Warten auf STIKO-Empfehlung

Corona-Krisenstab: So will Niedersachsen alle Schülerinnen und Schüler impfen

Der niedersächsische Corona-Krisenstab informierte in einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Lage und erklärte das Impfkonzept für Schülerinnen und Schüler.

Hannover – Der Corona-Krisenstab Niedersachsens hat sich Dienstag in einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage geäußert. Zentrales Thema des Termins war das Konzept, das zur Impfung von Schülerinnen und Schülern erarbeitet wurde. In welchem Umfang mit diesem gestartet werden kann, hängt nun von der Einschätzung der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab. 

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:7.993.608 (31. Dezember 2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Zur allgemeinen Infektionssituation im Bundesland erklärte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), dass die aktuellen Inzidenzwerte noch unter dem Einfluss der Feiertage befinden, an denen viele Labore nicht gearbeitet hätten. Sie gehe aber davon aus, dass sich ein realistischer Wert ab Donnerstag oder Freitag bei landesweit 50 einpendeln wird. Niedersachsen hat bereits einige Regeln gelockert.

Im Mai musste die Menge der Erstimpfungen in Niedersachsen vorübergehend reduziert werden, um die Impfdosen zunächst für die Zweitimpfungen nutzen zu können.

Zudem betonte sie, dass der Weg aus der Pandemie weiterhin das Impfen sei. Niedersachsen habe mittlerweile rund 4,3 Millionen Impfungen durchgeführt, 3,3 Millionen davon Erstimpfungen. Damit nähere sich das Land nun der nächsten wichtigen Phase. „Wir wollen uns einer neuen Gruppe widmen und vor den Sommerferien anfangen mit der Impfung von Schülerinnen und Schülern“, kündigt sie an. Für die über 16-Jährigen sei der Impfstoff von Biontech/Pfizer bereits zugelassen und für die 12 bis 16-Jährigen werde das Vakzin derzeit geprüft. Ab Juni sollen alle Menschen in Niedersachsen ein Impfangebot bekommen, unabhängig von Priorisierungsgruppen werden.

Impfkonzept für Schülerinnen und Schüler soll um die Sommerferien herum umgesetzt werden

Das Konzept sehe vor, die Impfungen der Schüler um die Sommerferien herum durchzuführen. Dies müsse sehr gut organisiert sein und müsse daher auch rechtzeitig vorbereitet werden, erklärt Behrens. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe die Bundesländer aufgefordert, Konzepte zu erarbeiten, das habe Niedersachsen gemacht. Voraussetzung für dessen Umsetzung sei es nun, so Behrens, dass das Land auch die entsprechenden Impfstoff-Mengen erhalte. „Wir brauchen 900.000 Impfstoffdosen zusätzlich zu denen, die in die Impfzentren gehen“, sagt die niedersächsische Gesundheitsministerin. Insgesamt 450.000 Schülerinnen und Schüler müssen versorgt werden. 

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) informierte über das entwickelte Konzept für die Impfungen der Schülerinnen und Schüler während einer Pressekonferenz.

Sie sehe das Problem jedoch weniger in der Menge der Impfdosen, sondern in der Zulassung des Impfstoffs für diejenigen, die jünger als 16 Jahre sind. „Das ist die Hürde, die übernächste Woche zu nehmen ist“, erklärt sie. Wenn die Empfehlung der STIKO kommt, wird auch Niedersachsen den Eltern die Impfung für die Kinder empfehlen. Das Konzept sei in den vergangenen Wochen erarbeitet worden, bislang sei noch keine Rückmeldung von Eltern eingeholt werden. Behrens geht aber davon aus, dass es genauso eine Debatte geben wird über den Mehrwert von Impfungen, wie es sie allgemein in der Bevölkerung gibt. 

Regierungssprecherin Anke Pörksen ergänzt, dass seit einigen Wochen Schreiben von Eltern kommen würden, die ausdrücken, dass sich die Eltern wünschen, dass die Impfungen auch endlich für Linder zugelassen werden. „Wir nehmen einen gewissen Druck wahr. Die Familien wollen nun auch ihre jüngsten Mitglieder geimpft haben“, sagt Pörksen, auch wenn diese Wunschäußerungen nicht repräsentativ seien. 

