Pädagogenmangel in Kitas

Niedersachsen plant berufsbegleitende Ausbildung für Erzieher

Hannover - In den Kitas fehlen Pädagogen. Die Landesregierung will nun die Ausbildung flexibler gestalten. Wer künftig parallel in einer Kita arbeitet und zur Fachschule geht, soll dafür eine Vergütung bekommen. Der bisherige Ausbildungsweg bleibt weiter möglich - ohne Vergütung.

Niedersachsen plant zum kommenden Schuljahr eine Reform der Ausbildung für Erzieher, um mehr junge Leute für diese Berufe zu gewinnen. Bereits ab August sollen angehende Erzieher und sozialpädagogische Assistenten die Möglichkeit haben, ihre schulische Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren und in dieser Zeit bereits in einem Kindergarten zu arbeiten. Bei der berufsbegleitenden Variante hätten sie dann Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung, teilte das Kultusministerium am Donnerstag mit. 

Wer parallel arbeitet und zur Fachschule geht, wird allerdings insgesamt länger für die Ausbildung brauchen. So werde sich in der Teilzeit-Variante der erste Ausbildungsschritt bis zum sozialpädagogischen Assistenten von zwei auf drei Jahre verlängern, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. 

Land will Schulgeld für private Fachschulen übernehmen

Sozialpädagogische Assistenten, die sich parallel zur Arbeit zum Erzieher weiterbilden wollten, würden für diesen zweiten Schritt ebenfalls statt bisher zwei künftig drei Jahre benötigen. Alternativ bleibe es weiterhin möglich, die Ausbildung im Vollzeit-Schulbesuch im bisherigen Zeitrahmen zu absolvieren - dann jedoch ohne Vergütung. 

Das Land will künftig außerdem das Schulgeld für diejenigen angehenden Pädagogen übernehmen, die eine private Fachschule besuchen. „Es kann nicht sein, dass angehende Fachkräfte für die Bildung, Betreuung und Erziehung unserer Kinder während ihrer Ausbildung auch noch Schulgeld aufbringen müssen", sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Die Kosten dafür belaufen sich nach Angaben des Kultusministeriums auf fünf Millionen Euro jährlich. Sollte sich dafür Platz im Haushalt finden, könne diese Maßnahme bereits 2019 umgesetzt werden. 

Zudem sollen 500 zusätzliche Plätze für die sozialpädagogischen Ausbildungsgänge an berufsbildenden Schulen geschaffen werden. Außerdem will die Landesregierung Quereinsteigern den Wechsel in die Erzieherberuf erleichern. Kinderkrankenpfleger, Ergotherapeuten und Logopäden sollten die Möglichkeit bekommen, sich ihre Abschlüsse anrechnen zu lassen und die Erzieher-Ausbildung um zwei Jahre abzukürzen. 

FDP will Schulgeld abschaffen

Die oppositionelle FDP präsentierte ein alternatives Reformkonzept. Sie will das Schulgeld für angehende Erzieher und sozialpädagogische Assistenten abschaffen und ihnen auch bei Vollzeit-Schulbesuch eine Ausbildungsvergütung zahlen. Einen entsprechenden Antrag werde man im April in den Landtag einbringen, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling. Angehende Erzieher sollen nach Vorstellungen der FDP eine Ausbildungsvergütung von 700 Euro im Monat erhalten, für künftige sozialpädagogische Assistenten sind 500 Euro im Monat vorgesehen. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze soll um 500 für Erzieher und 500 für sozialpädagogische Assistenten erweitert werden. Die Kosten für diese Reform schätzt die FDP auf 145 Millionen Euro jährlich. 

Vom Konzept der Landesregierung zeigte sich Försterling wenig überzeugt. "Es hat keinen Sinn, an der Ausbildung herumzuschrauben. Man muss angesichts des Fachkräftemangels das Problem schnell lösen", sagte der FDP-Politiker. -dpa

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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