In Niedersachsen

Drei weitere Geflügelbetriebe wegen Fipronil-Belastung gesperrt

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Eier-Skandal: Eier-Vernichtung in den Niederlanden

Nordhorn/Hannover - Bei weiteren Geflügelbetrieben hat sich in Niedersachsen der Verdacht auf Fipronil-Belastung bestätigt. Warnungen der Bremer Verbraucherschützer vor Eiern aus Niedersachsen hält die Branche aber für übertrieben.

Im Skandal um mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier haben die Behörden in Niedersachsen drei weitere Betriebe gesperrt. In der Grafschaft Bentheim waren am Donnerstag zwei neue Legehennenbetriebe betroffen, im Nachbarlandkreis Emsland wurde eine Junghennenaufzucht gesperrt. 

Insgesamt gibt es damit in Niedersachsen vier Betriebe, in denen sich der Verdacht auf unzulässige Fipronil-Werte bestätigt hat. Bei einem möglichen weiteren fünften Betrieb gebe es noch Unklarheiten, sagte ein Ministeriumssprecher.

Mehr als 100.000 Legehennen betroffen

In der Grafschaft Bentheim sind damit drei Höfe gesperrt, in denen insgesamt etwa 100.000 Legehennen gehalten werden. Die Eier dürfen nicht mehr verkauft werden. Sie müssen vermutlich entsorgt werden. Ein Betrieb war nach einer Selbstanzeige bereits am Mittwoch gesperrt worden. 

Im Emsland ist ein Hof betroffen, der Junghennen im Alter von etwa sieben Wochen hält. Proben wurden nach Angaben des Landkreises vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersucht. Da es sich um Junghennen handelt, fand dort keine Eierproduktion statt. 

Alle Höfe hatten eine illegale Mixtur eines Milbenbekämpfungsmittels mit dem Insektizid Fipronil verwendet, das ihnen von einer niederländischen Firma geliefert worden war.

Kritik an Warnung der Verbraucherzentrale

Kritik rief eine pauschale Warnung der Verbraucherzentrale Bremen vor Eiern aus Niedersachsen hervor: Familien mit Kindern sollten zunächst vorsorglich auf niedersächsische Eier verzichten, sagte Regina Aschmann von der Verbraucherzentrale Bremen. „Ich halte diese Warnung für völlig unverhältnismäßig“, sagte Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der deutschen Geflügelwirtschaft und Vorsitzender des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen. 

„Wir haben an die 450 Legehennenhalter in Niedersachsen, denen wird man nicht gerecht“, sagte Ripke. Das Problem komme aus den Niederlanden. Wichtig sei es, die Warenströme nachzuvollziehen. Dazu sei man aber auf mehr Informationen der niederländischen Ermittlungsbehörde angewiesen. 

Dass auch Mastställe für Hähnchen und Puten mit dem fipronil-belasteten Desinfkektionsmittel Dega-16 verunreinigt sein könnten, halte er für eher unwahrscheinlich, sagte Ripke. Das Mittel werde zur Milbenbekämpfung eingesetzt, die in Mastbeständen nicht notwendig sei. „In beiden Produktionsschienen wird Dega-16 nicht angewendet.“

800.000 Eier gelangen nicht in den Handel 

Unterdessen wurde bekannt, dass auch ein großer Eiervermarkter aus dem Landkreis Vechta mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden erhielt. Das Unternehmen habe vorsorglich von sich aus die Eier nicht vermarktet, sagte ein Sprecher des Landkreises. „Die Eier sind nicht in den Einzelhandel gekommen.“ Es handele sich um 800.000 Eier aus verschiedenen Betrieben in den Niederlanden. Das Unternehmen habe bei sämtlichen Eiern aus den Niederlanden und Deutschland eine Untersuchung in die Wege geleitet. 

Der Kreis habe darüber hinaus auch eine Überprüfung von zwei weiteren Packstellen vorgenommen, die Eier aus den Niederlanden zugekauft hatten. Kontrolliert worden seien auch zwei Hühnerfarmen, die Kontakte in die Niederlande haben. „Wir kontrollieren auch die Rücknahme von belasteten Eiern vom Markt.“

dpa

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