersachsen hält vorerst am Schulstart mit vollen Klassen im eingeschränkten Regelbetrieb fest. Laut Kultusministerium soll die Lage zwei Wochen vor Ferienende erneut neu bewertet werden. 

Die FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag sprach sich am Dienstag für eine Maskenpflicht im Unterricht ab der fünften Klasse aus, sofern die Corona-Infektionszahlen ansteigen. Die Maske im Unterricht sei flächendeckenden Schulschließungen im Fall der befürchteten zweiten Welle vorzuziehen.

In Mecklenburg-Vorpommern war die Schule am 1. August gestartet und wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahres waren erste Schulen bereits wieder geschlossen worden. Mehrere Länder kündigten zudem eine Maskenpflicht an Schulen an. Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte Anfang Juli zur Maskenpflicht im Unterricht gesagt, dass sein Ministerium die Erfahrungen anderer Bundesländer, in denen die Schule jetzt schon wieder beginne, beobachte.

Corona-Bußgelder sorgen für Kritik

Update 10. August: Die geplanten Corona-Bußgelder gingen offenbar in Teilen zu weit. Kritik gab es vor allem an den Strafandrohungen gegenüber Schulleitern. Jetzt wird der Katalog für Niedersachsen komplett überarbeitet. Ein Auslöser dürfte vor allem gewesen sein, dass die Pläne bei Corona-Verstößen Strafen von bis zu 10 .000 Euro für Schulleitungen vorsahen. Dem Vernehmen nach waren diese Strafandrohungen im Vorfeld mit dem Kultusministerium nicht abgestimmt worden, und das Schulministerium hätte seine Zustimmung verweigert.

Meldung vom 5. August: Die Bundesregierung begrüßt die Pläne einzelner Bundesländer, in der Schule eine Maskenpflicht einzuführen. „Eine solche Maskenpflicht klingt nach einer vernünftigen Überlegung“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. Die Schüler kehren nun nach und nach aus den Sommerferien zurück. Für den Betrieb sind bereits bestimmte Coronavirus-Maßnahmen in Kraft oder werden von den Ländern geplant. Demmer erklärte, dass die Maskenpflicht in ein Gesamtkonzept eingebettet werden müsse, die Zuständigkeit dafür aber bei den Ländern liege.

Coronavirus-Sorgen: Eltern sollen miteinander sprechen und sich austauschen

Für die Erstklässler ist es eine gute Nachricht, dass nach den Ferien alle Kinder wieder zur Schule gegen sollen - regelmäßig. Viele Eltern machen sich allerdings Sorgen, was geschieht, wenn die Coronavirus-Infektionsfälle wieder zunehmen und die Schulen in der Folge erneut schließen müssen. Oliver Dickhäuser, Professor für Pädagogische Psychologie an der Uni Mannheim, empfiehlt, sich mit anderen Eltern zu vernetzen, deren Kinder bereits auf der Schule sind.

Die Bundesregierung hält die Maskenpflicht in Schulen für eine vernünftige Überlegung. Die Zuständigkeit für Gesamtkonzepte lege jedoch bei den Ländern.

Eltern mit Kindern auf der Schule könnten Informationen darüber geben, wie es an in den vergangenen Monaten an der Schule gelaufen ist. Dazu ebenfalls, ob es eine klare Kommunikation zwischen Schulleitung, Eltern und Kindern sowie kreative Lösungen gegeben hat. Dickhäuser rät allerdings davon ab, bereits zum jetzigen Zeitpunkt bei der Schulleitung nachzufragen, welche Konzepte es für mögliche Einschränkungen gibt. „Ich glaube, neue Erstklässler-Eltern tun gut daran, die Schulen jetzt erst einmal ihre Arbeit machen zu lassen“, sagt der Psychologe.

