Weid­manns­heil

Jägerzahl steigt auf Rekordhoch

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In Niedersachsen gibt es rund 60.000 Jagdscheininhaber.

Berlin/Hannover - Es gibt so viele Jäger in Deutschland wie noch nie zuvor seit der Wiedervereinigung, auch in Niedersachsen legen immer mehr Männer und Frauen die nicht eben einfache Prüfung ab. Warum eigentlich? Der Deutsche Jagdverband hat nachgefragt.

Es gibt mehr Jäger in Deutschland als je zuvor, auch in Niedersachsen. Dort legten im vergangenen Jahr zudem weit mehr angehende Weidmänner und -frauen ihre Prüfung für den Jagdschein ab, als in jedem anderen Bundesland. Genau 4087 Interessierte nahmen dort 2017 an den Prüfungen teil, 3428 von ihnen erfolgreich.

In der Jagdsaison 2016/17 zählte der Deutsche Jagdverband (DJV) bundesweit fast 384.000 Jäger, das sind rund 2000 mehr als in der Vorsaison. Der Trend hält jetzt schon seit der Wiedervereinigung an. Seit 1990 stieg die Jägerschaft damit fast um ein Viertel an, wie ein DJV-Sprecher in Berlin mitteilte.

In Niedersachsen gibt es rund 60.000 Jagdscheininhaber. Mit 91.000 sind es nur im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mehr. Pro Kopf gerechnet leben die meisten Jäger in den dünner besiedelten nördlichen Bundesländern. So kommt in Niedersachsen einer auf 132 Einwohner. Nur Mecklenburg-Vorpommern mit einem Weidmann auf 124 Einwohner und Schleswig-Holstein mit einem Verhältnis von 1 zu 126 liegen davor. Nordrhein-Westfalen kommt da mit 195 erst auf Platz fünf, der Bundesschnitt liegt bei 214.

Wachsender Frauenanteil 

Der Frauenanteil liegt derzeit bei sieben Prozent. In den Jägerkursen sind allerdings laut DJV bereits etwa 24 Prozent der Anwärter weiblich, ein Fünftel mehr als noch sieben Jahre zuvor.

Der DJV hat 2350 angehende Jäger und Jägerinnen im vergangenen Jahr nach ihren Motiven für die Ausbildung befragt. Drei Viertel von ihnen gaben Naturverbundenheit an. Auf jeweils rund 50 Prozent kamen angewandter Naturschutz, praktische Jagdausübung und der Genuss von Wildfleisch. Für jeden fünften Befragten war Familientradition ein Grund, die nicht eben einfache Prüfung anzugehen. Ähnlich viel lockte die Ausbildung eines Jagdhundes. Sechs Prozent nannten ein Interesse an Waffen als Motiv, bei fünf Prozent war es wichtig für den Beruf.

„Grünes Abitur“ hat viele Fächer

Zu den Voraussetzungen für einen Jagdschein gehören außer der bestandenen Prüfung auch die persönliche Eignung und die mit einem einwandfreien polizeilichen Führungszeugnis nachzuweisende Zuverlässigkeit. Wer das "Grüne Abitur" machen will, muss sich in vielen Bereichen auskennen. Dazu gehören außer Naturschutz und Tierkunde etwa auch Landwirtschaft und Waldbau, Jagd- und Waffenrecht. Auch Hundekunde sowie die Behandlung des erlegten Wildes und Wissen über seine Krankheiten sind Thema.

Kurse bieten die Landesjagdverbände und private Schulen an. Die staatliche Prüfung besteht meist aus einer Schießprüfung, einer mündlich-praktischen und einer schriftlich-theoretischen Prüfung.

dpa

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