Feiern nur mit Maske? 

Neue Corona-Verordnung: Landesregierung verspricht Korrekturen

Keine Maske in Diskos und Clubs, aber Maskenpflicht bei Hochzeitsfeiern: Der niedersächsische Corona-Krisenstab sieht Nachbesserungsbedarf bei den neuen Corona-Regeln.

Hannover - Die niedersächsische Landesregierung wird die neue Corona-Verordnung, die seit Montag, 31. Mai gilt, nachbessern. Die Änderungen werden unter anderem die Maskenpflicht bei Feiern betreffen, kündigte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstag in Hannover an.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:7.993.608 (31. Dezember 2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Bislang sei es so, dass bei einer Inzidenz unter 35 private, geschlossene Feiern in der Gastronomie mit maximal 100 Personen stattfinden dürfen, sofern ein negatives Testergebnis vorliegt und Masken getragen werden, sofern die Gäste nicht am Platz sitzen, sagte Pörksen. Für Bars, Diskos und Clubs gilt jedoch unter bestimmten Auflagen laut Stufenplan keine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Corona-Lockerungen in Niedersachsen: Landesregierung mahnt weiterhin zur Vorsicht

Die Feiern in größeren Gruppen würden daher aktuell nochmal angeschaut und mit den Regelungen für Diskos angeglichen. Eine Ungleichbehandlung der beiden sei nicht nachvollziehbar, erklärt Pörksen.

Anke Pörksen, Regierungssprecherin der niedersächsischen Landesregierung, mahnt auch weiterhin zur Vorsicht im Umgang mit Lockerungen.

Wie genau die Nachbesserungen aussehen, könne sie spätestens am Mittwoch, 2. Juni früh sagen, fügte sie Regierungssprecherin hinzu. Der Verzicht auf eine Maske werde als problematisch angesehen. „Machen wir uns nichts vor, wir müssen in den nächsten Wochen bei Feiern noch vorsichtig sein“, sagt sie. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch während einer Feier würde auch daran erinnern, dass Corona noch nicht vorbei ist.

Corona in Niedersachsen: Krisenstab sieht Land „auf einem sehr guten Weg“

Auch wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert in Niedersachsen am Dienstag erneut leicht gestiegen ist, bleibt er auf einem niedrigen Niveau und die Lage insgesamt entspannt. „Die Zahlen sind insgesamt sehr erfreulich, die Inzidenzen gehen runter“, sagt auch Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs Niedersachsen. „Wir sind auf einem sehr guten Weg, wenn wir auch noch nicht am Ende des Wegs angekommen sind.“

Schröder betonte auch vor dem Hintergrund von Kritik an Lockerungen oder Beschränkungen, dass die aktuellen Inzidenzwerte zwar niedrig erscheinen, weil sie im Winter deutlich über 100 oder 150 lagen. Dann verglich sie jedoch die aktuellen Werte mit denen von vor einem Jahr. „Vor einem Jahr, am 28. Mai, hatten wir einen Wert von 4,8“, sagte sie. Die Zahl hätte stabil unter zehn gelegen.

Die aktuellen Inzidenzwerte im Land Niedersachsen sieht Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, als erfreulich an. Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr seien sie aber hoch.

„Jetzt haben wir es außerdem mit Virusvarianten zu tun, die auch nach Niedersachsen schwappen“, so Schröder. Dass es trotzdem die Möglichkeit gibt zu lockern, liege daran, dass es nun Instrumente gebe, die es vor einem Jahr noch nicht gab. Dazu gehörten die Tests und auch die Impfstoffe. Außerdem hätten alle dazu gelernt.

