Mehrere Varianten möglich

Land prüft Antrag auf Einleitung von Asse-Lauge in Elbe

Hannover - Niedersachsen wird einer Einleitung von Salzlauge aus dem maroden Atommülllager Asse in die Elbe nur zustimmen, wenn sich der Zustand des Flusses dadurch nicht verschlechtert. Ein Antrag des Bundesamtes für Strahlenschutz an das Landesbergamt auf eine Einleitung in die Elbe bei Gorleben werde nach Recht und Gesetz geprüft, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover am Freitag.

Seit 2005 wird die nicht radioaktiv belastete Lauge aus dem ehemaligen Salzstock bei Wolfenbüttel in das stillgelegte Bergwerk Mariaglück bei Celle gepumpt. Ende des Jahres läuft die Genehmigung dazu aus, da die Aufnahmekapazität des Bergwerks begrenzt ist. 

Wie das Bundesamt mitteilte, sei die Beseitigung des Salzwassers, das täglich von außen in die Asse fließt, für den langfristigen und sicheren Betrieb des Atommülllagers zwingend notwendig. Geprüft und diskutiert werden dazu mehrere Varianten, etwa eine Einleitung in die Nordsee, in Flüsse wie Weser, Jade oder Ems oder eine Anlieferung an die Landessammelstelle, deren Kapazität aber nicht ausreicht. 

Vorschlag schon im Mai 2012

Der Vorstoß des Bundesamtes zur Einleitung der Asse-Lauge in die Elbe kommt nicht überraschend. Schon im Mai 2012 hatte die Behörde dem Umweltministerium den Vorschlag unterbreitet, das Salzwasser in niedersächsische Flüsse einzuleiten. Weil damals anders als heute die Zeit noch nicht drängte, hatte die Politik aber zunächst an der unterirdischen Entsorgung festgehalten. 

Für eine Einleitung in die Elbe bei Gorleben spricht, dass das Bundesamt für Strahlenschutz dort seit mehreren Jahren Salzwasser einleiten darf, das bei der Offenhaltung des dortigen Bergwerks anfällt. Um Umweltschäden durch einen erhöhten Salzgehalt der Elbe zu verhindern, ist die genehmigte Einleitung auf 56.300 Kubikmeter im Jahr beschränkt. Diese Menge solle auch bei einer Einleitung der Asse-Lauge nicht erhöht werden, hieß es vom BfS. Die in der Asse in einem Jahr anfallende Menge an unbelastetem Salzwasser betrage derzeit etwa 4.000 Kubikmeter. 

Protest gegen die Pläne regt sich bei der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg. „Eine Einleitung von Salzwasser aus der havarierten Schachtanlage Asse II in die Elbe kommt für uns nicht in Frage", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Elbe sei bereits mit Salz aus der Saale stark belastet. "Statt eines Rückbaus in Gorleben herrscht dann Betrieb auf dem Gelände. Das sehen die Gorleben-Gegner als Provokation."

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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