Hamburg: Grundschüler sind von Maskenpflicht in Schulen ausgenommen

Hamburgs Schüler kehren bereits am Donnerstag, 6. August, aus ihren Sommerferien zurück. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) gab zu Beginn der Woche im ARD-Morgenmagazin bekannt, dass eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutz außerhalb des Unterrichts gilt. Diese Maßnahme solle mit Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln dazu beitragen, einen normalen Betrieb in den Schulen gewährleisten zu können. Lehrer und andere Beschäftigte der Hamburger Schulen können sich mehrfach kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Der Hygieneplan für den Schulbetrieb sei in einer präzisierten Form zu Beginn der Woche an die Schulen verschickt worden, heißt es von der Hamburger Bildungsbehörde. Der Plan orientiere sich an Überlegungen und Empfehlungen zahlreicher medizinischer Gesellschaften. Von der Maskenpflicht innerhalb der Schule seien demnach Grundschüler ausgenommen. Weiterhin sei es vorgesehen, dass im Unterricht die Maske abgenommen werden darf. Die Pflicht zum Tragen gelte jedoch in den Fluren, Pausen, auf Wegen durch das Schulgelände und in der Kantine.

Auch die Hamburger Kindertagesstätten werden ab dem 6. August einen eingeschränkten Regelbetrieb wieder aufnehmen. Eltern haben weiterhin beim Bringen und Abholen ihrer Kinder eine Maske zu tragen, sobald sie die Kita betreten.

Schleswig-Holstein: Das Prinzip Kohorte für den Schulbetrieb

In Schleswig-Holstein geht es für die Schüler zu Beginn der kommenden Woche am 10. August wieder los. Geplant ist, in Großgruppen nach Jahrgangsstufe zu unterrichten. Das Konzept ist, die Abstandsregel innerhalb des jeweiligen Jahrgangs fallen zu lassen, zwischen den Stufen den Kontakt allerdings möglichst zu vermeiden. Solange die Maskenpflicht gilt, muss unabhängig von den Schulkonzepten in den Schulbussen und öffentlichen Verkehrsmitteln eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Unabhängig von der Maskenpflicht gelten weiterhin die bereits bekannten Hygiene- und Sicherheitsregeln wie Abstand halten und Hände waschen.

Anders als Hamburg verzichtet Schleswig-Holstein auf eine allgemeine Maskenpflicht in den Schulen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach allerdings eine dringende Empfehlung aus, in den ersten beiden Schulwochen in der Schule eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Eine Ministeriumssprecherin ergänzte, dass sich die Empfehlung auf die Schulgebäude, den Schulhof und auch auf den Unterricht beziehe. Die Jahrgangsstufen eins bis sechs sind von der Empfehlung für den Unterricht ausgenommen. Auch auf dem Schulweg sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Weiterhin wird für die Wege in der Schule, den Schulhof sowie die Pausenräume diese dringende Empfehlung über die zwei Wochen hinaus ausgeweitet.

Statt des durchgängig einzuhaltenden Abstandsgebots tritt im Unterricht das Kohortenprinzip in Kraft. So heißt es in einem Konzept für das neue Schuljahr. Sollte es zu einem Infektionsfall kommen, könnte dann nur die betroffene Kohorte in Quarantäne geschickt werden. Das verhindere, dass der gesamte Betrieb der jeweiligen Schule eingestellt werden muss. Großflächige Corona-Tests sind für Lehrer in Schleswig-Holstein nicht vorgesehen.

Niedersachsen: Keine Notwendigkeit für Masken im Klassenraum

Die Schüler Niedersachsens haben noch bis zum 26. August Ferien. Nach Angaben des Kultusministeriums will das Land ab dem 27. August ein Maximum an Bildung und Betreuung anbieten. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte Anfang Juli, dass das neue Schuljahr „auf Basis von Normalität“ geplant sei. In einem Interview mit der Bremer Zeitung Weser Kurier bestätigte er, dass trotz steigender Corona-Infektionszahlen mit einem Regelbetrieb der Schulen nach den Sommerferien ausgegangen wird. Sein Ministerium beobachte die Erfahrungen anderer Bundesländer, in denen die Schule jetzt schon wieder beginne. Tonne erklärte aber auch Anfang Juli, dass es einige Sonderregelungen geben soll. Auf das Abstandsgebot werde verzichtet, auf den Fluren sollen Masken getragen werden.