Corona in Niedersachsen: Regierung warnt vor „exponentiellem Wachstum“

„Wenn wir das alles von jetzt auf gleich über Bord werfen, dann wird uns das exponentielle Wachstum wieder in die andere Richtung einholen“, warnt sie. Für alle sei wichtig, dass der Weg der Lockerungen weitergeht. „Wir müssen mit kleinen Schritten vorangehen.“

Auf Nachfrage, warum der Stufenplan keine gesonderten Regelungen für Werte unter zehn vorsieht, erklärt Claudia Schröder, dass es eben nicht so sei, dass es dann kein Corona mehr gebe. „Nur die Infektionsgeschwindigkeit ist dann erfreulich langsam im Vergleich zur aktuellen Situation“, sagte sie.

Im Moment sei es notwendig, sicher sein zu können, dass die jetzige Entwicklung auch in drei oder vier Wochen noch so ist und die Werte nicht wieder gravierend nach oben gegangen sind. Für eine Stufe unter dem Wert von zehn sei es daher einfach noch zu früh.

Corona-Impfungen: Entscheidung über Aufhebung der Priorisierung in Impfzentren steht noch aus

Ein Schritt für eine weiterhin gute Entwicklung sind die fortschreitenden Impfungen. In der vergangenen Woche habe es fast 185.000 Impfungen gegeben. Die Impfquote für die Erstimpfung liege aktuell bei 42,7 Prozent, 15,9 Prozent der Niedersachsen seien bereits ein zweites Mal geimpft worden, erklärt Claudia Schröder.

Mit der Ankündigung des Bundes, die Impf-Priorisierung für die niedergelassenen Ärzte und Betriebsärzte zum 7. Juni aufzuheben, steht nun eine weitere Entscheidung an. „Wir werden die Entwicklung genau beobachten und besprechen, wann und zu welchem Termin wir gegebenenfalls auch die Priorisierung für die Impfzentren aufgeben“, kündigt Schröder an.

Die Priorisierung für Impfungen soll zum 7. Juni für niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte aufgehoben werden. Die Entscheidung, ob die Impfzentren mitziehen, steht noch aus.

Die niedergelassenen Ärzte sowie Betriebsärzte würden ohnehin selber über die Abläufe der Terminvergabe bestimmen und sind ab dem 7. Juni nicht mehr an eine Priorisierung gebunden. Für die Impfzentren gilt, dass die vorgegebene Impfverordnung eins zu eins umgesetzt wurde.

Die Priorisierungsgruppe 3 sei erst Montag, 31. Mai geöffnet worden. Zwischen den Gruppen gebe es immer Überlappungen, was bedeutet, dass noch nicht alle der anderen Gruppen durchgeimpft sind. „Diejenigen, die Priorisierungs-Gruppen angehören und sich um Termin bemüht haben, haben diesen schon oder stehen auf der Warteliste. Diese wird definitiv in Reihenfolge abgearbeitet, wie wir sie vorliegen haben“, sagt Schröder.

Die Warteliste wird definitiv in Reihenfolge abgearbeitet, wie wir sie vorliegen haben.

Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs

Das gelte auch dann, sollte die Priorisierung für die Impfzentren aufgehoben werden. Sollte es nicht dazu kommen, wird am alten System festgehalten. Jeder Interessierte habe einen Fragenkatalog zu beantworten anhand dessen bestimmt wird, ob derjenige bereits für einen Termin berechtigt ist. „Unabhängig davon kann sich jede Person von niedergelassenen Ärzten einen Termin geben lassen.“

Die Impfkampagne für Schülerinnen und Schüler, die zwei Wochen vor den Sommerferien hätte starten sollen, wird jedoch nicht stattfinden wie geplant. „Am Ende hat der Bund entschieden, den Impfstoff, der für Kinder und Jugendlichen gedacht war, doch in das System der niedergelassenen Ärzte zu geben“, erklärt Schröder die Hintergründe. Das Impfkonzept Niedersachsens sei so nicht umsetzbar. Die zwei Wochen vor den Ferien kann es demnach „nicht unter der Federführung der Impfzentren geben, weil wir den Impfstoff nicht bekommen“, sagt sie. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Political Moments/Imago Images

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