Niedersachsens Behindertenbeauftragter stellt Broschüre zur Bundestagswahl vor

Ratgeber soll Behinderten den Urnengang erleichtern

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Die Ratgeber-Broschüre soll Behinderten Mut machen, am 22. September zur Bundestagswahl zu gehen.

Hannover - Der niedersächsische Behindertenbeauftragte, Karl Finke, will mit einer leicht verständlichen Broschüre zur Bundestagswahl die Wahlbeteiligung behinderter Menschen steigern. Das teilte er am Mittwoch in Hannover mit.

 In sogenannter leichter Sprache wird in dem 15 Seiten starken Heft „Wie man wählt“ der Wahlvorgang beschrieben. Neben dem Text sorgen Bilder für eine Veranschaulichung der Inhalte. Die Broschüre richte sich zwar an alle Bürger, die Hauptadressaten seien aber vor allem Menschen mit Behinderung, sagte Finke.

Ziel sei es, behinderte Menschen an politischen Entscheidungen zu beteiligen, das Bewusstsein zu stärken und die Wahlbeteiligung unter Behinderten zu steigern. Durch den Zugang zu Informationen solle das aktive, aber auch das passive Wahlrecht Behinderter stärker unterstützt werden.

In dem Heft sind außerdem zehn Politikfelder aufgeführt, die Behinderte durch eine aktive Wahl beeinflussen können, etwa das Leistungsgesetz, Barrierefreiheit oder Inklusion. Christiane Maaß ist Professorin für Medienlinguistik an der Universität Hildesheim und begrüßt die Broschüre.

„Es ist wichtig, dass sprachliche Barrieren weggeschafft werden“, sagte Maaß. Bei der Übersetzung komplexer Sachverhalte in leichte Sprache gebe es aber einige Regeln zu beachten: „Nebensätze sollten gänzlich vermieden werden. Auch komplexe Begriffe, die auf „-heit,-keit oder -ung“ enden, sollten nicht benutzt werden“, sagte Maaß. Die Übersetzung in leichte Sprache sei vergleichbar mit der Übersetzung in eine Fremdsprache.

Maaß hält die Broschüre sprachlich grundsätzlich für gelungen, findet aber die Aufmachung „zu kindlich“. „Behinderte sind schließlich keine Kinder, sondern erwachsene Menschen, die ein sprachliches Defizit haben“, sagte sie. In Niedersachsen leben rund 657 000 Schwerbehinderte, etwa 80 000 von ihnen hätten nach Schätzung von Finke kein Wahlrecht, weil sie einer Betreuung in allen Angelegenheiten unterlägen. dpa

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