Beschluss der Bundesärztekammer

Blutspenden von Nicht-hetero-Männern endlich einfacher

Endlich! Blutspenden von Nicht-hetero-Männer werden nach vielen Jahren beschämender Regelungen endlich einfacher. Das hat die Bundesärztekammer beschlossen.

Berlin –  Seit 2017 durften homosexuelle, bisexuelle und transsexuelle Männer in Deutschland zwar Blut spenden, doch die Auflagen dafür waren immer noch demütigend* und setzten Enthaltsamkeit voraus.

OrganisationBundesärztekammer
VorsitzKlaus Reinhardt
HauptsitzBerlin
Gründung18./19. Oktober 1947

Nicht-Heteros mussten ein Jahr sexuell abstinent sein

So durften Nicht-Heteros nur dann ihr Blut spenden, wenn sie ein Jahr lang nicht intim mit einem Mann waren – selbst wenn sie es sich um den eigenen Partner handelte und sich beide entsprechend schützen. Doch damit ist nun Schluss.

Wie das Ärzteblatt bereits vor einigen Tagen ankündigte, sollen die bestehenden Vorgaben für Blutspenden für homo-, bi- und transsexuelle Männer, die geschlechtlich intim mit Männern sind, deutlich gelockert werden. Die neue Regelung tritt ab September 2021 in Kraft. In diesem Jahr zogen wieder Tausende beim Christopher Street Day durch Berlin und demonstrierten für mehr Toleranz und Gleichberechtigung.*

Endlich! Blutspenden für homo-, bi- und transsexuelle Männer werden einfacher.

Blutspenden für alle nach vier Monaten „Sex ohne Risiko“ möglich

Für alle Spender, unabhängig von Geschlecht und Orientierung, soll dann gelten: Blutspenden sind nach vier Monaten „Sex ohne Risiko“ möglich. Blut spenden darf dann also jeder, der seit mindestens vier Monaten ausschließlich in einer auf Dauer angelegten Partner­schaft intim war. Das haben das Paul-Ehrlich-Institut und die Bundesärztekammer beschlossen.

Risiko für übertragbare Infektionskrankheiten seien in Beziehungen geringer

In einer dauerhaft monogamem Beziehung ist das Risiko für geschlechtlich übertragbare Infektionskrankheiten deutlich geringer, heißt es. Ein erhöhtes Risiko ergibt sich demnach erst „aus einem zeitlich aktuellen Sexualkontakt mit Personen mit einem Verhalten, das ein hohes Risiko für durch Blut übertragbare Infektionskrankheiten birgt“. Mit diesem „Verhalten“ ist grob gesagt alles gemeunt, dass nicht der Hetero-Norm entspricht.

Spätestens nach vier abstinenten Monaten können Infektionen mit den Hepatitis-Viren HBV sowie dem HIV-Virus „sicher ausgeschlossen werden“, so die Experten. Diesem Wissen folgend, hatte Großbritannien unlängst einen Vorstoß gewagt: Dort wurde die Blutspende-Zulassung für Schwule und Bi-Männer passend zum Weltblutspendetag am 14. Juni gelockert. In Ungarn ist man hingegen noch lange nicht so weit: Dort sollen stattdessen Aufklärungsprogramme gestrichen und die Darstellung von Homosexuellen als Teil der Normalität gänzlich verboten werden. 

Blutreserven werden in der Corona-Pandemie knapp

Blutreserven sind in Deutschland in der Corona-Pandemie knapp geworden. Wir brauchen viel mehr Spender als momentan, denn jeder Mensch kann zum Notfall werden, wie bei einem Unfall, und Blutkonserven brauchen“, mahnt ein Sprecher des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes.

Die neue Lockerung für homo-, bi- und transsexuelle Männer ist also nicht nur ein wichtiger Schritt für die Anti-Diskriminierung. Sie ist auch ein wichtiger Beitrag, um genügend Blutkonserven zu haben, damit darauf angewiesene Patienten versorgt werden können. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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