Seit zehn Jahren kein Fracking mehr

Niedersachsen: Letzte Maßnahme bereits zehn Jahre her – das endgültige Ende für Fracking?

Die letzte Maßnahme wurde in Niedersachsen vor zehn Jahren im Kreis Diepholz durchgeführt. Seitdem wurde das umstrittene Fracking-Verfahren nicht mehr angewandt.

Hannover – In Niedersachsen wird seit zehn Jahren kein Fracking mehr durchgeführt. Die letzte Fracking-Maßnahme im Land fand am 27. Juli 2011 an der Bohrung Buchhorst T12 bei Sulingen im Landkreis Diepholz statt. Seitdem wurde die umstrittene Fördermethode, mit der man das Erdgas aus festem Gestein extrahiert, nicht mehr angewandt, teilte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am Mittwoch, 4. August mit. Aufgrund der „nach wie vor lebhaft geführten Debatte um Fracking“ möge das „verwundern“, sagte LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Fläche 47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Regierungschef:Ministerpräsiden Stephan Weil (SPD)

Dennoch gilt Niedersachsen als das größte und wichtigste Erdgasfördergebiet Deutschlands. Rund 95 Prozent des bundesweit geförderten Erdgases kommt aus Lagerstätten in Niedersachsen.

Zwischen 1961 und 2011 gab es in Niedersachsen etwa 350 registrierte Fördermaßnahmen mit dieser Methode. Zum Vergleich: Aus den restlichen 15 Bundesländern zusammen wurden gerade einmal gut zwei Dutzend gemeldet. In Mecklenburg-Vorpommern wurde im Jahr 2014 der deutschlandweit letzte „Frac“ unternommen.

Niedersachsen: Fracking ist seit Jahren unbeliebt

Beim Fracking wird Wasser mit Chemikalien versetzt und mit hohem Druck in den Boden gepresst, um Risse im Gestein zu verursachen und das Erdgas freizusetzen. Obwohl die umstrittene Methode seit zehn Jahren nicht mehr angewandt wird, gibt es immer noch Debatten über den Einsatz des Verfahrens.

Doch innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich die Einstellung der Gesellschaft gewandelt. Weg von fossilen Brennstoffen hin zur erneuerbaren Energie. Für Carsten Mühlenmeier ist es „eine unbestreitbare Tatsache, dass sich die gesellschaftliche Akzeptanz zum Fracking und teilweise auch zur Erdgasförderung insgesamt spürbar verändert hat“.

Aktivisten hielten in den letzten Jahren zahlreiche Proteste gegen das Fracking – wie zuletzt Ende Januar vor dem Landtag von Niedersachsen.

Umweltschützer und auch Anwohner hielten in den letzten Jahren zahlreiche Proteste gegen die Fördermethode. Sogar ein Importverbot von gefracktem Erdgas, etwa aus den USA, wurde gefordert.

Fracking: Die Erdgasvorräte in Niedersachsen gehen zurück

Hinzu kommt, dass das Berg-, Wasser- und Naturschutzrecht im Jahr 2016 geändert und die Auflagen für das Fracking verschärft wurden. LBEG-Präsident Mühlenmeier geht davon aus, dass dieser „Trend“ erhalten bleibt. Seit Jahren gäbe es in Niedersachsen keine Fracking-Anträge seitens der Industrie, erklärte er.

Das könnte aber auch an den schwindenden Erdgasvorräten liegen. Von 2011 bis 2020 sei die jährliche Förderrate von Erdgas in Niedersachsen von 12 auf 5,3 Milliarden Kubikmeter zurückgegangen. Dies entspreche rund fünf Prozent des in Deutschland jährlich verbrauchten Erdgase. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Holger Hollemann

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