Lage in einigen Regionen weiter kritisch

Hochwasser fließt weiter in den Norden

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Hochwasser in Itzum

Goslar/Hildesheim - Das schwere Hochwasser in Niedersachsen verlagert sich langsam vom Harz in den Norden. Dennoch blieb die Lage in einigen Regionen am Donnerstag angespannt bis kritisch.

Zahlreiche Straßen waren gesperrt. Kleine Bäche und Flüsse wuchsen nach den starken Niederschläge zu reißenden Strömen an. Das ganze Ausmaß der Hochwasser- und Überschwemmungsschäden ist noch nicht abzusehen.

In den kommenden Tagen soll sich die Hochwasserwelle vor allem in die Unterläufe von Leine und Oker verlagern. Während sich die Lage in Goslar entspannte, waren die Wasserstände in Landkreisen wie Hildesheim und Braunschweig sowie der Region Hannover in der Nacht zum Donnerstag gestiegen. Für den Bereich der Leine in Hannover wird der Höchststand ab Freitagabend erwartet.

In Braunschweig stieg der Pegel der Oker am Donnerstag weiter an und sollte am Abend nach 18 Uhr einen neuen Höchststand erreichen. „Es ist alles ruhig, die Lage ist im Griff“, hieß es bei der Feuerwehr. Jetzt müssen wir sehen, was kommt.“ Alle Einsatzkräfte hielten sich bereit, besonders an neuralgischen Punkten. Anwohner könnten sich kostenlos Sandsäcke abholen.

Vielerorts wird Zerstörung sichtbar

In vielen Orten wurden immer mehr Zerstörungen sichtbar: Häuser standen unter Wasser, die Feuerwehr musste aufkommendes Grundwasser abpumpen. Allein in Goslar wurden Straßen und Brücken beschädigt, die Stadt rechnet mit Millionenschäden. An der Universität Hildesheim wurde der Kulturcampus mit wissenschaftlichen Instituten auf der denkmalgeschützten Burganlage geflutet, der Schaden soll im siebenstelligen Bereich liegen.

Erste Betroffene haben ihre Schäden bereits den Versicherungen gemeldet. Im Bad Harzburger Stadtteil Bündheim drohte der Einsturz eines Hauses an der Radau, das Gebäude wurde evakuiert. In Ahlfeld verlor eine Zahnarztpraxis nahezu alle Dokumente und Technik. In Goslar verdarben die Lebensmittel einer Pizzeria im Keller. Im Harzort Rhüden rissen die Wände eines Frisörsalons ein.

In Regionen mit fallenden Pegeln haben die Aufräumarbeiten begonnen. In Rhüden holten Anwohner Sandsäcke, Pumpen und halfen untereinander, Gegenstände aus Kellern zu holen. Diese standen teilweise immer noch mindestens einen Meter unter Wasser. Dabei drängte die Zeit, denn der Schlamm sollte möglichst noch vor dem Trocknen wieder aus den nassen Gebäudebereichen herausgeholt werden.

Bisher 3410 Hilfskräfte im Einsatz

Landesweit waren nach Angaben des Innenministeriums 3410 Hilfskräfte im Einsatz. Sie holten Menschen aus überfluteten Bereichen und verbauten Tausende Sandsäcke. Ehrenamtliche Einsatzkräfte wurden durch elf Kreisfeuerwehrbereitschaften, Hilfsorganisationen und das Technischen Hilfswerk (THW) aus Niedersachsen unterstützt. „Leider sind auch einige Einsatzkräfte verletzt worden, ihnen wünsche ich gute Besserung“, sagte Staatssekretär Stephan Manke.

Unverletzt blieben dagegen drei Jugendliche in Laatzen: Sie waren am Mittwochabend mit Fahrrädern in einem Überflutungsgebiet stecken geblieben. Die Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren wählten den Notruf 112 und schickten ihre genaue GPS-Position an die Helfer. Darauf wurden sie in einem Feuerwehrwagen aus dem Gebiet geholt.

dpa

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