Kommunen sind auf der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge

Hannover - Angesichts der vielen Flüchtlinge, die ins Land strömen, wird der Platz in vielen Städten und Gemeinden Niedersachsens sowie in Bremen knapp. Die Kommunen setzen zum Teil auf fertiggebaute Wohnmodule, auf Turnhallen oder alte Hotels.

Eishallen, Turnhallen, ausgediente Hotels, selbst Jugendherbergen: Das Land und die Kommunen in Niedersachsen müssen sich in diesen Tagen viel einfallen lassen, um die große Zahl von Flüchtlingen menschenwürdig unterzubringen. Die Stadt Oldenburg nutzt unter anderem auf dem ehemaligen Fliegerhorst eine umgebaute Sporthalle, wo 100 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung stehen. In Bremen wird noch bis September die Eissporthalle „Paradice“ zur Unterbringung jugendlicher Asylbewerber genutzt. Dort stehen 70 bis 80 Plätze zur Verfügung. Die Halle wird nur im Winter zum Eislaufen genutzt, die Saison soll am 3. Oktober eröffnet werden.

In Hastedt (Bremen) wurde zudem ein ehemaliger Supermarkt umfunktioniert, und auch ein Teil der Messehallen in Bremen wird zur Unterbringungen von Asylbewerbern genutzt. Allerdings machte Bernd Schneider, Sprecher der Sozialsenatorin, klar: „Die Hälfte aller Flüchtlinge wird in Wohnungen untergebracht. Das war 2014 so, und wir hoffen, dass wir das auch 2015 hinbekommen.“ Das Land Bremen greift auch auf eine Jugendherberge im benachbarten niedersächsischen Zeven zurück, sagt die Sprecherin des Jugendherbergsverbandes Unterweser-Ems, Gesa Hauschild. Bis Februar 2016 sollen dort 100 Flüchtlinge untergebracht werden.

Seit Anfang Juli nutzt das Land Niedersachsen auch die Jugendherberge in Bad Iburg bei Osnabrück. Dort sind bislang rund 60 Asylbewerber-Familien aus Syrien und dem Irak untergebracht, neben den typischen Jugendherbergsgästen. Von Oktober bis Ende März 2017 sollen dort ausschließlich Flüchtlinge leben. Einen Überblick, wie die Kommunen die Flüchtlinge unterbringen, hat das Land nicht. „Das liegt in der Selbstverwaltung der Städte und Gemeinden“, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Jede Kommune sei anders aufgestellt. Einer Kleinstadt mit wenigen Flüchtlingszuweisungen falle es leichter, Wohnungen anzumieten als den Großstädten im Land.

Die Landeshauptstadt Hannover und andere Kommunen nutzen unter anderem „Wohnmodule“, Fertigbauten in Leichtbauweise. Die Stadt setzte auch auf Notunterkünfte in Turnhallen, Baumärkten oder Hotels, sagte ein Sprecher der Stadt. Auch Ronnenberg bei Hannover hat sich ein Hotel gesichert: Ab dem Herbst sollen rund 25 Flüchtlinge in einem früheren Nachtclub unterkommen, das Anfang Juli geschlossen hat. Die Gemeinde Sögel im Emsland will ihr altes Rathaus umwidmen: Es wurde bislang als Hotel genutzt und soll in Kürze an einen Investor weiterverkauft werden.

Zumindest für eine Übergangszeit soll es zu einer Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werden. In Göttingen würden die Flüchtlinge nicht in Turnhallen und Zeltstädten untergebracht, sagt Stefanie Ahlborn. „Wir bauen ein Flüchtlingswohnheim, das in vier Wochen fertiggestellt ist.“ Wahrscheinlich müssten in den nächsten Jahren noch weiterer solcher Wohnheime gebaut werden. Die Stadt werde auch das ehemalige Institut für wissenschaftlichen Film umbauen, in dem Platz für 150 Flüchtlinge geschaffen werde. „Wir mieten und kaufen, gehen auch langfristige Mietverträge ein“, sagt Osnabrücks Stadträtin Rita Maria Rzyski.

Ziel der Stadt sei es, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen. Weil die Stadt seit einigen Monaten eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes hat, sei die vom Land der Stadt zugewiesene Flüchtlingsquote reduziert. „Die Landesstelle hat uns Luft verschafft“, sagt Rzyski. „Noch sind wir nicht so weit, dass wir über Zelte oder Turnhallen nachdenken müssen.“ Die Unterbringung von Flüchtlingen sei aber eine Daueraufgabe für die nächsten Jahre.
dpa

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