Neuer Landesstützpunkt soll Hospizarbeit stärken

Hannover - Mehr als 15.000 Ehrenamtliche unterstützen in Niedersachsen Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Mit Hilfe des Landes wurde jetzt eine Koordinierungsstelle eingerichtet. Sie will Sterbebegleitung auch vermehrt in Altenheimen etablieren.

Eine neue Einrichtung soll die Versorgung sterbenskranker Menschen in Niedersachsen verbessern und ehrenamtliche Begleiter stärken. „In unserer Gesellschaft werden Krankheit und Tod zunehmend tabuisiert. Umso wichtiger ist es, diejenigen zu unterstützen, die sich in der Palliativ- und Hospizarbeit engagieren“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) bei der Gründungsfeier des Landesstützpunktes Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen in Hannover. Der Stützpunkt wird jährlich mit knapp 240.000 Euro vom Land gefördert. Derzeit gibt es landesweit 26 stationäre Hospize, darunter zwei Kinderhospize in Wilhelmshaven und Syke, sowie rund 130 ambulante Hospizdienste. Bei den ambulanten Hospizdiensten sind etwas mehr als 15 000 Ehrenamtliche im Einsatz. Sie besuchen Menschen in ihrer letzten Lebensphase und stehen oft rund um die Uhr bereit - etwa wenn Angehörige des Sterbenden keine Kraft mehr haben und eine Atempause benötigen. Circa 80 bis 90 Prozent der ehrenamtlichen Begleiter sind weiblich und älter als 55 Jahre.

Der neue Landesstützpunkt mit Sitz in Celle will unter anderem ihre Aus- und Fortbildung organisieren. Darüber hinaus ist eine Datenbank mit allen Palliativ- und Hospizangeboten des Landes geplant, die im Internet veröffentlicht werden soll. „Wir haben in Niedersachsen durchaus eine flächendeckende und gute Versorgung“, sagte Rosemarie Fischer, die als Referentin am neuen Landesstützpunkt arbeitet. In Zukunft möchten die Experten die Palliativ- und Hospizarbeit darüber hinaus noch stärker in Kliniken, Behinderteneinrichtungen und besonders in Alten- und Pflegeheime hineintragen. Zudem fehlten gerade im ländlichen Raum mancherorts spezialisierte Ärzte, hieß es. Bei der Palliativmedizin geht es darum, die Lebensqualität todkranker Patienten und ihrer Familien zu verbessern, unter anderem indem Schmerzen gelindert werden. In Niedersachsen gibt es 44 Anbieter sogenannter spezialisierter ambulanter Palliativversorgung mit professionellen Teams. Kliniken in Niedersachsen bieten außerdem rund 320 Palliativbetten an. dpa

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