Bis 2050 soll sich der Strom aus Windkraft vervielfachen

Hannover - Von Hans Brinkmann. Niedersachsen will die Stromerzeugung aus Windkraft bis 2050 mehr als verdoppeln. Den Rahmen dafür vorgeben soll ein Erlass, der am Montag nach rund zwei Jahren Diskussion vom Landeskabinett verabschiedet worden ist.

Wie Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) bei der Vorstellung des Winderlasses erläuterte, ist in den kommenden 35 Jahren vorgesehen, die Leistung der Windkraftanlagen von derzeit etwa 8 500 auf mindestens 50 000 Megawatt zu steigern. Erreichen will man dies laut Wenzel in erster Linie durch sogenanntes Repowering, also den Austausch alter und weniger leistungsstarker Windräder durch moderne Anlagen, die rund 20-mal mehr Strom produzieren als kleine Turbinen der ersten Generation.

Durch das Repowering soll es nach Angaben des Ministers auch ermöglicht werden, die angestrebte Kapazitätsverdoppelung ohne eine Erhöhung der derzeit 5 600 Standorte von Windkraftanlagen zu gewährleisten. Unter dem Strich sollten es sogar weniger Standorte sein, wobei zum Teil für moderne Windräder neue Gebiete ausgewiesen werden müssten.

Dem Erlass zufolge sollen etwa 1,4 Prozent der Landesfläche für die Errichtung von Windkraftanlagen nutzbar gemacht werden. Bislang ist es nach Angaben Wenzels rund ein Prozent. Tabu sein sollen auch künftig Wohnbereiche, Naturschutz-Areale sowie Wälder.

Nach den Worten des Grünen-Politikers dient der Erlass unter anderem dazu, den Kommunen eine Orientierungshilfe bei der planerischen Abwägung zu liefern. So sollen die Kreise und Gemeinden in eigener Zuständigkeit Gebiete für Windkraft festlegen und dabei zum Beispiel auch größere Abstände von bebauten Bereichen festlegen können, als dies das Bau- und das Immissionsschutzrecht vorgeben.

Insgesamt erhofft sich Wenzel von dem neuen Regelwerk, dass es Planungssicherheit und Transparenz schafft, Konflikte mit dem Naturschutz minimiert sowie die Verfahren für Windkraftanlagen vereinfacht und beschleunigt. Unter dem Strich könnte somit ein möglichst umwelt- und sozialverträglicher Ausbau der Windkraftnutzung im Land befördert werden.

Nach Darstellung des Umweltministers soll der Windenergieerlass Anfang 2016 durch Veröffentlichung im Niedersächsischen Ministerialblatt endgültig in Kraft treten. Zuvor hatte es einen zweijährigen Dialog- und Arbeitsprozess gegeben, in dem bei einer Verbandsbeteiligung 40 zum Teil umfangreiche und kritische Stellungnahmen eingereicht wurden.

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