Car-Pass-Datenbank gefordert

Niedersachsen kämpft gegen Tacho-Manipulation bei Gebrauchtwagen

Hannover - Um Tacho-Manipulationen bei Gebrauchtwagen zu stoppen, dringt Niedersachsen auf die Einführung einer Car-Pass-Datenbank. Das Thema steht auch auf der Tagesordnung der Verbraucherschutzministerkonferenz, die noch bis Freitag in Dresden tagt, sagte Niedersachsens Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne).

Mit elektronischen Hilfsmitteln kann der Tachostand von Betrügern problemlos manipuliert werden, eine Entlarvung dieses Betrugs ist dagegen schwierig. Ziel solcher Manipulationen ist es, für einen Gebrauchtwagen mehr Geld zu bekommen - für ein Auto mit niedriger Laufleistung kann deutlich mehr verlangt werden als für eines mit hohem Kilometerstand.

Der Car-Pass ist eine Art Lebenslauf-Akte, die die Geschichte eines Fahrzeuges dokumentiert. Der aktuelle Kilometerstand soll dort bei jeder Hauptuntersuchung und der Reparatur eines Wagens fortgeschrieben werden. In einer Car-Pass-Datenbank müssten dann nach Forderungen von Niedersachsen alle neuen Autos verbindlich angemeldet werden.

„Der Bund muss hier endlich handeln“

"Schätzungen gehen davon aus, dass bei einem Drittel der Gebrauchtwagen in Deutschland die Tachometer manipuliert sind", sagte der niedersächsische Verbraucherschutzminister. In Belgien etwa dürften Gebrauchtwagen nur noch mit einem Car-Pass verkauft werden. "Auch der Bund muss hier endlich handeln", forderte der Grünen-Politiker.

Neben einer Car-Pass-Datenbank zur Aufzeichnung von Kilometerleistungen müssten auch die Auto-Hersteller verpflichtet werden, ihre Fahrzeuge besser gegen Manipulation zu wappnen. "Außerdem brauchen wir eine konsequente strafrechtliche Verfolgung der Übeltäter - bis hin zu Freiheitsstrafen von drei Jahren", forderte Minister Meyer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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