Integration: „In der Realität angekommen“

Niedersachsen: Erste Regionen erreichen Vollbeschäftigung

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Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG arbeitet an einer „Stahlpfanne“. Die Region gehört noch nicht zu den Gewinnern der starken Konjunktur.

Hannover - Dank der guten konjunkturellen Stimmung herrscht nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in einigen Regionen Niedersachsens bereits Vollbeschäftigung. Jedoch sei man davon flächendeckend noch weit entfernt, sagte am Freitag die Agentur-Landeschefin Bärbel Höltzen-Schoh in Hannover bei der Vorlage einer Zwischenbilanz der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen.

Zu den regionalen Gewinnern zählte sie etwa die Regionen Hannover und Hameln-Bad Pyrmont, während die Region Salzgitter etwa schwächelte. 

Integration zeigt ernüchternde Ergebnisse

"Der Arbeitsmarkt insgesamt, die Beschäftigung hat sich positiv entwickelt in Niedersachsen und Bremen", so Höltzen-Schoh. "Ernüchternd" sei allerdings die Integration der Flüchtlinge: "Da hat schon ein Stück weit Desillusionierung stattgefunden." 

Zwar habe sie einerseits dazu geführt, dass der Rückgang der jugendlichen Bewerber für einen Ausbildungsplatz insgesamt nur um ein Prozent gesunken sei - 4300 jugendliche Flüchtlinge wurden in den vergangenen zwölf Monaten (bis Juni) auf dem Arbeitsmarkt vermittelt. 200 weitere nahmen eine selbstständige Tätigkeit auf, 400 begannen eine Ausbildung. 

Aufwand unterschätzt

Unter den aktuell 54.700 Ausbildungsbewerbern befinden sich 6700 Ausländer. Andererseits habe der Aufwand für die sprachliche Qualifikation der Flüchtlinge aber deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als erwartet. "Das ist eine ziemliche Herkulesarbeit, sowohl für die Betriebe als auch für uns", so die Regionalleiterin, die aber positiv bemerkte: "Wir sind jetzt in der Realität angekommen." 

Im ersten Halbjahr habe die Arbeitslosenquote in Niedersachsen im Schnitt bei 5,9 Prozent gelegen. Die Agentur geht davon aus, dass sich die Zahl der aktuell 250.000 Arbeitslosen in Niedersachsen bis zum Jahresende um 2,5 Prozent verringern dürfte. Branchenbezogen gibt es zur Zeit lediglich in der Finanzbranche einen leicht negativen Trend. 

„Jeder fünfte Ungelernte ist langzeit-arbeitlos“

Auch an den VW-Standorten Emden, Wolfsburg und Braunschweig steigen die Arbeitslosenzahlen nach diesen Angaben oder sinken nur unterdurchschnittlich. "Das hat mit VW aber nur indirekt zu tun", sagte die Agentur-Regionalchefin zu den Auswirkungen des Zukunftsprogramms von VW. 

Eine mögliche Ursache könne das Ausbleiben externer Aufträge sein. Während die Arbeitslosenquote im ersten Halbjahr im landesweiten Schnitt um 2,4 Prozent sank, lag der Wert im Bezirk Braunschweig-Goslar nur bei minus 0,4 Prozent, in Emden-Leer bei minus 1,2 Prozent. Im Bezirk Helmstedt - zu dem das Einzugsgebiet um Wolfsburg gehört - stieg die Quote dagegen um knapp vier Prozent. 

Ein Problem sei weiterhin die Vermittlung von ungelernten Arbeitslosen: "Jeder fünfte Ungelernte ist in Niedersachsen langzeit-arbeitslos." Als Vollbeschäftigung gilt nach Angaben des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, wenn alle Menschen, die Arbeit aufnehmen können und wollen, auch Arbeit bekommen. Dem Institut zufolge könnte mit einer Quote zwischen 2 und 3 Prozent Vollbeschäftigung erreicht sein.

dpa

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