Impfstoffe und neueste Entwicklungen

Coronavirus-Impfung: Lehrer sollen früher geimpft werden - Test in Arztpraxen

Die Impfungen gegen das Coronavirus laufen auf Hochtouren. Regelmäßig gibt es neue Entwicklungen. Um den Überblick zu behalten, haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

  • Seit dem 28. Januar werden Impftermine in Niedersachsen vergeben.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigt Änderung der Impfverordnung an.
  • Für die Impfung stehen drei verschiedene Impfstoffe zur Verfügung.

Update vom 24. Februar: Niedersachsen testet Corona-Impfungen in Arztpraxen. Geplant sei ein Probelauf von ein bis zwei Wochen mit einer kleinen Gruppe von Ärzten, erklärte die Vize-Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, am Dienstag. Das sei nötig, weil die Logistik deutlich aufwendiger sei als bei normalen Schutzimpfungen. So sei unter anderem eine Abstimmung mit dem örtlichen Corona-Impfzentrum erforderlich. Das Vorgehen sei mit den Kommunen und der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) abgestimmt.

Parallel zu diesem Testlauf soll eine weitere Praxis erproben, ob Hausärzte auch die Impfung von über 80-Jährigen übernehmen können, die zu Hause gepflegt werden und nicht zum Impfzentrum kommen können.

Update vom 23. Februar: Zum Schutz vor Corona-Infektionen sollen sich Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie Erzieherinnen und Erzieher in Kitas früher impfen lassen können als bisher geplant. Das teilte der Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), am Montag nach Beratungen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit. Diese Beschäftigten sollten von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge vorgezogen werden, soweit nötiger Impfstoff in den Ländern da sei.

Das Infektionsgeschehen soll mit Impfungen und Schnelltests in den Griff bekommen werden. Stephan Weil stellt zudem mehr Freiheiten für Geimpfte und negativ Getestete in Aussicht.

Spahn hat dazu einen Entwurf für eine Änderung der Impfverordnung in die Abstimmung gegeben, die voraussichtlich an diesem Mittwoch in Kraft treten soll. Die höhere Priorisierung solle eine zügige und sichere Umsetzung von Öffnungsstrategien der Länder bei Kitas und Grundschulen ermöglichen, heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Spahn und mehrere Länder hatten sich schon für ein Vorziehen in der Reihenfolge der Impfungen ausgesprochen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten zuvor um eine Prüfung gebeten. (dpa)

Niedersachsen begrüßt geplante Änderung der Impfverordnung

Die niedersächsische Landesregierung hat Pläne des Bundes für eine Änderung der Impfverordnung begrüßt. „Es ist gut, dass der Bundesgesundheitsminister jetzt zumindest für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Grundschulen, Förderschulen und Kindertagesstätten eine frühzeitige Impfung vorsieht“, betonte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). „Allerdings ist das nur ein erster Schritt. Es ist nicht zu verstehen, dass die Lehrerinnen und Lehrer von älteren Kindern und Jugendlichen ausgenommen sind. Die Bundesregierung sollte in dieser Hinsicht keine halben Sachen machen.“

Es ist gut, dass der Bundesgesundheitsminister jetzt zumindest für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Grundschulen, Förderschulen und Kindertagesstätten eine frühzeitige Impfung vorsieht“

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen

Niedersachsen plant, dass noch in dieser Woche erste Personen aus der Gruppe mit einer hohen Priorität für eine Covid-Schutzimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft werden können. Dies wäre jeweils dann möglich, wenn vor Ort bereits allen Personen unter 65 Jahren aus der ersten Gruppe mit der höchsten Priorität ein Impfangebot gemacht wurde und noch Impfstoff von Astrazeneca zur Verfügung steht. (dpa)

Wer gegen Corona geimpft oder negativ auf das Virus getestet ist, könnte mehr Freiheiten bekommen, wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe mitteilte. „Immer mehr Menschen werden nach und nach geimpft werden.“ Wenn dann auch keine Ansteckungsgefahr mehr bestehen sollte, könne auch ein Restaurantbesuch und manches mehr möglich sein, sagte Weil. Als zweiten Weg nannte er Tests, die ein negatives Ergebnis aufweisen. Wenn die neue Schnelltest-Generation leichter handhabbar und zugleich zuverlässig sei, ergäben sich daraus neue Perspektiven, so Weil. Dies sei zwar noch Zukunftsmusik, dennoch seien beide Wege zu mehr Freiheiten absehbar. (dpa)

