Fokus auf Blühstreifen

11 Millionen Euro für Imker und Bienen

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Imkerin Tina Heinz ist im Garten des Landwirtschaftsministeriums für etwa 150.000 Bienen zuständig. Hier präsentiert sie einige ihrer Schützlinge.

Hannover - Um die Vielfalt von Pflanzen und Insekten zu erhalten, nimmt das Land Niedersachsen erneut mehr Geld in die Hand. 10,4 Millionen Euro habe man im Jahr 2016 für die Förderung von Imkern und ihren Bienen ausgegeben, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Freitag.

Da in diesem Jahr noch mehr Blühstreifen beantragt wurden als im Vorjahr, werde die Förderung 2017 wohl elf Millionen Euro übersteigen. Eine Gesamtfläche von 16.000 Hektar soll mit Blühstreifen ausgestattet werden. 

Förderprojekte für Insekten dringend notwendig

"Bienen sind im Trend", ist Meyer überzeugt, da die Zahl der Imker in Niedersachsen seit 2012 um rund 25 Prozent gestiegen ist. Im vergangenen Jahr waren rund 11.000 Imker gemeldet. Das könnte auch am bundesweit einzigartigen Imkerbonus liegen: 100 Euro extra gibt es pro Hektar, wenn Landwirte Blühstreifen anlegen und dabei mit örtlichen Imkern kooperieren. Inklusive Zuschlägen können für manche Blühstreifen bis zu 975 Euro pro Hektar gezahlt werden. Zu den vom Land angebotenen Förderungen zählen außerdem Imkerschulungen, Krankheitsbekämpfung und Züchtungsmaßnahmen. 

Eine entschiedene Absage erteilte der Minister der Verwendung von Düngstoffen wie den sogenannten Neonicotinoiden, die von der EU als bienengefährdend eingestuft wurden. "Die haben auf unserem Acker nichts verloren", sagte Meyer. Bundesagrarminister Christian Schmidt hält bisher an der Verwendung der Mittel fest. 

Dass Förderprojekte für Insekten dringend notwendig sind, zeigt die aktuelle Situation: Das Institut für Bienenkunde in Celle erwartet in diesem Sommer eine relativ schwache Ernte bei den Imkern. Es gebe deutlich Defizite in der Agrarlandschaft und damit nicht genügend Nahrung für die Bienen, sagte der Leiter des Instituts Werner von der Ohe. 

Bienen sichern die Vielfalt der Pflanzenwelt

Vor allem in ländlichen Gebieten hätten die Insekten aufgrund von Monokulturen Probleme mit der Bestäubung, sagte Tina Heinz vom Verein "Hannover summt!". In Städten mit Parks, Friedhöfen und Kleingärten sei die Situation besser. Auch Küchenkräuter oder Sonnenblumen im heimischen Garten oder auf dem Balkon könnten helfen. Als Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen sind Bienen maßgeblich für die Vielfalt der Pflanzenwelt verantwortlich. 

Tina Heinz, die drei Bienenvölker mit rund 150.000 Bienen im Garten des Ministeriums betreut, ist immerhin mit ihrer Frühlingsernte zufrieden. Rund 60 Kilogramm Honig habe sie geschleudert, erzählte die Hobby-Imkerin. Minister Meyer schwärmte von der Klarheit und dem Geschmack des hauseigenen Honigs und sagte: "Ich freue mich schon auf die Verkostung."

dpa

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