Mehr Investition in Schutz vor Hochwasser

Land will 50 Millionen Euro jährlich für Hochwasserschutz ausgeben

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Jahresbericht des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz liegt auf einem Tisch.

Norden - Starke Regenfälle verwandelten im vergangenen Jahr Teile Niedersachsens in eine Seenplatte. Experten zufolge könnte das wieder passieren - das Land will daher bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr mobilisieren, um die Regionen besser zu wappnen.

Nach dem schweren Hochwasser im vergangenen Jahr in Südniedersachsen will das Land bis zum Ende der Legislaturperiode 50 Millionen Euro pro Jahr für den Hochwasserschutz ausgeben. Das Jahresbudget beträgt derzeit 23 Millionen Euro, liegt in diesem Jahr aber bei 28,4 Millionen Euro wegen eines nicht abgerufenen Überhanges aus dem Vorjahr. In diesem Jahr sollen 83 Projekte finanziert werden, unter anderem die Instandsetzung von Schöpfwerken in Nordniedersachsen oder die Verbesserung des Hochwasserschutzes in Immenrode im Kreis Goslar, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Freitag bei der Präsentation des Jahresberichts des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im ostfriesischen Norden.

„Wir wollen die Hochwasservorhersage kontinuierlich verbessern und weitere Flussgebiete in die Vorhersage aufnehmen", sagte Lies. Das NLWKN geht davon aus, dass es künftig mehr schwere Unwetter geben wird wie im vergangenen Jahr das Tief “Alfred", das zu den Überschwemmungen in Südniedersachsen geführt hat.

Kommunen sollten „Hochwasserpartnerschaften" eingehen, um gemeinsame Konzepte gegen Hochwassergefahren bei Gewässern zu entwickeln. Dazu wolle der NLWKN intensiv beraten, sagte dessen Chefin Anne Rickmeyer. Derzeit gibt es in Niedersachsen vier Hochwasserpartnerschaften.

Forschungsergebnisse zeigen, dass die Scheitelabflüsse bei Hochwasser bereits regional zugenommen haben und weiter steigen werden. Seit 2008 untersucht der NLWKN die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft im Binnenland.

Neben dem Hochwasserschutz im Binnenland bleibt der Küstenschutz eine zentrale Aufgabe. Im vergangenen Jahr gab das Land für 106 Projekte 64,7 Millionen Euro aus, in diesem Jahr sollen es laut Lies mindestens wieder 61,6 Millionen Euro sein für derzeit 122 Vorhaben. Zu den größeren Vorhaben gehören der Neubau der Hadelner Kanalschleuse, der dieses Jahr in Auftrag gegeben werden soll und sich über mehrere Jahre erstrecken wird.

Auf den Inseln Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge wurden 2017 insgesamt rund 800.000 Kubikmeter Sand als Küstenschutzmaßnahme aufgespült. Dazu hatten Experten zur Gewährleistung der Sturmflutsicherheit geraten. Die Strandabschnitte werden seit einigen Jahren nicht ausreichend mit Sand versorgt; die Strandaufspülungen sollen die Defizite naturnah ausgleichen. Damit behalten die Schutzdünen ihre Wirksamkeit.

dpa

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