Niedersachsens Krippen bekommen frühestens 2015 mehr Personal

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Derzeit kommen auf 15 Krippenkinder zwei Betreuer - wünschenswert sei die Verdoppelung.

Hannover - 58.000 Krippenplätze für Kinder bis drei Jahren gibt es derzeit in Niedersachsen. Rot-Grün will bis 2017 auf 67.000 kommen. Das Geld für den Ausbau scheint dank massiver Umschichtungen vorhanden. Offen ist aber, wann und woher das Kapital für mehr Personal kommt.

Trotz der millionenschweren Umschichtungen im Bildungsetat kommt die im rot-grünen Koalitionsvertrag angekündigte Verbesserung des Personalschlüssels in Niedersachsens Krippen frühestens 2015. „Das hängt von den finanziellen Rahmenbedingungen ab“, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Donnerstag in Hannover. In diesem Jahr seien dafür keine Mittel vorhanden, im Etat sei einzig bis 2017 der Ausbau von 5000 zusätzlichen Plätzen auf dann rund 67.000 vorgesehen.

Heiligenstadt hofft aber, dass 2014 der entsprechende Entwurf des Gesetzes für Kindertagesstätten vorgelegt und 2015 verabschiedet werden kann, hieß es weiter. Ziel seien Qualitätsverbesserungen, etwa durch die klare Definition eines Bildungsauftrags sowie ein besserer Personalschlüssel. Derzeit kommen auf 15 Krippenkinder zwei Betreuer - wünschenswert sei die Verdoppelung.

Indes verteidigte Heiligenstadt erneut die vom Kabinett bei der Haushaltsplanung des Landes beschlossenen Einschnitte für Lehrer. Wegen des Investitionsbedarfs bei den Ganztagsschulen und den Krippen halte sie die Belastungen für die Lehrkräfte für „vertretbar und verkraftbar“, sagte sie. Rund 12.000 Lehrer seien davon betroffen.

Rot-Grün habe sich die am Mittwoch verkündete Entscheidung nicht leicht gemacht, „der derzeitige Zustand an den Ganztagsschulen ist aber nicht mehr vertretbar“. Demzufolge sollen Gymnasiallehrer ab Sommer 2014 pro Woche eine Stunde mehr unterrichten und vereinbarte Altersermäßigungen für Lehrer ab 55 Jahre wegfallen. Die dadurch freiwerdenden 80 Millionen Euro pro Jahr seien - so Heiligenstadt - Teil des „größten Bildungspaketes“ in der Geschichte des Landes. Die Bildungsgewerkschaft GEW beziffert die Einsparungen des Landes durch die Maßnahmen gar mit 115 Millionen Euro.

Bis 2017 sollen rund 420 Millionen zusätzlich in den Kultusetat fließen. Im gleichen Zeitraum soll die Ausstattung von 1200 Ganztagsschulen verdreifacht und bis zu 300 neue Ganztagsangebote genehmigt werden. Ferner sollen mit dem Geld die Inklusion, der Ausbau der Schulinspektionen, mehr Islamunterricht, Weiterbildungen für Lehrer und mehr Schulpsychologen finanziert werden. dpa

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