Wasserzufluss in die Asse: Die Zeit drängt

Hannover. Die Zeit bis zu einer dauerhaften Schließung des einsturzgefährdeten Atommülllagers Asse bei Wolfenbüttel drängt. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, sagte am Mittwoch nach dem kurzfristig erhöhten Wasserzufluss in der Schachtanlage: „Es hat uns allen deutlich gemacht, dass wir keine Zeit verlieren dürfen.“

König war zu einer Sondersitzung des Landtags-Umweltausschusses nach Hannover gekommen. Am 2. Oktober werden die Studien zu drei Varianten für eine Schließung der Asse öffentlich vorgestellt.In der vergangenen Woche war der Wasserzutritt in die Asse, wo 126 000 Fässer mit Atommüll liegen, über Nacht unerwartet gestiegen, hatte sich dann aber wieder auf das bisherige Niveau eingependelt. Das einsickernde Wasser aus dem Deckgebirge ist eine Gefahr für die Standsicherheit der Grube. Eine Erklärung für den kurzfristigen Wasseranstieg gebe es nicht, sagte BfS-Chef König.DieSitzung des Umweltausschusses am Mittwoch hatte keine Klarheit darüber gebracht, warum es zu widersprüchlichen Angaben für die Plutoniummengen in der Asse gekommen war. In der Schachtanlage sollen 28 Kilogramm des hoch gefährlichen Plutoniums liegen - dreimal soviel wie ursprünglich angenommen. BfS-Präsident König sagte, eine Arbeitsgruppe beschäftige sich mit der Aufarbeitung der Inhalte in der Asse. Mitte November solle ein Zwischenbericht vorliegen, kündigte König an.In der Debatte um die Asse waren außerdem Vermutungen laut geworden, es könnte auch Asche von menschlichen Leichenteilen unter Tage liegen. Die verbrannten Gewebeteile sollen von zwei Arbeitern stammen, die 1975 im

Atomkraftwerk Gundremmingen

in Bayern tödlich verunglückt waren. Dafür gebe es bislang aber nach wie vor keine eindeutigen Belege, sagten die Abgeordneten von

SPD

und Grünen im Umweltausschuss.

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