Überführung der "Genting Dream"

Bohrer wühlt im Emsschlick: Kreuzfahrtriese startet bald

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Noch liegt das Kreuzfahrtschiff "Genting Dream" im Papenburger Hafen. 

Leer/Papenburg - Die Meyer Werft bereitet für Sonntagmittag die Überführung des neuen Kreuzfahrtschiffes "Genting Dream" von Papenburg im Emsland zur Nordsee vor. Voraussichtlich am Samstag wird das Emssperrwerk bei Gandersum zwischen Emden und Leer geschlossen, um den Wasserstand des Flusses zu erhöhen.

Zuvor hatte bereits ein Baggerschiff damit begonnen, die Fahrrinne zu vertiefen, damit der 335 Meter lange Neubau nicht aufläuft. Genaue Angaben zum Tiefgang machte die Werft nicht.

Naturschützer kritisierten die Arbeiten und das Aufstauen, da der Fluss in der heißesten Phase des Jahres an Sauerstoffmangel leide. "Winterstau bei 30 Grad" bemängelte die Bürgerinitiative "Rettet die Ems" die sogenannte Genehmigungsphase für Schiffsüberführungen, die an diesem Freitag beginnt und während der Wintermonate andauert. Darauf hatten sich in der Vergangenheit Umweltverbände und Meyer Werft mit Rücksicht auf die Vogelwelt und die Sauerstoffqualität des Flusses geeinigt.

"Die schlechten Sauerstoffverhältnisse im Fluss könnten sich durch die Baggerarbeiten im warmen Wasser weiter verschlechtern", warnte Initiativen-Sprecher Hajo Rutenberg. Das sei nicht akzeptabel, verstoße gegen das geltende Verschlechterungsverbot und damit auch gegen die Natura-2000-Auflagen. "Die vermeintlichen Ziele des Masterplans Ems zur Steigerung der Wasserqualität können so nicht erreicht werden", sagte Rutenberg.

Dagegen verwies der Landesbetrieb NLWKN auf frühere Untersuchungen, wonach sich der Sauerstoffgehalt mit dem Aufstauen nicht verschlechtere. Der Planfeststellungsbeschluss erlaube einen Winterstau vom 16. September an - unabhängig von den Temperaturen. Dies sei auch für die Planungssicherheit der Werft praxisgerecht.

Der Masterplan Ems hat das Ziel, die ökologische Qualität der Ems zu verbessern und die Verschlickung der Häfen zu reduzieren. Gleichzeitig soll die Ems als leistungsstarke Wasserstraße erhalten bleiben. Landesregierung und die Landkreise Emsland und Leer wollen damit auch der Meyer Werft mit mehreren Tausend Arbeitsplätzen eine Perspektive geben.

Ein Teil des Masterplans ist der Bau eines Tidespeicherbeckens beim Vellage. Dort soll ein Teil der Tide in einem großen Polder zwischengespeichert werden und bei ablaufendem Wasser den Ebbstrom unterstützen. Wie bei einer Klospülung könnte der Schub bewirken, dass sich weniger Schlick im Fluss sammelt. Experten untersuchen dafür einen Altarm der Ems, in dem der Polder entstehen soll. Dazu soll ein Bohrgerät auf einer Arbeitsplattform am Wochenende die Stauzeit nutzen und Bodenproben nehmen.

dpa

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