Niedersachsens Nutztiere produzieren immer mehr Gülle und Mist

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Eine Misthaufen auf einem Feld in der Region Hannover.

Hannover - Kühe, Schweine, Hühner, Puten, Schafe - in Niedersachsen werden Millionen Nutztiere gehalten. Die Zahl der Tiere sinkt zwar leicht, sie produzieren aber mehr Gülle und Mist. Und dann sind da auch noch die Abfälle aus Biogasanlagen.

Trotz leicht sinkender Tierzahlen in der Schweine- und Geflügelhaltung ist die Menge an Gülle und Mist in Niedersachsen im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Dies geht aus dem am Mittwoch in Hannover vorgestellten Nährstoffbericht des Landes hervor. Demnach fielen von Juli 2014 bis Juni 2015 landesweit rund 59,6 Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger an, also Gülle, Festmist und Gärreste aus Biogasanlagen - knapp 400 000 Tonnen mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Das Mengenproblem bei Gülle und Gärresten ist noch nicht gelöst, wir haben die Trendwende noch nicht erreicht“, sagte Agrarminister Christian Meyer (Grüne). Trotzdem fällt Meyers Fazit durchaus positiv aus:„Die Maßnahmen, um die Düngermenge zu reduzieren, zeigen bereits Wirkung, wir sind aber längst noch nicht am Ziel.“ Dank neuer Erlasse könnten die Behörden die Ställe besser überwachen. Mit verbindlichen Kontrollen der Verwertungswege sei zudem eine landesweit sachgerechtere Verwertung eingeleitet worden. „Und auch die Initiativen zur Förderung des Tierwohls bewirken, dass die Tierzahlen pro Betrieb tendenziell sinken“, betonte Meyer.

In Zahlen weist der aktuelle Bericht einen Rückgang von etwa 61 000 Schweinen (Bestand: 10,7 Millionen)und rund 190 000 Stück Geflügel (105 Millionen) aus. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Rinder um etwa 16 000 (2,6 Millionen). Auch bei den Biogasanlagen ist nach wie vor ein Zuwachs zu verzeichnen (1520). Der anfallende Stickstoff aus Biogasanlagen erhöhte sich um rund 3000 auf fast 58 000 Tonnen, während der Stickstoffanteil der Tierhaltung leicht sank, auf 265 500 Tonnen. In der Konsequenz lande in Niedersachsen noch immer zu viel Dünger auf den Feldern, erklärte Meyer. Insbesondere in Regionen mit intensiver Viehhaltung im Nordwesten, konkret die Landkreise Leer, Cloppenburg und Vechta, gibt es nach wie vor Probleme. Sofern Landwirte den Mist nicht selbst als Dünger verwenden können, müssen sie andere Abnehmer finden.

Insgesamt seien rund 34 Millionen Tonnen Dünger an andere Betriebe abgegeben worden, heißt es im Bericht. Da die Landwirte neben Mist und Gülle auch noch rund 300 000 Tonnen Mineraldünger auf ihre Felder bringen, gibt es in der Praxis noch immer erhebliche Nährstoffüberschüsse. Würde der Mineralstoffdünger durch organischen Dünger ersetzt, bestehe „ein Einsparpotenzial bei Düngern von annähernd 80 Millionen Euro“ im Land, sagte Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Schwetje. Meyer forderte mit Blick auf die Nitratbelastung im Grundwasser, die Düngermenge deutlich zu verringern.

An mehr als 50 Prozent der Grundwassermessstellen im Land werde der gesundheitsschädliche Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm/Liter überschritten. „Diese anhaltend hohe Belastung unseres Wassers ist nicht hinnehmbar.“ Die EU-Kommission hat wegen der hohen Belastung zwei sogenannte Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland auf den Weg gebracht.
dpa

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