Niedersachsen sieht sich auf Andrang in den Impfzentren vorbereitet

Update vom 16. Februar: Niedersachsen sieht die 50 Corona-Impfzentren im Land auch für einen wachsenden Andrang gerüstet, wenn demnächst deutlich mehr Impfdosen verfügbar werden. Die Bundesregierung hat Sorge, dass die Impfzentren in den Ländern womöglich schon im März an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen könnten. Das Innenministerium für Niedersachsen teilt diese Sorge derzeit nicht. Die zu Beginn der Impfkampagne nur gering ausgelasteten Zentren könnten bedarfsabhängig weitere Impfstraßen eröffnen und die Kapazitäten erweitern, wenn die Impfstoffversorgung sich verbessert. Ähnlich sei mit den mobilen Impfteams verfahren worden, deren Anzahl situationsabhängig bereits vor einem Monat erhöht wurde.

Die zu Beginn der Impfkampagne nur gering ausgelasteten Zentren könnten bedarfsabhängig weitere Impfstraßen eröffnen und die Kapazitäten erweitern, wenn sich die Impfstoffversorgung verbessert.

Parallel dazu würden auch Konzepte erarbeitet, wie bestimmte Gruppen möglichst effektiv mit den schon bestehenden Kapazitäten geimpft werden können, erklärte das Ministerium. Derzeit sei der Betrieb der Impfzentren bis Jahresmitte beauftragt. Im Zuge der Einrichtung der Impfzentren sei bereits eine Verlängerungsoption bis zum Ende des Jahres berücksichtigt worden. Eine Entscheidung über einen verlängerten Betrieb der Impfzentren stehe derzeit noch nicht zur Diskussion. Dies werde vom Infektionsgeschehen sowie der Zulassung weiterer Impfstoffe, die geringere Anforderungen an Transport und Lagerung haben, abhängig gemacht werden, hieß es aus dem Ministerium.

In einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums war in der vergangenen Woche darauf hingewiesen worden, dass die aktuell verfügbare Kapazität in den Impfzentren der Länder bereits im März oder April ausgebaut werde müsse. Schon im März könnte die Kapazität der Impfzentren nicht mehr ausreichen, um alle verfügbaren Dosen zu impfen. Ebenso zeichne sich ab, dass die regionalen Impfzentren auch bei einer späteren Einbeziehung der normalen Arztpraxen noch für längere Zeit parallel weiterbestehen müssten. (dpa)

Ausgefallene Impfstoff-Lieferungen sollen nachgeholt werden

Update vom 10. Februar, 13.29 Uhr: Nachdem die Impfstoff-Lieferungen durch das Winterwetter sowohl am Montag, als auch Dienstag ausgefallen sind, sollen die fehlenden Impfdosen am heutigen Mittwoch nachgeliefert, an die Impfzentren weiterverteilt und die Impfkampagne zügig fortgesetzt werden, wie das Sozialministerium in Hannover mitteilte. Inzwischen sei in 86 Prozent der Alten- und Pflegeheime die Erstimpfung und in 46 Prozent die Zweitimpfung erfolgt. Entsprechend stehe zunehmend mehr Impfstoff für die über 80-Jährigen in den Zentren zur Verfügung.

Mit der am Mittwoch im oberhessischen Marburg gestarteten Produktion verspricht sich Niedersachsen perspektivisch mehr Biontech/Pfizer-Impfstoff, wie ein Sprecher des Ministeriums sagte. Die ersten dort hergestellten Impfstoffe werden voraussichtlich Anfang April ausgeliefert. Rund 205.000 Menschen befinden sich derzeit in Niedersachsen auf der Warteliste für eine Impfung. „Wir hoffen, dass die schnell abgebaut werden kann“, sagte der Sprecher. 187.553 Menschen hatten bis Dienstag eine Erstimpfung erhalten, 92.231 die Zweitimpfung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Leiter des Corona-Krisenstabs erklärt den Kurswechsel im Umgang mit knappen Impfstoffen

Update vom 10. Februar, 09.22 Uhr: Der Leiter des niedersächsischen Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, erklärte am Dienstag während einer Pressekonferenz den Kurswechsel im Umgang mit dem knappen Impfstoff. Anders als bisher legt das Land im Falle des Biontech-Impfstoffs nur noch ein Drittel, nicht mehr die Hälfte der Impfdosen, für die späteren Zweitimpfungen zurück. Damit werde das Land bei den Erstimpfungen schneller vorankommen. Möglich sei dies, da die neuen Lieferzusagen der Hersteller verlässlicher seien und andere Länder schon von Beginn an weniger Impfstoff zurückgelegt hätten. Gleichzeitig fielen am Dienstag aber wetterbedingt die Lieferungen für 20 Impfzentren aus.

