Hitze auch für die Tierwelt schwer

Heißes Wetter macht Vögeln und Amphibien zu schaffen

Hannover - Die Hitze erschwert vielen Tieren die Nahrungssuche und lässt sie Hunger leiden. Der in Leiferde nistende Storch Fridolin und seine Partnerin haben deshalb sogar drei ihrer vier Küken aus dem Nest geworfen.

Das anhaltend heiße und trockene Wetter im Norden macht Vögeln und Amphibien zu schaffen. Vögel fänden keine Pfützen mehr zum Trinken, sagte Philip Foth vom Naturschutzbund (Nabu) in Hannover. Deshalb sei es eine Hilfe, Vogeltränken mit täglich frischen Wasser in den Garten zu stellen. Vögel hätten außerdem Probleme, ausreichend Nahrung für ihren Nachwuchs zu finden. Insekten und insbesondere Regenwürmer, die sich in tiefere noch feuchte Erdschichten zurückziehen, seien für die Vögel schwerer zu finden.

Drei Storchen-Küken aus dem Nest geworfen

Auch gebe es weniger Kröten als Nahrungshappen, darunter litten etwa Störche. Im Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde zum Beispiel habe das dort nistende Storchenpaar Mai und Fridolin drei der vier Jungen aus dem Nest geworfen. Das Verhalten mute brutal an, sei aber eine Reaktion der Störche, die wahrscheinlich selbst Hunger hätten, sagte die Leiterin des Artenschutzzentrums, dem NDR. Auch Frösche und Molche bevorzugten feuchteres Wetter, sagte Nabu-Fachmann Foth.

Hitze führt immer wieder zu Bränden

Immer wieder führte das heiße Wetter zu kleineren Bränden. In der Grafschaft Bentheim musste die Feuerwehr am Montag zu einem Moorbrand in Wietmarschen ausrücken. In einem Waldstück in Holm-Seppensen bei Buchholz hatte es am Sonntagnachmittag im Unterholz gebrannt. Polizei und Feuerwehr erstickten die Flammen, betroffen war eine Fläche von rund 400 Quadratmetern.

Der Landkreis Cuxhaven ermahnte zu besonderer Vorsicht beim Grillen. Weggeworfene Zigarettenkippen und auch Glasscheiben, die wie ein Brennglas wirkten, könnten Waldbrände auslösen. Wanderer sollten Zufahrten zu den Wäldern nicht zuparken, damit die Feuerwehr im Ernstfall ein schnelles Durchkommen hat.

Die Trinkwasserreserven sind durch die Hitze und Trockenheit noch nicht bedroht. Im Heidekreis forderten die Wasserwerke dennoch die Bevölkerung auf, die Bewässerung ihrer Gärten mit Trinkwasser einzuschränken. Ansonsten reiche die Pumpleistung der Wasserwerke nicht aus, genügend Wasser zu liefern, erläuterte eine Sprecherin.

dpa

Rubriklistenbild: © NABU

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