Warten auf die Zulassung: Zeitraum für Impfungen der Schüler steht bereits fest

Auch der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sieht das Impfangebot für Schüler als eine Möglichkeit für die Rückkehr zur Normalität. Soweit die Schüler geimpft sind gebe es eine Chance, weitgehend mit Szenario A in den Unterricht zu starten. Aktuell warte man auf die Zulassung des Impfstoffs und dann bedürfe es der entsprechenden Impfdosen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und ein Konzept vorgelegt. Jetzt liegt es am Bund“, sagt er.

Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und ein Konzept vorgelegt. Jetzt liegt es am Bund

Niedersächsischer Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) 

Sollte alles wie geplant laufen, würden die Erstimpfungen der Schülerinnen und Schüler in dem Zeitraum vom 12. bis 23. Juli stattfinden und maximal 42 Tage später, zwischen dem 23. August und dem 3. September, die Zweitimpfungen. Als Reserve könnten die Impfungen auch noch in der ersten Ferienwoche oder der ersten Woche nach den Ferien durchgeführt werden. Die Schulen selbst würden bei der Logistik und der Organisation eine wichtige Rolle spielen. 

„Formulare und Erklärungsschreiben stellen wir bereit. Es wird ein Infopaket geben. In dem Moment, wo wir grünes Licht haben für die Umsetzung, kann es an die Schulen weitergegeben werden“, kündigt Tonne an. Grundsätzlich liegt die Entscheidung bei den Eltern, ob, wann und wo die Kinder geimpft werden, sagt er. „Es ist ein Angebot, keine Verpflichtung. Ich werbe aber sehr dafür, dass das Angebot auch angenommen wird. Es ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie“, so Tonne.

Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sieht das Impfangebot für Schüler als eine Möglichkeit für die Rückkehr zur Normalität.

Sollte es keine Empfehlung der Stiko für die Zulassung des Impfstoffs für unter 16-Jährige geben, werde die Aktion jedoch für die älteren Schülerinnen und Schüler durchgeführt, sagt Behrens. Tonne führt zudem aus, dass falls es weiter Testungen an Schulen gibt, diese für vollständig Geimpfte entfallen. Die Maske im Unterricht ist ein noch offener Punkt und hänge sowohl vom Inzidenzwert, als auch vom Umfang der vorgenommenen Impfungen ab. 

Anteile der Erst- und Zweitimpfungen bald wieder ausgeglichener

Ein weiter Punkt der Konferenz war das Thema der Verteilung von Erst- und Zweitimpfungen. Zu Beginn der Impfkampagne hatte das Land Dosen jeweils für die Zweitimpfung zurückgehalten, dieses Vorgehen dann aber nach und nach aufgegeben. Das hatte im Mai dann zur Folge, dass die geplanten Lieferungen erst genutzt werden mussten, um die zweite Injektion für diejenigen zu garantieren, die bereits ihre erste Dosis erhalten hatten. Dadurch war die Menge der Erstimpfungen stark reduziert worden.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm, erklärte, dass die Lieferungen bis Anfang Juni allein für die Termine zur zweiten Injektion vorgesehen sind. Demnach sollte es ab kommender Woche wieder im gewohnten Tempo vorangehen. Die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, erklärte nun, dass es aktuell tatsächlich anteilig noch mehr Zweitimpfungen gebe. Das werde sich aber wieder ändern und sich ausgleichen. Je mehr Erstimpfungen durchgeführt werden, desto mehr Zweitimpfungs-Termine würden auch notwendig sein. Gesundheitsministerin Behrens ergänzte dazu, dass ab Kalenderwoche 23 und 24 auch wieder verstärkt Erstimpfungen durchgeführt werden, dann entsprechend wieder eine erhöhte Menge Zweitimpfungen die Folge sind. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ole Spata / picture alliance / dpa

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