Heiger Scholz (SPD), Leiter des Krisenstabes zur Corona-Pandemie des Landes Niedersachsen, erklärte in einer Pressekonferenz den Kurswechsel im Umgang mit dem knappen Impfstoff.

Bisher sind in Niedersachsen rund 273.000 Menschen gegen Covid-19 geimpft, das entspricht 3,4 Prozent der Bevölkerung. Darunter sind rund 89.000 Menschen, die schon die Zweitimpfung erhalten haben. Bei den Erstimpfungen belegt Niedersachsen damit im Verhältnis zur Einwohnerzahl den bundesweit letzten Platz, bei den Zweitimpfungen schneidet das Land etwas besser ab.

Vordränglern, die sich ohne Berechtigung bereits haben impfen lassen, warf Regierungssprecherin Anke Pörksen „ein unsolidarisches, verwerfliches Verhalten“ vor. Sollten sich diese Fälle wiederholen, werde man mit dem Bund darüber sprechen, ob künftig Bußgelder verhängt werden können, sagte sie. Der Krisenstab betonte, dass die Impfzentren klare Anweisungen hätten, wie mit Impfstoffresten verfahren werden solle: Sie sollen gemäß der Impfreihenfolge vor allem Senioren, aber auch medizinischem Personal angeboten werden. Das Land werde aber „nicht neben jede Impfstraße einen Polizisten oder einen Notar stellen“, sagte Krisenstabs-Leiter Scholz.

Wir werden nicht neben jede Impfstraße einen Polizisten oder Notar stellen.“

Heiger Scholz, Leiter des niedersächsischen Corona-Krisenstabs

Update vom 9. Februar: Niedersachsen möchte bei den Erstimpfungen schneller vorankommen. Aus diesem Grund soll die Corona-Impfstrategie des Landes geändert werden, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums in Hannover nach einem Bericht der Braunschweiger Zeitung bestätigte. Dadurch, dass die Impfstoff-Lieferungen zuverlässiger werden, würde ab kommender Woche weniger Impfdosen für die Zweitimpfung zurückgehalten. Diese Reserve werde von 50 auf 33 Prozent des eingehenden Impfstoffs reduziert, kündigte die Sprecherin an. Bislang hat Niedersachsen im Vergleich zu den anderen Bundesländern, nach Angaben des Robert-Koch-Instituts, die niedrigste Erstimpfungs-Quote. (dpa)

Leichte und asymptomatische Verläufe sprechen für Wirksamkeit des Impfstoffes

In dem Alten- und Pflegeheim im Kreis Osnabrück, in dem sich bereits geimpfte Bewohner mit der Coronavirus-Variante B 1.1.7 infiziert hatten, zeigt weiterhin keiner der Betroffenen schwere Krankheitssymptome. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Fall jedoch prüfen lassen. Er habe Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut um eine solche Prüfung gebeten.

Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, sieht die bislang ausbleibenden schweren Krankheitsverläufe als ein Zeichen dafür, dass der Impfstoff wirkt und die Betroffenen dem Virus nicht schutzlos ausgeliefert waren. Die Infektion trotz Impfung sei kein Warnsignal: „Das ist nicht besorgniserregend, sondern zeigt, dass die Impfung funktioniert.“ Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer teilt diese Ansicht. Nach der ersten Impfung würden etwa zehn Tage vergehen, bis Antikörper nachgewiesen würden. Nach der zweiten Impfung brauche es noch mal Zeit, bis sich die besonders starken Antikörper gebildet hätten, sagte der Leiter des Laboratoriums für Virusforschung der Universität Bremen.

Bisher sind bei den infizierten Bewohnern des Alten- und Pflegeheims in Belm schwere Krankheitsverläufe ausgeblieben. Nach Aussage von Virologen und dem Hersteller spreche das für die Wirksamkeit des Impfstoffes.

