Finanzielle Probleme durch Pandemie

Innenstädte in Niedersachsen: Europäische Union zahlt Millionen-Rettung

Zu sehen ist eine blonde Frau, die eine FFP2-Schutzmaske trägt. Neben ihr ist das Logo der Europäischen Union (EU) platziert. Im Hintergrund ist die Innenstadt Göttingens zu sehen.
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Die Innenstadt Göttingens ist meist gut gefüllt – wenn keine Pandemie herrscht. Das Tragen einer Maske zum Schutz vor dem Coronavirus ist beim Betreten der Geschäfte weiterhin Pflicht. Da auch weiterhin Einnahmeeinbußen drohen, schnürt die Europäische Union (EU) ein finanzielles Hilfepaket. (kreiszeitung.de-Montage)

Die Corona-Pandemie stellt nicht zuletzt Niedersachsens Innenstädte vor Probleme. Weniger Kunden als vor dem Covid-19. EU will finanziell helfen. Die Situation.

Hannover – Leere, so weit das Auge reicht – triste Realität in Niedersachsens Innenstädten. Bedingt durch den bundesweiten Lockdown als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie blieben viele Menschen den Fußgängerzonen fern. Weiterhin geltende Corona-Regeln schrecken potenzielle Kunden zudem vor einem Bummel in den Geschäften ab. Hinzu kommt der boomende Onlinehandel. Wie geht es weiter für den Einzelhandel?

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover
Hochschulen und Universitäten:Georg-August-Universität Göttingen u.v.m.

Niedersachsens Innenstädte: Weniger Besucher in den Fußgängerzonen – Corona-Regeln sind schuld

Eine Frage, die sich auch der Handelsverband Niedersachsen-Bremen (HNB) stellt. Dessen Geschäftsführer Mark Alexander Krack spricht gegenüber der dpa von einer Kundenfrequenz in den Innenstädten Niedersachsens, die niedriger als vor der Corona-Krise sei. Krack zufolge hätten die Menschen zielorientierter eingekauft und seien weniger durch die Fußgängerzonen gebummelt.

Dies wird auf Corona-Einschränkungen wie die Maskenpflicht, die im Dänemark fortan nicht mehr gilt, zurückgeführt. Für viele Menschen sei dies ein zu großes Hindernis, um länger shoppen zu gehen. Die logische Konsequenz: Geschäfte, die nicht zuletzt in den Innenstädten Niedersachsens ansässig sind, sehen sich mit ausbleibenden Einnahmen konfrontiert.

Finanzielle Hilfe für das Land Niedersachsen: Europäische Union zahlt 117 Millionen Euro zur Erneuerung der Innenstädte

Hierzu würden jedoch beispielsweise nicht Fahrradgeschäfte, Baumärkte oder Outdoorsport-Händler zählen, die seit Pandemie-Beginn gute Geschäfte gemacht hätten. Ändert jedoch nur marginal etwas an dem Fakt, dass sich viele Geschäfte mit einer finanziell prekären Situation auseinandersetzen müssen.

Doch ist ein Ende der finanziellen Leidenszeit in Sicht. Denn wie Europa- und Regionalministerin Birgit Honé (SPD) der dpa am Mittwoch, 8. September 2021, mitteilt, erhält das Land Niedersachsen insgesamt 117 Millionen Euro an EU-Geldern zur Erneuerung der Innenstädte. Eine Summe, die auf 207 Kommunen und kommunale Verbünde aufgeteilt wird. Laut Honé sind die entsprechenden Förderbescheide bereits zugestellt worden.

Startschuss zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie: Niedersachsens Kommunen erhalten bis zu 1,8 Millionen Euro

Wie aber erfolgt die konkrete Verteilung der Summe in Millionenhöhe? Grundsätzlich würden laut dem Regionalministerium je nach Größe der Kommune zwischen 345.000 und 1,8 Millionen Euro fließen. Da jedoch nicht jede Kommune einen Antrag gestellt hat, wird jeweils mehr Geld gezahlt. Beispielsweise würden größere Städte mit mindestens 65.000 Einwohnern 300.000 Euro mehr als ursprünglich geplant erhalten.

Europa- und Regionalministerin Birgit Honé nennt die Übergabe einen Startschuss zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie. Jeweils bis Ende März 2023 müssten die Projekte abgeschlossen sein. Es liegen insgesamt sechs Felder vor, in denen die Projekte einzuordnen sind. Hierzu zählen unter anderem Handel, Dienstleistungen, Maßnahmen gegen Leerstand sowie mehr Einrichtungen für Kultur und Tourismus.

Neuer Trend in Göttingen und Hannover: Freie Flächen werden von Gastronomie und Cafés besetz

Doch ist an dem Programm auch bereits Kritik vonseiten der Grünen aufgekommen. Es wird beanstandet, dass dieses im Wesentlichen nur die Umsetzung eines vorhandenen Programms der Europäischen Union (EU) sei. Aus der Landeskasse würde es zudem zu wenig Geld geben.

Und wie gestaltet sich die Situation an konkreten Standorten? Göttingen beispielsweise sei gut durch den Lockdown gesteuert, heißt es von Stadtsprecher Dominik Kimyon. Es gebe bislang kein Problem mit Leerständen, im Gegenteil: erst kürzlich hätten mehrere Filialketten neue Standorte in der Stadt eröffnet. Die Eröffnung des Kunsthauses in Göttingen wird gar als ein Meilenstein der Innenstadtentwicklung bezeichnet.

Und auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover sei nur wenig bis gar kein Leerstand zu verzeichnen, gibt ein Stadtsprecher Auskunft. Es sei in einzelnen Lagen in Hannover sogar eine ähnliche Verschiebung wie in Göttingen festgestellt worden. Heißt: das Sortiment verlagert sich und freie Flächen werden überwiegend von Gastronomie und Cafés neu besetzt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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