Corona-Impfstoff

Corona-Impfung in Niedersachsen: Astrazeneca auch für junge Menschen

Niedersachsen zündet jetzt den Impfturbo. In den Impfzentren können sich ab kommender Woche auch Menschen unter 60 Jahren mit Astrazeneca impfen lassen. 

Hannover – In den Impfzentren in Niedersachsen können sich ab kommender Woche auch Menschen unter 60 Jahren mit dem Corona-Präparat von Astrazeneca impfen lassen. Wer sich auf die Warteliste für eine Impfung setzen lässt, kann dort seine Bereitschaft für eine Impfung auch mit Astrazeneca melden, kündigte Gesundheitsstaatssekretär Heiger Scholz am Dienstag, 22. Juni in Hannover an.

Imnpfstoffhersteller:Astrazeneca
Handelsname des Corona-Impfstoffes:Vaxzevria
Zulassung in der EU:29. Januar 2021
Typ:Vektorimpfstoff

Normalerweise ist das Mittel nur für Menschen über 60 vorgesehen, mit entsprechender Beratung werden aber bereits in den Hausarztpraxen auch jüngere Menschen auf Wunsch mit dem Vakzin geimpft. Wie Scholz erklärte, seien die Astrazeneca-Lieferungen an die Impfzentren in Niedersachsen zuletzt für Zweitimpfungen reserviert gewesen. Mit Abschluss dieser Impfungen stehe das Vakzin nun auch jüngeren Menschen zur Verfügung.

Astrazeneca-Impfungen für über 60-Jährige in Impfzentren ab kommender Woche

Wer einen kurzfristigen Termin über das Impfportal erhält, dem kann künftig unabhängig vom Alter auch Astrazeneca vorgeschlagen werden. Wer Bedenken gegen den Impfstoff hat, muss in diesem Fall den angebotenen Termin ablehnen und sich um einen anderen Termin bemühen.

Aktuell arbeitet das Land noch an einer technischen Lösung. Ab nächster Woche sollen dann auch Impfwilligen unter 60 Jahren Termine mit Astrazeneca über die Online-Portale angezeigt werden. Das Gesundheitsministerium treffe dafür gerade die Vorbereitungen, hieß es in der Pressekonferenz am Dienstag.

Die lange erhoffte Beschleunigung der Impfkampagne mit der Lieferung erhöhter Impfstoffmengen steht im Juli nach Einschätzung von Staatssekretär Scholz noch immer nicht bevor. Es gebe schlicht noch keine verbindliche Zusage des Bundes, wie viel Impfstoff im Juli ausgeliefert wird. „Wir haben noch nicht den Eindruck, dass uns die Impfstoffschwemme im Juli erreicht.“ Niedersachsen sei mit der Mehrzahl der übrigen Bundesländer weiterhin bemüht, die Impfzentren über Ende September hinaus zu betreiben. Dazu werde am Donnerstagabend weiter beraten.

Bundesweit sind die Corona-Impfstoffe von Astrazeneca, Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson zugelassen.

Corona-Impfkampagne: Was mit den übrigen Astrazeneca-Impfdosen passiert

Nach Erfahrungen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens bleibt der Impfstoff von Astrazeneca zumindest nicht in den Arztpraxen liegen. Allerdings ist der Beratungsaufwand für die Praxen bei der geplanten Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff größer. „Dabei tritt das Phänomen auf, dass über 60-Jährige den Impfstoff ablehnen“, sagt Detlef Haffke von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Dabei wird er für diese Altersgruppe empfohlen. „Dafür fragen immer mehr Menschen unter 60 und sehr viel jüngere Impfwillige nach Astrazeneca“, erklärt er.

Viele Impfzentren werden den Impfstoff von Astrazeneca im Moment nicht los.

In vielen Praxen werde Astrazeneca auch ohne „offene“ Impftermine verimpft. Für diese Woche sind 64.000 Astrazeneca-Impfdosen in die Praxen geliefert worden. Im Gegensatz waren es 230.000 Impfdosen des Biontech-Impfstoffes. Für die kommende Woche sind 60.000 Dosen angekündigt. „Für die Erstimpfung mit Astrazeneca sind nur 40 Dosen pro Woche pro Arzt vorgesehen, was nicht viel ist“, sagt Haffke.

Unterdessen sind im Impfzentrum Hannover fast 2000 Impftermine kurzfristig noch verfügbar. Auf die Nachfrage von kreiszeitung.de, ob Astrazeneca einen schlechten Ruf habe, erwiderte die Ärztekammer: „Die öffentlichen Debatten über den Impfstoff von AstraZeneca und die veränderten Zulassungsempfehlungen für verschiedene Altersgruppen haben offenbar nicht dazu geführt, die Nachfrage bei den Patientinnen und Patienten zu steigern“, sagt Thomas Spieker von der Ärztekammer Niedersachsen.

In den Impfzentren in der Region Hannover sei in der Tat spürbar, dass Termine mit Astrazeneca weniger in Anspruch genommen werden, sagt Sonja Wendt aus der Presseabteilung der Region Hannover. „Übrig“ bleiben nach ihren Aussagen allerdings keine Impfstoffe. „Ungeöffnete Impfdosen bleiben im System und werden für neue Termine angeboten, geöffnete Impfdosen werden über die Impfbrücke angeboten und verbraucht“, heißt es. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.DIGITAL.

(Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Sakchai Lalit/ dpa

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