Neben dem Schutz vor einer Infektion sei der Impfstoff auch darauf ausgelegt, die, die Symptomatik und Schwere des Krankheitsverlaufes drastisch zu reduzieren. Das sei in Belm nach bisherigem Stand offenbar der Fall, und das selbst bei der Virus-Variante. Alle Bewohner des Heims hatten am 25. Januar die zweite Impfung mit Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer erhalten. Biontech wies in einer Reaktion darauf hin, dass der Impfstoff sieben Tage nach der zweiten Impfung zu 95 Prozent vor der Erkrankung schütze. Dass alle positiv getesteten Bewohner asymptomatische oder leichte Verläufe haben, spreche nach aktuellem Kenntnisstand für die Impfung und die daraus folgenden positiven Effekte. (dpa)

Aktuell sind in Deutschland drei verschiedene Impfstoffe zugelassen

Ursprungsmeldung vom 8. Februar: Hannover - Die Impfungen in Niedersachsen laufen. Etliche Impfzentren sind in Betrieb und auch das Interesse ist hoch. Zum Thema Impfung gibt es neben dem aktuellen Stand zu den Lieferengpässen der Impfstoffe und der Entwicklung der Neuinfektionen und Sieben-Tage-Inzidenz noch einiges anderes zu wissen. Welche Personengruppe berechtigt ist, Impftermine auszumachen, welche Impfstoffe es gibt und wie man zum Impfzentrum der Region Hannover kommt - ein Überblick.

Bundesland:Niedersachsen
Landkreis:Region Hannover
Einwohner:536.925 (31. Dez. 2019)
Stadtgliederung:51 Stadtteile in 13 Stadtbezirken

In Deutschland sind aktuell drei verschiedene Impfstoffe zugelassen und werden verabreicht. Zuerst zugelassen wurde noch zum Ende des vergangenen Jahres der Impfstoff von Biontech/Pfizer. Am 7. Januar folgte der Impfstoff von Moderna. Beide gehören zu den mRNA-Impfstoffen. Sie wirken so, dass der Körper dazu veranlasst wird, Antikörper zu bilden, indem man ihm Teile der Erbinformation des zu bekämpfenden Virus spritzt. Diese Teile sind harmlos, bewirken aber, dass der Körper mit der natürlichen Reaktion auf eine Infektion beginnt. Zuletzt wurde am 29. Januar der Impfstoff von Astrazeneca EU-weit zugelassen. Die Wirkung dieses Vektor-Impfstoffs erfolgt durch das Verabreichen des abgeschwächten und somit ebenfalls harmlosen Virus. Daraufreagiert der Körper mit Bildung des Immunschutzes. Eine erste Lieferung dieses neuzugelassenen Impfstoffes hat am vergangenen Sonntag auch Niedersachsen erreicht, wie eine Sprecherin des Sozial- und Gesundheitsministeriums in Hannover mitteilte.

Eine Person wird im Impfzentrum in den Emslandhallen von einem Notfallsanitäter des DRK mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus geimpft.

In einem Alten- und Pflegeheim in Belm im Landkreis Osnabrück ist es nun zu einem Ausbruch des Coronavirus gekommen. Wie der Landkreis mitteilte, handele es sich um die Virus-Variante B 1.1.7. Die betroffenen Bewohner seien bereits am 25. Januar mit der zweiten Dosis der Impfung behandelt worden. Bisher gebe es nur asymptomatische oder leichte Verläufe der Erkrankung bei den Bewohnern, was eine positive Wirkung der Impfung sein könne, sagte der Pressesprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff, mit Verweis auf Angaben des zuständigen Amtsarztes. Geimpft worden sei mit dem Produkt von Biontech/Pfizer. Wann sich die Bewohner genau infiziert haben, sei unklar. Es zeichne sich immer mehr ab, dass geimpfte Menschen nicht immun gegen das Coronavirus seien und es auch weitergeben könnten, sagte Brysch. Die Impfung könne aber hilfreich sein, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Von Lieferengpässen zu steigender Verfügbarkeit verschiedener Impfstoffe

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder berieten kürzlich bei einem Impf-Gipfel über den Stand der Impfungen. Angesichts knapper Mengen, teils unsicherer Lieferungen und oft überlasteter Telefon-Hotlines für Impftermine hat sich massive Kritik aufgestaut. Länder und Kommunen fordern mehr Zuverlässigkeit bei Lieferangaben, damit die regionalen Impfzentren vor Ort besser planen können. Bei den Beratungen waren zudem Vertreter der Pharmabranche und der EU-Kommission dabei. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, er verstehe die große Erwartungshaltung. Realistisch sei aber, noch mit einigen Wochen Impfstoffknappheit zu rechnen. Es gelte, gemeinsam zu schauen, wo konkret etwa Beschaffung, Produktion und Terminvergabe verbessert werden können.

