Bislang 38 Badetote in Niedersachsen in diesem Jahr

Bad Nenndorf - Der heiße Sommer hat viele Menschen ins kühle Nass gelockt. Die Zahl der Badetoten steigt dadurch deutlich.Eine besondere Risikogruppe sind Flüchtlinge.

Bislang sind in diesem Jahr 38 Menschen in Niedersachsen ertrunken - 6 mehr als im Vorjahreszeitraum. In Bremen gab es bis Ende August 6 Opfer (Vorjahreszeitraum: 3), wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Montag mitteilte. Deutschlandweit ereigneten sich wegen der heißen Sommermonate deutlich mehr Badeunfälle als noch 2014. „Das sind leider die Schattenseiten eines schönen Sommers“, sagte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje in Bad Nenndorf.

In deutschen Gewässern ertranken seit Jahresbeginn 374 Menschen - 56 mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 18 Prozent). Rund 97 Prozent der Opfer starben in Binnengewässern. An der deutschen Nordseeküste gab es drei Tote, an der Ostseeküste acht.

Den DLRG-Zahlen zufolge kamen 27 Flüchtlinge bei Badeunfällen in Deutschland ums Leben. Vergleichszahlen aus dem Vorjahr gibt es demnach nicht. Einige Asylsuchende könnten nicht richtig schwimmen, erklärte ein DLRG-Sprecher die relativ hohe Zahl im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Manche hätten zudem keine Erfahrung mit Gewässern, wie sie in Deutschland vorkommen. Die Baderegeln seien in diesem Sommer kurzfristig in mehr als 25 Sprachen übersetzt worden.

In Seen gab es 175 Tote, in Flüssen und Bächen starben 133 Menschen. Ursachen seien oft Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Leichtsinn und Unkenntnis über mögliche Gefahren. In Schwimmbädern kam es lediglich zu 10 tödlichen Zwischenfällen. „Die meisten Opfer ertranken in unbewachten Gewässern“, sagte Hatje. Die ehrenamtlichen Helfer hätten viel Arbeit gehabt. „Ohne ihren großen Einsatz und ihre schnelle Hilfe wäre die Zahl der Ertrunkenen noch deutlich höher.“

Unter den Badetoten waren auch 22 Kinder im Alter bis 15 Jahre. „Dies zeigt deutlich, dass der Schwimmunterricht in den Schulen konsequent durchgeführt werden muss“, sagte Hatje. Die Kommunen müssten deshalb Grundschulen einen Zugang zu Bädern ermöglichen. Neun der ertrunkenen Kinder waren unter sechs Jahre alt. Insgesamt ertranken wesentlich mehr Männer (79,68 Prozent) als Frauen. Männer seien risikobereiter und überschätzten öfter ihre eigenen Kräfte, hieß es bei der DLRG.

dpa

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