Sicherheit erhöhen

Kontrollen sollen Lkw-Unfallchaos auf A2 eindämmen

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Ein zerstörter Lastwagen auf der A2 bei Lehrte in der Region Hannover. Foto: J. Stratenschulte/Archiv

Hannover - Immer wieder schwere Lastwagenunfälle und lange Staus: Um die Sicherheit auf der A2 zu erhöhen, setzt Niedersachsen auf einen Mix aus Kontrolle, Prävention und weniger Tempo vor Baustellen.

Mehr Kontrollen, eine neue Plakatkampagne und mobile Stauwarnungen sollen das maßgeblich von Lastwagen verursachte Unfallchaos auf der Autobahn 2 in Niedersachsen eindämmen. Das kündigten Verkehrsminister Olaf Lies und Innenminister Boris Pistorius (beide SPD) am Dienstag an. Nach einer erneuten Serie schwerer Lkw-Unfälle hatten die Minister mit Polizei, Verkehrswacht, ADAC und dem Verkehrsgewerbe über mehr Verkehrssicherheit auf der stark befahrenen Ost-West-Autobahn beraten. Zuletzt starben am Wochenende zwei Frauen, als ihr Auto auf der A2 bei Braunschweig von einem ausscherenden Lastzug aufgerissen und mitgeschleift wurde.

"Es kommt auf die Mischung an von Präsenz von Polizei, Prävention und Kontrollen", sagte Minister Pistorius zum Kampf gegen die A2-Unfälle. Sowohl das Tempo als auch der Abstand auf der Autobahn sollten in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt kontrolliert werden. Zur besseren Bekämpfung der Unfallursache Nummer eins - zu geringer Abstand - kündigte Lies einen Vorstoß zur europaweiten Ahndung solcher Verstöße an. Ausländische Lastwagenfahrer können bislang nur bestraft werden, wenn sie sofort von der Polizei gestoppt werden.

Höhere Bußgelder gefordert

Auch wollen die Minister sich für höhere Bußgelder für Lastwagenfahrer stark machen, die an ihrem Vordermann kleben. Während Autofahrer derzeit bereits 400 Euro zahlen müssen, beträgt das Bußgeld für Lastwagenfahrer lediglich 80 Euro.

Bei Baustellen auf der A2 bewährt hat sich in den vergangenen Wochen ein Tempolimit von 60 für Lastwagen und Tempo 100 für Personenwagen schon etliche Kilometer vor den Arbeiten, seitdem habe es trotz Staus keine schweren Unfälle mehr gegeben. Daher solle das Konzept bis auf Weiteres auch bei künftige Baustellen praktiziert werden, kündigten die Ministerien an. Zudem läuft an einer Baustelle in Königslutter derzeit ein Test mit einem mobilen Stauwarnsystem - wenn sich dieses bewährt, soll es auch bei künftigen Bauarbeiten verwendet werden.

Plakate zur Abschreckung

Eine neue Plakataktion unter anderem mit einem drastischen Foto eines zertrümmerten Führerhauses solle Fahrer wachrütteln und in deutscher, polnischer und russischer Sprache vor zu geringem Abstand warnen, teilten die Ministerien mit.

Im vergangenen Jahr stieg sowohl die Zahl der Unfälle auf der A2 als auch die Zahl der Karambolagen mit Lkw-Beteiligung spürbar an. In inzwischen jeden zweiten Unfall auf der A2 sind Transporter verwickelt. Die Gesamtzahl der Unfälle auf dem niedersächsischen Teil der A2 legte nach Polizeiangaben von 3040 im Jahr 2014 auf 3447 im vergangenen Jahr zu. Wie Lies erläuterte, sind auf der Ost-West-Route von Berlin und Osteuropa in Richtung Ruhrgebiet täglich bis zu 130 000 Fahrzeuge unterwegs, 30 000 davon Lastzüge.

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