Polizei fahndet mit Fotos

39-jähriger Straftäter im Vollzug in Moringen entwischt

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Hannover/Moringen - Erneut ist es im niedersächsischen Maßregelvollzug zu einem Zwischenfall gekommen: Ein 39-jähriger Straftäter im Vollzug in Moringen konnte am Dienstag während eines Ausgangs entkommen. Dies teilte das Sozialministerium am Mittwoch mit. Jetzt fahndet die Polizei mit Bildern.

Der wegen Mordes im Jahre 1998 verurteilte Bremervörder kehrte nicht von seinem Ausgang zurück, teilt die Polizei mit. Die Beamten suchen mit folgender Beschreibung nach dem Mann: "Herr Falke ist 1,76 Meter groß, etwa 77 Kilogramm schwer, trägt eine Glatze und ist auffällig an den Armen und Unterarmen sowie am Hinterkopf tätowiert. Dort trägt er auf seiner Kopfhaut die Abbildung einer Krone, das Wort ,Pain', ein US-Dollar-Zeichen ($) und die Zahl 86. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens war er mit blauen Turnschuhen, einer blauen Jeans, einem weinroten Kapuzenshirt (mit Emblem auf der Vorderseite) und einer grauen Steppjacke bekleidet."

Die "Bild"-Zeitung berichtete, der nun geflüchtete 39-Jährige habe sich einen Tag lang für eine ambulante Therapie im benachbarten Northeim aufhalten sollen. Weil eine Mitpatientin bei der Einrichtungsleitung in Moringen schwere Vorwürfe gegen ihn erhob, sollte der Mann aber früher als eigentlich geplant zurückgeholt werden. Die Frau fühlte sich unter Druck gesetzt, weil der 39-Jährige von ihr verlangt habe, Drogen in das Landeskrankenhaus einzuschmuggeln. Mit diesen Vorwürfen wollte ihn die Leitung konfrontieren. Doch der Mann konnte auf dem Weg zum Auto den Betreuern entkommen, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Eine akute Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe aber nicht, heißt es weiter.

Der 39-Jährige war im Jahr 1998 wegen eines Mordes im Drogenmilieu in Bremen verurteilt worden. Nach einer Gefängnisstrafe war er wegen psychischer Krankheit zunächst in den Bremer Maßregelvollzug eingewiesen worden. Im Sommer 2015 wurde der Mann schließlich nach Moringen überstellt, weil es während seiner Zeit in Bremen immer wieder Rückfälle in die Drogenabhängigkeit gegeben haben soll.

"Von der Überstellung nach Moringen versprachen sich die Ärzte einen Neustart mit mehr Aussichten auf Erfolg", sagte Ministeriumssprecher Uwe Hildebrandt. Gewalttätig sei der Mann während seiner Zeit im Vollzug allerdings nicht geworden.

Hinweise auf den Gesuchten nimmt neben dem Kriminaldauerdienst der Polizei Bremen unter Telefonnummer 0421/3623888 auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

dpa

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