Lockerungen und negative Tests

Neue Corona-Regeln: Das gilt jetzt in Niedersachsen

Seit Montag gilt in Niedersachsen die neue Corona-Verordnung. Welche Lockerungen unter welchen Voraussetzungen nun gelten.

Hannover - Am Montag ist die neue Corona-Verordnung für Niedersachsen in Kraft getreten. Die nun gültige Version des Regelwerks steht vor dem Hintergrund sinkender Infektions- und steigender Impfzahlen. Wie bereits Mitte der vergangenen Woche in der Landespressekonferenz angekündigt, bedeutet das zahlreiche Lockerungen in verschiedenen Bereichen. Die niedersächsische Landesregierung erklärt zu den Änderungen, dass diese auf drei Grundsätzen basieren.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:7.993.608 (31. Dezember 2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Die Lockerungen greifen zuerst vorrangig für Aktivitäten, die draußen stattfinden können. „Draußen ist sicherer als drinnen“, heißt es dazu. So öffnet zunächst die Außengastronomie, bevor auch die Innenräume wieder genutzt werden können. Zweiter Grundsatz ist die Testpflicht. Diese soll weiter ausgebaut werden, um dadurch das Risiko einer Infektion zu minimieren. Dritter und letzter Grundsatz ist und bleibt das Abstandhalten und Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Für viele der neuen Lockerungen ist ein negatives Testergebnis die Voraussetzung.

Für vieles, was nun erlaubt ist, ist ein negatives Testergebnis die Voraussetzung. Wichtig zu wissen ist, dass das Ergebnis von PCR- oder PoC-Schnell- oder Selbsttests stammen kann. Diese müssen jedoch unter Aufsicht durchgeführt werden. Unter Aufsicht bedeutet, dass sie entweder in einem zugelassenen Testzentrum gemacht werden müssen oder direkt vor oder im Eingang eines Geschäfts, Gastronomiebetriebs oder einer Veranstaltung. Auch die unter Aufsicht am Arbeitsplatz gemachten Tests können mit Bescheinigung verwendet werden.

Schulen und Kitas kehren zurück in den Wechselbetrieb mit Testpflicht

Zu den wichtigsten Lockerungen, die unter der Voraussetzung greifen, dass der aktuelle Inzidenzwert stabil unter dem Wert von 100 und somit dem Greifen der Bundes-Notbremse liegt, gehört der Kita- und Schulbetrieb. Es findet Wechselbetrieb in festen Gruppen statt, solange der Inzidenzwert unter 165 bleibt. Auch außerschulische- und Erwachsenenbildung kann wieder stattfinden. Um Infektionen möglichst schnell zu entdecken und darauf reagieren zu können, gilt zweimal wöchentlich - nun auch für die Berufsbildung - die Testpflicht.

Seit Sonntag gilt für vollständig Geimpfte sowie vollständig Genesene laut Bundesrecht*, dass sie bei Kontaktbeschränkungen nicht mehr mitgezählt werden. Dies trifft auch auf die noch in einigen Landkreisen greifenden Ausgangssperren zu. In Niedersachsen werden Geimpfte und Genesene bereits seit dem 19. April gleichgestellt mit negativ Getesteten. Vollständig geimpft ist eine Person, wenn ihre letzte notwendige Impfung mindestens 14 Tage zurückliegt.

Die gültigen Regeln für Sport im Freien sowie Schwimmunterricht

Sofern der Sieben-Tage-Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt, gilt zudem für den Bereich Sport, dass bis zu 35 Kinder und Jugendliche draußen Kontaktsport treiben können. Also auch Mannschaftssport. Betreuungspersonen müssen negativ getestet sein, genesen oder geimpft. Für Erwachsenen ist bislang nur der kontaktfreie Sport in Gruppen draußen mit mindestens zwei Metern Abstand gestattet.

Schwimmbäder dürfen wieder für den Schwimmunterricht und Schwimmkurse öffnen. Für unterrichtende sowie teilnehmende, volljährige Personen gilt die Notwendigkeit eines Negativtests. Auch dürfen die Gruppen nicht mehr als 20 Personen umfassen, Geimpfte und Genesene ausgenommen.

Einzelhandel, Außengastronomie und Tourismus können Betrieb wieder aufnehmen

Lange konnten nur Geschäfte öffnen, die für die Grundversorgung zuständig sind. Nun kann auch der Einzelhandel unter bestimmten Voraussetzungen die Türen wieder öffnen. Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 200 Quadratmetern ist es nun möglich, Kunden nach vorheriger Terminvereinbarung zu empfangen, das sogenannte Click and Meet-Konzept. Zutritt zu Geschäften mit mehr als 200 Quadratmetern ist nur mit einem Nachweis über einen negativen Test erlaubt.

Gastronomiebetriebe dürfen ihre Außenbereiche öffnen. Voraussetzung ist ein Hygienekonzept, welches unter anderem auf ausreichend Abstand zwischen den Tischen achtet. Auch dürfen die Betriebe nicht länger als 23 Uhr geöffnet haben. Zugang auch hier nur mit negativem Test, vollständiger Impfung oder Genesung.

In Niedersachsen dürfen die Außenbereiche gastronomischer Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen wieder öffnen.

Der Tourismus nimmt in langsamen Schritten auch wieder seine Arbeit auf. Zunächst dürfen nur Niedersachsen selbst im eigenen Bundesland für Beherbergungsbetriebe in Anspruch nehmen. Wer noch nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss sowohl bei der Anreise als auch mindestens zweimal wöchentlich einen negativen Test nachweisen. Für Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und Campingplätze gilt eine maximale Auslastung von 60 Prozent. Für Ferienwohnungen und -häuser ist festgelegt, dass zwischen den Belegungen eine eintägige Sperre gilt, die Räumlichkeiten also einen Tag frei bleiben müssen.

Öffnung von Zoos, botanischen Gärten und Freizeitparks

Zoos und botanische Gärten erfahren nun ebenfalls Erleichterungen. Mit einer Kapazitätsgrenze von 50 Prozent dürfen diese Einrichtungen nun auch ohne Test besucht werden. Dann gilt allerdings, dass nur die Außenbereiche genutzt werden dürfen. Um auch die Innenbereiche öffnen zu können, gilt eine Testpflicht.

Mit Nachweis eines negativen Tests können auch weitere Angebote an der frischen Luft öffnen. Dazu gehören unter anderem Freizeitparks oder touristische Fahrten mit offenem Fahrgastbereich. Für den Besuch von Museen, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten gilt ebenfalls eine Testpflicht sowie eine Kapazitätsgrenze von maximal 50 Prozent.

Bei der Holzachterbahn Colossos im Heide Park Soltau gilt im Wartebereich Maskenpflicht und Abstand.

Vor dem Hintergrund des Grundsatzes „Draußen ist sicherer als drinnen“ ist auch im Bereich der kulturellen Veranstaltungen einiges möglich. Theater, Kinos, Konzerthäuser und Kulturzentren dürfen Veranstaltungen draußen mit bis zu 250 Personen planen. Voraussetzung ist ein Hygienekonzept und genügend Abstand zwischen den Besuchern. Ein negativer Test, eine vollständige Impfung oder Genesung ist auch hier notwendig, um teilnehmen zu dürfen. Für diese Regeln ist jedoch festgelegt, dass sie sich auf Veranstaltungen beziehen, für die keine Interaktion und Kommunikation zwischen den Besuchern vorgesehen ist. Fußballspiele sind damit also nicht eingeschlossen. * kreiszeitung.de und nordbuzz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert / picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild

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