Auch in Niedersachsen ein Problem

In manchen Regionen ist mehr als jede zehnte Arztstelle nicht besetzt

Gibt es in Deutschland einen Ärztemangel oder eher eine ungleiche Verteilung? In manchen Regionen ist mehr als jede zehnte Arztstelle nicht besetzt. Das ist auch in Niedersachsen ein Problem - zumindest die Gesamtzahlen bei Hausärzten waren zuletzt jedoch stabil.

  • In manchen Regionen ist mehr als jede zehnte Arztstelle nicht besetzt.
  • Auch in Niedersachsen ist das ein Problem.
  • 8,9 Prozent der geplanten Plätze für Niederlassungen wurden nicht vergeben.

Berlin/Hannover - Im vergangenen Jahr sind vor allem in den deutschen Flächenländern viele Stellen für Hausärzte unbesetzt geblieben - auch Niedersachsen war davon betroffen. Im Land konnten 8,9 Prozent der geplanten Plätze für Niederlassungen nicht vergeben werden, verglichen mit 5,9 Prozent im bundesweiten Schnitt. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Abgeordneten Sabine Zimmermann (Linke) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Den Daten zufolge ließen sich 2019 damit weniger Hausärzte nieder, als die Bedarfsrechnungen für Niedersachsen vorsahen.

5034 niedergelassene Hausärzte in Niedersachsen

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) wies darauf hin, dass die Gesamtzahlen der Ärzte im Land sich im Laufe der letzten Jahre aber positiv entwickelt hätten. Ende 2019 gab es hier demnach 5034 niedergelassene Hausärzte - sogar eine leichte Steigerung um 70 gegenüber dem Vergleichsjahr 2008.

In manchen Regionen ist mehr als jede zehnte Arztstelle nicht besetzt. Das ist auch in Niedersachsen ein Problem.

Die Summe aller Vertragsärzte sei im gleichen Zeitraum landesweit um 1151 auf 12 676 gestiegen - das seien deutlich mehr Mediziner, als die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) in früheren Prognosen selbst für ein „Worst-Case-Szenario“ befürchtet habe. Eine Fehlannahme dabei sei etwa gewesen, dass viele Ärzte ihre Praxen schon im Alter von 60 Jahren schließen würden. Dies sei oft nicht der Fall.

Bedarfsplanung für ärztliche Niederlassungen

Betrachtet man den Anteil der tatsächlich besetzten Arztstellen mit den Bedarfsplanungen, treten laut den Angaben der Bundesregierung - sie basieren auf Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung - jedoch Lücken zutage. Demzufolge erhöhte sich bundesweit die Zahl der unbesetzten Stellen in den vergangenen Jahren mit Schwankungen tendenziell: Von 2123 im Jahr 2014 ging es auf 2875 im Jahr 2018 hoch. Weil die Planung für den Bedarf an Hausärzten reformiert wurde, ließen sich die Zahlen von 2019 aber nur bedingt mit denen der Vorjahren vergleichen, hieß es.

Um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, gibt es laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Bedarfsplanung für ärztliche Niederlassungen. Der Bund macht dazu Vorgaben, die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder erstellen basierend darauf regionale Pläne. So wird festgelegt, wie viele Haus- und Fachärzte es in einer Region geben darf.

Rubriklistenbild: © Benjamin Ulmer/dpa

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