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Polizisten aus Niedersachsen sollen Impfpässe gefälscht haben – große Durchsuchung

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Von: Yannick Hanke

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Ein Blanko-Impfpass wird in die Kamera gehalten. Im Hintergrund sind weitere solcher Impfpässe sowie Smartphones zu sehen.
Im niedersächsischen Stade stehen fünf Polizisten und Polizistinnen unter Verdacht, Impfpässe gefälscht zu haben. (Archivbild) © Stefan Puchner/dpa

In Stade werden fünf Polizisten und Polizistinnen verdächtigt, Impfpässe gefälscht zu haben. Polizei in Niedersachsen ermittelt. Bundesweit große Razzien.

Stade – Im niedersächsischen Stade werde Polizisten verdächtigt, Impfpässe gefälscht zu haben. Deswegen hat die Polizei am Dienstag, 15. März 2022, insgesamt vier Wohnungen von fünf Beamten und Beamtinnen durchsucht. Wie die dpa berichtet, soll es sich bei den Verdächtigen um Beamte der Polizei Stade handeln. Deswegen werden die Ermittlungen durch die Polizei im Landkreis Rotenburg durchgeführt.

Impfpassfälschung in Niedersachsen: Fünf Polizisten aus Stade stehen unter Verdacht – sie sollen Impfpässe auch weitergegeben haben

Nach den offiziellen Angaben wird den fünf Verdächtigen im Alter von 31, 32, 35, 40 und 44 Jahren zur Last gelegt, die gefälschten Impfpässe selbst genutzt zu haben – aber auch an andere Menschen verteilt zu haben. Deswegen sei das Quintett vom Dienst freigestellt worden.

Die fünf Polizisten und Polizistinnen müssten sich nun sowohl strafrechtlich als auch in einem Disziplinarverfahren verantworten. Im Rahmen der Durchsuchungen in Niedersachsen habe die Polizei Utensilien sichergestellt, die zur Herstellung der gefälschten Impfzertifikate dienen könnten.

Große Razzia in vier Bundesländern wegen Verdacht auf Impfpassfälschung – 29-Jähriger mit 42 Blanko-Impfpässen

Hinzu kommen Speichermedien, Handys sowie Laptops, die ebenfalls konfisziert wurden. Die Auswertung des beschlagnahmten Beweismaterials und die weiteren Ermittlungen dauern nach Angaben der Polizei aber noch an. Indes sind im Rahmen eines konzentrierten Einsatzes in Hamburg*, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Bayern insgesamt 22 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden.

Darüber berichtet unter anderem „n-tv“ und beruft sich dabei auf Polizei und Staatsanwaltschaft in Hamburg. Im Kampf gegen mutmaßliche Impfpass-Fälscher seien beispielsweise in der Wohnung eines 29-Jährigen unter anderem 42 Blanko-Impfpässe sowie rund 2100 Euro Bargeld sichergestellt worden.

Justiz in Niedersachsen muss immer wieder wegen Impfpassfälschung ermitteln – Ex-Werder Trainer Markus Anfang mit dicker Geldstrafe

Allein in Niedersachsen muss die Polizei immer wieder wegen gefälschter Impfpässe ermitteln. Ob in Osnabrück oder in Hannover, teilweise berichtet die Justiz über eingeleitete Verfahren im dreistelligen Bereich. Fälscher sollten jedoch gewarnt sein: denn ihr kriminelles Treiben zählt als Urkundenfälschung und kann mitunter zu einer Haftstrage von bis zu fünf Jahren führen.

Und: Wer eine Impfung gar nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig dokumentiere, muss eventuell bis zu 2500 Euro Bußgeld zahlen. Allein die Vorlage eines gefälschten Impfausweises kann die Person teuer zu stehen kommen.

Das prominenteste Beispiel in dieser Hinsicht ist wohl der Ex-Werder-Trainer Markus Anfang, der wegen Impfpass-Fälschung satte 36.000 Euro Strafe zahlen muss* – einjähriges Berufsverbot inklusive. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und deichstube.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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