Niedersachsens Landwirte blicken mit Sorgen in die Zukunft

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Symbolbild

Osnabrück - Landwirte leiden unter niedrigen Einkommen und sehen sich teils großer Kritik ausgesetzt - etwa wegen der Bedingungen in der Tierhaltung. Deswegen gehen sie zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin nun auch in Niedersachsen auf die Straße.

Zum Start der Internationalen Grünen Woche inBerlin schauen die meisten Landwirte in Niedersachsen mit eher sorgenvollen Gesichtern auf das neue Jahr. Nicht nur die wirtschaftliche Lage ist für viele bäuerliche Betriebe derzeit ernst. Die weltweit größte Verbraucher- und Gartenmesse ist auch ein Treffpunkt für Kritiker der konventionellen Landwirtschaft. Zur großen Demo „Wir haben es satt“ gegen Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft werden für Samstag Zehntausende Demonstranten in der Hauptstadt erwartet. Als Reaktion darauf lädt eine Landwirte-Initiative zur Gegendemo vor dem Berliner Hauptbahnhof unter dem Motto „Wir machen Euch satt!“ ein.

Weil nicht alle Landwirte ihre heimischen Höfe für eine Demonstration in Berlin verlassen können, gibt es in mehr als 30 Orten deutschlandweit auch dezentrale Kundgebungen der Landwirte, sagte Heinrich Henke von den Organisatoren. So gibt es am Freitag und Samstag Protestaktionen unter anderem in Bremen, Cloppenburg, Meppen, Nienburg, Braunschweig und Göttingen. Die Landwirte wollten eine vorurteilsfreie Diskussion über die Agrarprobleme erreichen, sagte Henke. Für die Bauern seien die niedrigen Erzeugerpreise derzeit das beherrschende Thema, sagte die Sprecherin des Landvolks Niedersachsen, Gabi von der Brelie. So litten vor allem Milchbauern und Schweinehalter unter extrem schlechten Preisen. „Aber auch im Ackerbau läuft es im Moment nicht rund“, sagte von der Brelie. Im Moment sei noch nirgends eine Wende zu erkennen.

Zwar sagten langfristige Prognosen der Landwirtschaft generell wegen der wachsenden Weltbevölkerung eine gute Zukunft voraus. „In Deutschland aber ist der demographische Faktor umgekehrt, und daher sind wir exportabhängig.“ Hier zeigen auch die Lebensmittelsanktionen, die Russland gegen Westeuropa verhängt hat, Wirkung. Die meisten Betriebe lebten derzeit von der Substanz, hielten sich bei Investitionen zurück oder müssten Kredite aufnehmen, um über die Runden zu kommen, sagte von der Brelie. Die Einkommen der Bauern-Familien gingen nach Angaben des Landvolks um 37,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) lädt Ende Januar zum einem Runden Tisch ein, bei dem es um das Thema „Lebensmittelwertschätzung“ gehen soll.

Damit soll ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung gesetzt werden. Auch bei der Verwirklichung der Ziele des Tierschutzplans für Niedersachsen will Meyer 2016 weiter vorankommen. Ende 2016 werde das Kupieren der Schnäbel bei Legehennen beendet, hieß es aus dem Ministerium. Bereits seit Dezember 2015 erhalten Tierhalter Prämien, wenn sie auf das Schnäbelkürzen und das Schwänzekupieren bei Schweinen freiwillig verzichten.
dpa

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