Corona-Pandemie

Niedersachsen: Landkreise fordern zentrales Lager für Katastrophenschutz

„Katastrophenschutz“ steht auf einem neuen Fahrzeug der Feuerwehr.
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Der niedersächsische Landkreistag hat zur Vorbereitung auf künftige Krisen unter anderem ein landesweites Zentrallager für den Katastrophenschutz gefordert.

Aufgrund der Corona-Krise fordern die Landkreise in Niedersachsen mehr Schutzausrüstungen. Dafür ist ein Zentrallager für den Katastrophenschutz angedacht.

Hannover – Niedersachsen will sich auf die nächste Krise vorbereiten. „Corona ist nicht vorbei: Wir müssen den Sommer 2021 sehr viel intensiver als den Sommer 2020 für eine Stärkung des Gesundheits- und Katastrophenschutzes zur Vorbereitung auf eine mögliche vierte Welle nutzen“, forderte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Hubert Meyer, bei der Vorstellung eines entsprechenden 12-Punkte-Plans am Freitag, 18. Juni 2021, in Hannover.

Bundesland in Deutschland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 Quadratkilometer
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2019)
Gründung:1. November 1946
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)

Der Plan basiert auf Forderungen aus den 36 niedersächsischen Landkreisen sowie der Region Hannover, die unter anderem die Gesundheitsämter, die Katastrophenschutzbehörden und die Impfzentren für sieben Millionen Niedersachsen verantworten.

Landkreise fordern zentrales Lager für Katastrophenschutz: Sommer 2021 für systematische Vorbereitungen nutzen

„Gerade, weil Niedersachsen bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen ist, muss der Sommer 2021 umfassend für systematische Vorbereitungen auf wieder höhere Infektionszahlen genutzt werden“, unterstrich Meyer. Man brauche beispielsweise schnelle Klarheit über die Zukunft der Impfzentren. Falls diese geschlossen werden sollten, müsse ein intelligenter Rückbau mit einem Stufenkonzept erfolgen, damit Material und Know-how nicht verloren gingen. In Hessen sollen beispielsweise die Impfzentren bis September schließen*.

Im Zuge dessen forderte Meyer auch die Einrichtung eines landesweiten Zentrallagers mit einem transparenten Pandemievorrat für den Katastrophenschutz. Die Erfahrungen in der Corona-Krise hätten gezeigt, dass gerade zu Beginn einer Krise ausreichend Schutzmaterial von entscheidender Bedeutung sei.

In einem solchen Lager könnten beispielsweise die in der Pandemie beschafften Masken, aber auch Feldbetten, Heizungen und Sandsäcke aufbewahrt und im Krisenfall transparent an die Katastrophenschutzbehörden in den Landkreisen vergeben werden.

Zentrales Lager für Katastrophenschutz: Niedersächsische Landkreise fordern Festschreibung im Katastrophenschutzgesetz

Niedersachsen müsse eine solche Zentrallagerung dringend im niedersächsischen Katastrophenschutzgesetz festschreiben. „Corona ist noch nicht vorbei: Wir müssen den Sommer 2021 sehr viel intensiver als den Sommer 2020 für eine Stärkung des Gesundheits- und Katastrophenschutzes zur Vorbereitung einer vierten Welle nutzen“, sagte Meyer.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) begrüßte die Vorschläge: „Jede Krise bedarf der zeitnahen Evaluation und bietet so die Chance zur Weiterentwicklung von Regelungen, Kapazitäten und Fähigkeiten, die der Bewältigung oder der Verhinderung einer künftigen Schadenslage dienen“, sagte Pistorius. Land und Kommunen arbeiteten eng mit den Akteuren des Katastrophenschutzes zusammen.

Der niedersächsische Landkreistag ist ein Zusammenschluss der 36 Landkreise und der Region Hannover. Er vertritt die Belange seiner Mitglieder gegenüber dem Landtag und der Landesregierung. * kreiszeitung.de und fnp.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Der Text wurde am Freitag, 18. Juni 2021, um 15:22 Uhr aktualisiert.

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