Corona-Virus

Schulen in Niedersachsen: Kritik an Impfungen für Kinder und Jugendliche

Bevor die Schule wieder beginnt, gibt es in Niedersachsen aktuell spezielle Impfaktionen – auch in Schulen. Doch das ist umstritten.

Hannover – In Niedersachsen hat am Montag eine landesweite Corona-Impfwoche für junge Menschen ab zwölf Jahren * begonnen. Vor dem Schulstart am Donnerstag finden niedersachsenweit an rund 50 Orten gezielt Impfaktionen für die Jüngeren statt, etwa in Jugendzentren, Innenstädten, an Berufsschulen, auf Sportplätzen oder Supermarktparkplätzen.

BundeslandNiedersachsen
Fallzahl 277.156 (+308)
Verstorbene 5.851 (+1)
Sieben-Tage-Inzidenz59,9
Impfquote67,6 Prozent

Außerdem können sich die 12- bis 17-Jährigen auch weiterhin in Impfzentren des Landes und bei niedergelassenen Ärzten impfen lassen, wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte. Die Corona-Impfungen sind demnach teils mit und teils ohne Termin möglich. In jedem Fall müssen Minderjährige aber mit mindestens einem Elternteil zum Impfen kommen.

Vor dem Schulstart am Donnerstag sind gezielt Impfaktionen für junge Menschen geplant.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte dem Norddeutschen Rundfunk, dass sich viele Schulen beteiligen wollten. Tonne bezeichnete es als „ein niedrigschwelliges Angebot“ für Schülerinnen und Schüler. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist auch Hamburg den nächsten Schritt gegangen* – und impft Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern an Schulen.

Kritik wegen des Impfangebotes an Schulen in Niedersachsen

Doch wegen des Impfangebots in Schulen hagelt es auch Kritik*. Laut einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks befürchte der Verband Bildung und Erziehung (VBE) etwa Gruppenzwang und Diskussionen mit Impfgegnerinnen und -gegnern. Auch der Druck für Schülerinnen und Schüler, sich impfen zu lassen, steht in der Kritik. Ähnliche Argumente äußerten Kinder- und Jugendärzte.

Dass es mit der Impfung für Jugendliche insgesamt vorwärtsgeht, trifft hingegen auf breite Zustimmung auch bei Lehrerverbänden. Sebastian Schumacher, Sprecher des Kultusministeriums, sieht das anders: Damit werde kein Druck erzeugt, sondern Möglichkeiten.

Gesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für einheitliche Quarantäne-Regeln in Schulen aus

Derweil plädiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für einheitliche Quarantäne-Regeln an Schulen. Die Frage, welche und wie viele Kinder im Falle einer Corona-Infektion in der Schule in Quarantäne geschickt würden, werde in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt, sagte der CDU-Politiker am Montag der Welt.

Für Eltern wie Kinder sei das nur schwer nachvollziehbar. „Das werde ich mit den Ländern besprechen.“ Zur Kritik am Umgang mit den Schulen sagte er, seit Beginn der Pandemie hätten ihn nur wenige Themen so sehr beschäftigt wie die Schulschließungen. „Das war ja eine Entscheidung, die uns wirklich nicht leichtgefallen ist.“

Umgang mit Corona-Infektionen von Bundesland zu Bundesland verschieden – ganze Klassen nicht zwangsläufig in Quarantäne

Der Umgang mit einer möglichen Corona-Infektion in den Schulen wird von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt. So wurden etwa Quarantäneregeln entschärft, sodass bei einem Corona-Fall nicht mehr zwangsläufig die ganze Klasse zu Hause bleiben muss.

So gelten Schulkinder, die eine Maske getragen haben, in Sachsen nicht als enge Kontaktperson. In Baden-Württemberg müssen sich alle Schüler einer Klasse fünf Tage lang testen, statt in Quarantäne zu gehen, sollte ein Mitschüler infiziert sein. Berlin wiederum hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass künftig nur noch Kinder und Jugendliche mit einem positiven PCR-Test in eine 14-tägige Quarantäne müssten. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/ dpa

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