Kliniken enttäuscht über Krankenhausreform des Bundes

Hannover - Die vom Bundeskabinett am Mittwoch auf den Weg gebrachte Krankenhausreform erntet Kritik aus Niedersachsen. Die stationäre Versorgung werde sich verschlechtern, erklärte die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft in einer Mitteilung.

Am Ende fehlten für die stationäre Krankenhausbehandlung jährlich mehr als eine Milliarde Euro über die bisherige Unterfinanzierung hinaus. Der Gesetzentwurf bedeute auch mehr Bürokratie, die Mitarbeiter hätten weniger Zeit für die Patientenversorgung. Die flächendeckende Versorgung der Menschen in Niedersachsen mit Krankenhausleistungen werde gefährdet. Auch künftig bleibe den Kliniken nichts anderes übrig, als Kostensteigerungen durch Einsparungen beim Personal auszugleichen, kritisierte auch die niedersächsische Caritas.

Durch die Reform bleibe zudem das Problem des Landes-Basisfallwertes ungelöst, bei dem sich Niedersachsen nach wie vor am untersten Ende der Skala befinde. Auch der massive Investitionsstau, für den die Länder zuständig sind, werde nicht gelöst. Der Entwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sieht vor, dass Kliniken mit Abschlägen rechnen müssen, wenn ihnen fortgesetzt Qualitätsmängel nachgewiesen werden.

Dagegen soll besonders gute Qualität höher vergütet werden. Die Kliniken sollen sich auch stärker spezialisieren. Um die Reform zu finanzieren, soll ein Strukturfonds mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro geschaffen werden. Auf die Eckpunkte hatte sich Gröhe mit den Ländern geeinigt.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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