64 Millionen Schaden durch Organisierte Kriminalität in Niedersachsen

Hannover - Drogenhandel, Waffenschmuggel und Erpressung - das sind die Klassiker der Organisierten Kriminalität. Doch es gibt für die Banden einen neuen lukrativen Bereich: die Cyberkriminalität wie das Ausspähen von Kontodaten auf fremden Computern mit millionenfachen Schäden.

Bei der Organisierten Kriminalität in Niedersachsen dominieren weiterhin die Rauschgiftdelikte. Vor allem der Handel mit Drogen über das Internet nehme zu, teilte das niedersächsische Innenministerium am Montag zum Berichtsjahr 2014 mit. Insgesamt wurden 71 Ermittlungskomplexe bearbeitet (2013: 67). 799 Tatverdächtige, darunter 283 Deutsche, gerieten ins Visier von Polizei, Zoll, Bundeskriminalamt oder Bundespolizei. Der 2014 von den niedersächsischen Behörden festgestellte Gesamtschaden betrug rund 64 Millionen Euro (2013: 78 Mio.).

Auf dem Vormarsch sei auch die Computerkriminalität wie das Ausspähen von Kontodaten im Internet, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Zahl der Cybercrime-Verfahren habe sich von 2013 auf 2014 auf sechs verdoppelt. Allein in dem Bereich lag die Schadenssumme bei 33 Millionen Euro. Bundesweit gab es dazu 12 Ermittlungskomplexe dieser Art. Als Organisierte Kriminalität gilt, wenn mehr als zwei Komplizen über einen längeren Zeitraum zusammenarbeiten.

Bei den Cybercrime-Verfahren handele es sich um viele Tatverdächtige aus unterschiedlichen Ländern, eine Vielzahl von Geschädigten und Finanztransaktionen, die einen hohen Personalaufwand erforderten, sagte der Sprecher. Polizei und Staatsanwaltschaft setzten zudem auf gemeinsame Ausbildungen, um mit der technischen Entwicklung und den Einsatzvarianten Schritt zu halten. Im Rahmen von Finanzermittlungen und vorläufigen Vermögensabschöpfungen konnten 1,4 Millionen Euro (2013: knapp 2,6 Mio.) gesichert werden.

Die Beweisführung zur Vermögensabschöpfung sei durch die zunehmende Internationalisierung der Organisierten Kriminalität schwieriger geworden und sei häufig von Rechtshilfemaßnahmen im Ausland abhängig, so der Sprecher. Deshalb seien gesetzliche Vereinfachungen der Regelungen erforderlich, wie die Einführung einer Beweislastumkehr. Dann müssten Verdächtige beweisen, dass ihre Vermögenswerte nicht illegal erlangt wurden, aktuell müssen das die Ermittlungsbehörden nachweisen.
dpa

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