Neben dem Biontech-Impfstoff ist Moderna der zweite in der Europäischen Union zugelassene Corona-Impfstoff.

Biontech/Pfizer hatte zwischendurch den Produktionsprozess umgestellt, um die Produktionsmenge zu erhöhen. Das führte jedoch dazu, dass für einige Woche weniger Impfstoff zu erwarten ist, als angekündigt. Die Impfstoff-Mengen sollen im Verlauf des Jahres aber auch insgesamt anwachsen. Das geht aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Nach 18,3 Millionen Impfdosen im laufenden ersten Quartal könnten demnach laut aktueller Schätzung im zweiten Quartal voraussichtlich 77,1 Millionen Dosen und im dritten Quartal 126,6 Millionen Dosen verschiedener Hersteller folgen.

Änderungen in der Impf-Verordnung mit der Zulassung des Impfstoffes von Astrazeneca

Mit der Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffes hat Gesundheitsminister Spahn Änderungen bei der Impf-Verordnung angekündigt. Hintergrund ist, dass der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorerst nur Erwachsenen unter 65 Jahren gespritzt werden soll. „Im Grundsatz werden die Priorisierungsgruppen so bleiben, wie sie sind“, sagte der Minister. Eingefügt werden sollen aber Altersvorgaben.

Die erste Lieferung des Astrazeneca-Impfstoffes ist am Wochenendende in Niedersachsen angekommen.

Das betrifft auch die laufenden Impfungen der Gruppe mit höchster Priorität - dazu gehören Menschen, die älter sind als 80 Jahre, Bewohner und Personal in Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal etwa in Intensivstationen. Sind diese Beschäftigten jünger als 65, sollen sie vorrangig mit Astrazeneca geimpft werden. Ab 65 soll man Anspruch auf Impfungen mit einem der beiden anderen Impfstoffe von Biontech und Moderna haben.

Wie Impftermine ausgemacht werden und wer sich für die Impfung melden kann

Seit dem 28. Januar werden in Niedersachsen Termine für die zwei notwendigen Impfungen gegen das Coronavirus vergeben. Doch nicht jeder bekommt bereits einen Termin. Das hat verschiedene Gründe. Zunächst gibt es die festgelegte Impf-Reihenfolge. Nachdem Bewohner von Alten- und Pflegeheimen durch mobile Teams ihren Impfung bereits bekommen haben, ist die nächste Gruppe an der Reihe. Die erste Personengruppe der Impfberechtigten sind die Menschen, die älter als 80 Jahre sind und noch zuhause wohnen. Impfberechtigte sollten einen Brief vom Sozialministerium bekommen haben, der ihnen das Impfangebot unterbreitet und das Vorgehen erklärt. Aber auch ohne dieses Schreiben ist die genannte Gruppe berechtigt, Termine zu vereinbaren.

In dieser Reihenfolge wird geimpft.

Vereinbart werden kann ein Termin entweder über die freigeschaltete Hotline oder ein Onlineportal. Das Sozialministerium teilte mit, dass für den Februar etwa 30.000 Impftermine vergeben werden können. Zudem werde wöchentlich neuer Impfstoff geliefert. Zum Start der Terminvergabe war sowohl die Hotline, als auch die Website überlastet. Am Tag der Freischaltung konnten rund 13.000 Termine vergeben werden. Gesundheitsministerin Carola Reimann hatte bereits an diesem Tag im Landtag um Verständnis für die Anlaufschwierigkeiten gebeten. Die SPD-Politikerin sagte zu, dass dennoch jeder Impfberechtigte, der geimpft werden will, „in den nächsten Wochen“ auch einen Termin erhalten werde. 

Der Ansturm sei enorm gewesen. Innerhalb der ersten Stunde nach Beginn der Terminvergabe hätten bereits 700.000 Menschen angerufen, sagte Reimann. Der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sagte sie, dass es ihr „wirklich leid“ tue, dass Anrufende nicht durchgekommen seien und dadurch Unannehmlichkeiten hatten. Zu dem großen Andrang kamen zusätzlich technische Schwierigkeiten. Am ersten Tag habe es rund 8,9 Millionen Anrufversuche und 5,9 MIllionen Zugriffe auf das Onlineportal gegeben.

