Drei Jahre Hundegesetz in Niedersachsen

Hunderegister hat rund 272.000 Tiere erfasst

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Hannover - Das vor drei Jahren gestartete niedersächsische Hunderegister hat bislang gut 272.400 Tiere erfasst. Anfangs war es insbesondere wegen der Gebühren zwischen 14 und 24 Euro umstritten. Es gab auch Klagen vor Verwaltungsgerichten. Inzwischen sei das Verzeichnis etabliert, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover.

Allerdings ist unklar, ob alle Hundebesitzer ihre Vierbeiner auch angemeldet haben. Das Ministerium hatte die Zahl der Hunde landesweit ursprünglich auf 400.000 geschätzt. Das Register ist nur ein Baustein des niedersächsischen Hundegesetzes, das am 1. Juli 2013 in Kraft trat. Die Tierhalter müssen darüber hinaus eine Sachkunde-Prüfung absolvieren. Seit 2011 sind sie bereits verpflichtet, ihren Liebling mit einem Chip kennzeichnen zu lassen und eine Haftpflichtversicherung für ihn abschließen. 

Das zentrale Hunderegister in Niedersachsen ist bundesweit einmalig. Nur die Stadtstaaten Hamburg und Berlin haben ähnliche Register, die allerdings gleichzeitig der Erfassung für die Hundesteuer dienen. In Niedersachsen müssen sich die Halter weiterhin separat bei ihren Gemeinden für die Hundesteuer anmelden. Friedhelm Paul, zweiter Vorsitzender des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) Niedersachsen, vermutet, dass nicht alle Besitzer ihren Hund tatsächlich im niedersächsischen Register erfassen lassen. Schließlich gebe es auch noch internationale Suchregister wie Tasso. 

Wer allerdings sein Tier beim niedersächsischen Register nicht meldet, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Informationen über von Kommunen verhängte Bußgelder liegen dem Ministerium aber nicht vor. 

Hundeverbands-Vizechef Paul sieht Defizite bei der Umsetzung des Gesetzes. Ihm sei zum Beispiel unklar, wie der praktische Teil des Sachkundenachweises kontrolliert wird, sagte er. Neu-Halter sind verpflichtet, vor der Anschaffung des Vierbeiners die Theorie zu absolvieren: ein Multiple-Choice-Test mit 35 Fragen. Der Praxis-Teil folgt im ersten Jahr als Hundebesitzer. Die Prüfer sind bei privaten Hundeschulen, Hundesportvereinen oder Tierarztpraxen angesiedelt.

dpa

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