Je nach Infektionslage wurden drei Szenarien entwickelt. Zu diesen hat das Niedersächsische Kultusministerium einen Leitfaden für Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter herausgegeben, der online abgerufen werden kann. Zum Szenario A, dem eingeschränkten Regelbetrieb, heißt es darin: „Um einen weitgehend normalen Unterrichtsbetrieb zu gewährleisten, wird das Abstandsgebot unter den Schülern zugunsten eines Kohortenprinzips aufgehoben.“ Das Tragen einer Maske sei dort Pflicht, wo der Abstand nicht eingehalten werden könne. In der Regel betreffe dies Gänge, Flure, Versammlungsräume, kann aber auch auf dem Außengelände der Fall sein.

Die von Nordrhein-Westfalen eingeführte Maskenpflicht, die auch während des Unterrichts an weiterführenden Schulen und Berufsschulen gilt, sei für Niedersachsen zum jetzigen Zeitpunkt übertrieben. Das Land plane weiterhin, nach den Sommerferien an den Schulen einen eingeschränkten Regelbetrieb zu ermöglichen. Der Unterricht soll innerhalb fester Lerngruppen stattfinden, sagte Kultusstaatssekretärin Gaby Willamowius am 4. August in Hannover. Aufgrund der niedrigen Infektionszahlen in Niedersachsen sei das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung während der gesamten Unterrichtszeit nicht notwendig. Außerhalb des Unterrichts sei jedoch in bestimmten Situationen, wie etwa auf den Gängen, das Tragen einer Maske verpflichtend, sagte die Staatssekretärin. Entsprechend der Entwicklung der Infektionszahlen würden die Regelungen angepasst.

Bremen: Rückkehr in den Schulbetrieb mit Klassenteams

Bremen hat ein „Rahmenkonzept Schuljahr 2020/2021“ aufgestellt und will damit „möglichst viel Normalität und einen Regelbetrieb unter den Auflagen des Hygieneplans erreichen“. Im kleinsten Bundesland beginnt die Schule, ebenso wie in Niedersachsen, am 27. August wieder. Bei allen Entscheidungen sei sich an dem Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe orientiert worden. Für den Schulbetrieb sind Klassenteams vorgesehen. Im Fall einer Einschränkung des Schulbetriebs solle Grundschülern und Schülern, die zu Hause keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten zum selbstständigen Lernen haben, bevorzugt mit Präsenzzeiten versorgt werden. Eine Maskenpflicht an Schulen sei bisher nicht geplant, wie eine Sprecherin der Bremer Bildungsbehörde dem Weser Kurier mitteilte.

Unter Corona-Bedingungen hat in Mecklenburg-Vorpommern der Unterricht bereits wieder begonnen. Die Kultusminister der Länder haben vereinbart, dass die Schulen nach den Ferien trotz der Corona-Pandemie in den Regelbetrieb zurückkehren.

Die Bildungsbehörde fasst auf ihrer Homepage die wichtigsten Punkte für den Betrieb der Schulen und Kindertagesstätten zusammen. Außerdem stehen die Rahmenkonzepte im PDF-Format zum Download zur Verfügung. Für Schulen ist demnach ebenfalls der Regelbetrieb nach dem Kohortenprinzip vorgesehen. Zum Regelbetrieb heißt es zudem, dass dieser für Grundschulen mit „großer Sicherheit anzunehmen“ sei, für weiterführende Schulen „mit hoher Wahrscheinlichkeit“.

HamburgSchleswig-HolsteinNiedersachsenBremen
Maskenpflicht im Unterrichtneinnur Empfehlungneinnein
Maskenpflicht im Schulgebäudejanur Empfehlungja, wenn Abstand nicht eingehalten werden kannnein
Maskenpflicht in den Pausenjanur Empfehlungja, wenn Abstand nicht eingehalten werden kannnein
Unterricht nach Kohortenprinzipjajajaja

Für die Kindertagesstätten heißt es, dass der Betrieb auf Grundlage der Rechtsverordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus erfolgt. Grundsätzlich sei der eingeschränkte Regelbetrieb vorgesehen. Jedem Kind stehe aber eine Betreuung von mindestens 20 Stunden pro Woche zu. Beim Bringen und Abholen ihrer Kinder haben Eltern eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sobald sie die jeweilige Einrichtung betreten. --- 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen / picture alliance / dpa

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