Zwei Wege zur Terminvereinbarung

Telefonisch unter der Nummer 0800 99 88 665

Online über das Portal www.impfportal-niedersachsen.de

Wichtig zu wissen ist zudem, dass nicht nur ein Termin vereinbart wird. Wer sich impfen lassen möchte, bekommt zwei Termine. Erst mit der zweiten Spritze soll der Schutz wirken. Wer nicht direkt seine Termine erhält, kann sich auf eine Warteliste setzen lassen. Termine gibt es dann, die Liste abarbeitend, sobald welche verfügbar sind. Die Impfung findet in einem regionalen Impfzentrum statt. Wer sich außerhalb des eigenen Landkreises impfen lassen möchte, kann dies bei der Terminvergabe angeben, teilt das Sozialministerium mit.

Die Anreise zum Impfzentrum der Stadt Hannover

In Niedersachsen gibt es nicht nur ein Impfzentrum. Für die Region Hannover ist eines auf dem Messegelände der Stadt eingerichtet. Um dorthin zu reisen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sich mit ein wenig Variation auch auf andere Impfzentren übertragen lassen. Um zum Messegelände der Stadt Hannover zu gelangen, können die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden. Die Stadtbahn Linie 8 fährt ab Hauptbahnhof. Von der Zielhaltestelle Messe Nord gibt es einen Shuttle-Bus, der die Besucher direkt zum Impfzentrum befördert.

ImpfzentrenAdresse
Region HannoverHalle 25, Messegelände, 30521 Hannover
Landkreis DiepholzKrankenhaus, Marie-Hackfeld-Str. 6, 27211 Bassum
Landkreis VerdenContainerbau am Kreishaus, Lindhooper Straße 67a, Verden
Landkreis Nienburgehem. Schule, Weserweg 48, 31623 Drakenburg
Landkreis Rotenburgehem. Krankenhaus , Dr. Otto-Straße 2, 27404 Zeven
HeidekreisVeranstaltungshalle, Soltauer Str. 39, 29683 Bad Fallingbostel
Landkreis Oldenburgehem. Verbrauchermarkt, Westring 7, 27793 Wildeshausen

Wer die Möglichkeit hat, kann auch das Fahrrad zur Anreise nutzen. Die Zufahrt auf das Messegelände mit Fahrrad oder Pkw ist über das Tor West 1 zum Impfzentrum möglich. Zugang zum Tor gibt es über die Karlsruher Straße. Um eine Parkmöglichkeit und den Eingang zum Impfzentrum zu finden, ist eine Beschilderung vorhanden. Um bis zu diesem Punkt zu finden, lässt sich ebenfalls der Beschilderung in der Stadt zum Messegelände folgen.

Die Impfung erfolgt nur nach Erhalt eines Termins. Die Einladung zu diesem muss zusammen mit einem gültigen Ausweis und, falls vorhanden, dem eigenen Impfpass vorgelegt werden. Beide vereinbarten Termine müssen eingehalten werden, um den vollen Impfschutz zu erhalten. Mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Alain Jocard

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

«Felsbrocken vom Herzen»: Skisprung-Mixed erobert Gold

«Felsbrocken vom Herzen»: Skisprung-Mixed erobert Gold

UN: Mindestens 18 Tote bei Protesten in Myanmar

UN: Mindestens 18 Tote bei Protesten in Myanmar

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

S04-Debakel nach Wirbel um Gross - RB bleibt an Bayern dran

S04-Debakel nach Wirbel um Gross - RB bleibt an Bayern dran

Meistgelesene Artikel

Lockdown-Ende in Sicht: Wann öffnen Geschäfte wieder?

Lockdown-Ende in Sicht: Wann öffnen Geschäfte wieder?

Lockdown-Ende in Sicht: Wann öffnen Geschäfte wieder?
Wann öffnen Nagelstudios wieder? Eilanträge abgelehnt

Wann öffnen Nagelstudios wieder? Eilanträge abgelehnt

Wann öffnen Nagelstudios wieder? Eilanträge abgelehnt
Montag öffnen Friseure endlich wieder - darum steigt der Preis für Haarschnitt

Montag öffnen Friseure endlich wieder - darum steigt der Preis für Haarschnitt

Montag öffnen Friseure endlich wieder - darum steigt der Preis für Haarschnitt
Weg mit Corona-Speck: Wann öffnen Fitnessstudios wieder?

Weg mit Corona-Speck: Wann öffnen Fitnessstudios wieder?

Weg mit Corona-Speck: Wann öffnen Fitnessstudios wieder?

Kommentare