Blitzmarathon ruft Skepsis hervor

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Symbolbild

Hannover - Von Matthias Brunnert. Der Innenminister will mit dem Blitzmarathon die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr senken. Eine sinnvolle Maßnahme? ADAC und Gewerkschaft der Polizei halten die Aktion für nutzlos.

Rund 750 Polizisten machen am Donnerstag in Niedersachsen Jagd auf Raser. Zusammen mit Mitarbeitern vieler Kommunen wollen sie im Rahmen des bundesweiten Blitzmarathons an fast 500 Stellen im Land Tempomessungen vornehmen. Zu hohe Geschwindigkeit sei nach wie vor „Killer Nummer Eins“ im Straßenverkehr, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) zur Begründung.

2014 kamen auf Niedersachsens Straßen 446 Menschen ums Leben, acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 2013 war mit 412 Toten ein historischer Tiefststand seit Start der Statistik 1953 erreicht worden. Der Blitzmarathon solle dazu beitragen, die gestiegene Zahl von Verkehrstoten zu senken. Die Aktion beginnt am Donnerstag um 6.00 Uhr. Sie endet um Mitternacht. Ein Blitzmarathon sei kein geeignetes Instrument, urteilte die Gewerkschaft der Polizei. „Es handelt sich eher um ein für die Medien inszeniertes Spektakel“, sagte der niedersächsische Landesvorsitzende Dietmar Schilff der Deutschen Presse-Agentur.

„Für die Verkehrssicherheit bringt das dagegen gar nichts.“ Das hätten die beiden vorangegangenen Blitzmarathons gezeigt. Auch der ADAC gibt sich skeptisch. Grundsätzlich seien Tempokontrollen zwar wichtig, sagte Sprecherin Christine Rettig. Angekündigte Einmal-Aktionen wie ein Blitzmarathon hätten aber keine dauerhaft positiven Folgen. „Das bewirkt keine Änderungen im Verhalten. Man richtet sich dann am Tag des Blitzmarathons darauf ein und fährt anschließend weiter wie immer.“

Minister Pistorius sieht den Blitzmarathon dagegen - ebenso wie die reguläre Geschwindigkeitsüberwachung von Polizei und Kommunen - als „zentralen Bestandteil der Verkehrssicherheitsstrategie des Landes“. Es gehe darum, die Zahl der durch hohes Tempo verursachten Unfälle zu senken, zumal sich der negative Trend in den ersten drei Monaten 2015 fortgesetzt habe. Nach vorläufigen Zahlen seien bis Ende März 106 Menschen auf den Straßen des Landes gestorben, 14 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit seien dabei die häufigste Unfallursache gewesen.

Hier finden Sie eine Übersicht, wo unter anderem am Donnerstag in Niedersachsen geblitzt wird.

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